5 Wege Ihr Kind zu einem respektvollen Menschen zu erziehen

Manieren sind mehr als nur „Bitte“ und „Danke“ zu sagen. Sich zu benehmen heißt, Respekt vor seinem Gegenüber auszudrücken und sich der Situation angemessen zu verhalten. 5 Tipps, wie Sie Ihrem Kind kindgerecht und nachhaltig Manieren vermitteln können.


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1. Empathie: Das A und O


Empathie bringt uns Menschen dazu, anderen zu helfen und freundlich zu anderen zu sein. Daher ist die Fähigkeit, sich in andere einzufühlen undzu verstehen, wie z.B. das andere Kind leidet, wenn es ausgeschlossen wird, die Voraussetzung für angemessenes Verhalten. Das fängt im Kinderspiel an und geht im Erwachsenenalter unter Kollegen und im Privatleben weiter: Wer sich in die Position des anderen hineinversetzen kann, kann entsprechend handeln und Konflikte entschärfen.

Mädchen tröstet einsamen Jungen


© iStock

Ein Kind mit einem ausgeprägten Einfühlungsvermögen entschuldigt sich leichter als ein Kind, dem seine Schuld gegenüber einem anderen nicht bewusst ist. Wer spürt, wie es den anderen geht und sich für das Befinden seines Umfeldes interessiert, erntet meist ebenso ehrliche Zuneigung und Anteilnahme an seiner eigenen Person. Beziehungen werden intensiver und echte Freundschaften entstehen.

Die Fähigkeit, sich in andere einzufühlen, ist nicht nur genetisch bedingt, sondern auch Erziehungssache: Ihr Kind übernimmt, welchen Stellenwert Sie Gefühlen geben. Sprechen Sie häufig über Ihre Empfindungen, lernt das Kind seine Beobachtung einzuordnen.
Fragen Sie Ihr Kind, wie sein Tag im Kindergarten war und gehen Sie genauer auf seine Empfindungen ein: „Als Lena dir den Teddy weggenommen hat, wie hast du dich gefühlt?“ So lernt Ihr Kind, seine Empfindungen zu benennen und das Spektrum der Bezeichnungen wird von nur „gut/schlecht“  zu „enttäuscht“, „begeistert“, „traurig“ usw. erweitert. Das wiederum kann das Kind auch an anderen Menschen beobachten und beschreiben: „Lena war wütend, weil sie nicht mitspielen durfte.“

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2. Leben Sie Ihrem Kind gutes Benehmen vor

Wenn Ihr Kind einen höflichen und freundlichen Umgang daheim erlebt, wird es sich auch unterwegs danach richten. Gewöhnen Sie sich an, immer „Bitte“ zu sagen, wenn Sie Ihr Kind nach etwas fragen und bedanken Sie sich ebenso bei ihm. Grundsätzlich gilt: Der Ton macht die Musik. Auch wenn es manchmal schwer fällt – bemühen Sie sich um einen ruhigen, freundlichen Tonfall, auch unter Erwachsenen. Lehrer berichten, dass sie den schrillen, ungeduldigen oder fordernden Tonfall eines Kindes meist bei den Eltern wiedererkennen.

Von klein auf ahmen wir nach, was wir um uns herum sehen und hören – das beginnt schon bei Säuglingen. Seien Sie sich also bewusst, was Sie Ihrem Kind vorleben, denn es wird Ihnen folgen.
3. Loben Sie Ihr Kind, wenn es sich gut verhält
Manche Dinge lernt man nicht über Nacht, das ist einfach so. Dem Nachfolgenden die Tür aufzuhalten, sich zu entschuldigen, wenn man jemanden anrempelt usw. sind keine Dinge, die Kinder automatisch machen. Weisen Sie Ihr Kind freundlich darauf hin, irgendwann wird es diese Verhaltensweisen übernehmen. „Hast du dich bei der Oma schon für das schöne Kuschtier bedankt?“ Selbst Erwachsene vergessen im Eifer des Gefechts manchmal, was sich gehört, daher hat Ihr Kind ein Lob verdient, wenn es sich gut verhalten hat.
4. Vermitteln Sie klar, welches Verhalten angemessen ist
Wenn Sie Ihr Kind mit lauter Stimme schimpfen, dass es seinen kleinen Bruder angeschrien hat statt vernünftig zu sprechen, ist die Botschaft missverständlich. Wie soll es sich verhalten, wenn Mama genauso schreit?
Natürlich ist es nicht möglich, sich permanent unter Kontrolle zu haben und da steigt man als Eltern auch einmal in den lauten Streit mit ein, um sich Gehör zu verschaffen. Nachhaltig verändern wird sich das Verhalten Ihres Kindes aber erst, wenn Sie ihm freundlich und bestimmt erklären, warum dieses Verhalten nicht richtig war und wie es besser geht: „Wenn du deinen Bruder anschreist, fängt er an zu weinen und wird dir die Puppe erst recht nicht zurück geben. Frage ihn doch einmal freundlich, ob ihr euch abwechseln könnt.“

Auch hier gilt: Die Praxis zählt mehr als die Theorie.
5. Vermitteln Sie gute Manieren ohne Druck
Wenn Sie Ihr Kind dazu anhalten, „Bitte“ zu sagen, tun Sie das im Rahmen eines freundlichen Ratschlags, nicht als Bedingung, damit es dieses oder jenes bekommt. Wenn es nur mit dem „Zauberwort“ kriegt, was es möchte, entwickelt es schon von Anfang an eine Abneigung dagegen. „Bitte“ und „Danke“ und sonstige gute Angewohnheiten nehmen durch konstantes Vorleben einen festen Platz bei Ihrem Kind ein.

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Sophia Gesierich

von Sophia Gesierich




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