Mehr Sperma, höhere Fruchtbarkeit?

Damit es mit einem Baby bald klappt, sollte die Spermaproduktion einwandfrei funktionieren. Doch kommt es dabei auch auf die Menge an? Und wie kann man die Spermienqualität verbessern und die Spermamenge erhöhen?

 

Mehr Sperma: Ein Spermiogramm gibt Aufschluss über Spermienqualität und -quantität.

Mehr Sperma: Ein Spermiogramm gibt Aufschluss über Spermienqualität und -quantität.


Ob mehr Sperma auch eine höhere Fruchtbarkeit bedeutet oder welches Volumen beim Samenerguss normal ist, das fragen sich viele Männer. Jeder Mann kommt anders und die Menge und Zusammensetzung des Ejakulats unterscheidet sich ebenfalls. Nach dem Prinzip „Mehr hilft mehr“ könnte man annehmen, dass die Chancen auf eine Schwangerschaft steigen, wenn ein Mann mehr Sperma produziert. Welcher Zusammenhang besteht da tatsächlich und wie kann „mann“ nachhelfen?

Ejakulat, Sperma, Spermien: Was ist was?

Bei einem Samenerguss wird ein Cocktail mit vielen Inhaltsstoffen ausgeschüttet. Das Sperma (auch Ejakulat genannt) setzt sich zusammen aus den reifen Spermien (auch Samenfäden oder Spermatozoen genannt), die nur 0,5 % des Ejakulats bilden, und Samenplasma (auch Seminalplasma genannt), das ist die Samenflüssigkeit, in der die Spermien unterwegs sind.

Sperma besteht zum größten Teil aus Wasser, hinzu kommen Dopamin, Noradrenalin, Tyrosin, die Bindungshormone Oxytocin und Vasopressin, diverse Östrogene, Pheromone (Geruchsstoffe) sowie β-Endorphin.

Mehr Sperma: Was beeinflusst die Menge des Ejakulats?

Die Zusammensetzung des Spermas ändert sich im Laufe des Lebens: Bei präpubertären Jungen besteht es nur aus Samenplasma, erst wenn mit der Pubertät die Hormone die Spermienproduktion auslösen, befinden sich auch Spermien im Ejakulat, die eine reife Eizelle befruchten könnten.

Ein Samenerguss besteht in der Regel aus 2-6 ml Sperma. In einem Milliliter Sperma sind zwischen 20 und 150 Millionen Spermien enthalten - ein Spermium reicht, um ein Kind zu zeugen.

Ob ein Mann mehr Sperma oder weniger produziert, kann von unterschiedlichen Faktoren abhängen:

  • Alter: Mit zunehmendem Alter wird weniger Samen produziert.
  • Hormone: Eine hormonelle Störung, die die Regelkreise zwischen Hirn und Hoden beeinträchtigt, kann ebenfalls für weniger Sperma sorgen.
  • Medikamente: Einige Medikamente reduzieren das Ejakulatsvolumen, beispielsweise manche Präparate gegen Haarausfall.
  • Alkohol und Nikotin: Wer viel raucht und trinkt, produziert möglicherweise weniger Sperma.
  • Übergewicht: Ein zu hohes Körpergewicht und ein zu hoher Körperfettanteil können das Ejakulatsvolumen ebenfalls reduzieren.

Mehr Spermien sind wichtiger als mehr Sperma

Wenn ein Paar sich Kinder wünscht, ist die Menge und Qualität der Spermien der entscheidende Faktor. Seit geraumer Zeit wird jedoch beobachtet, dass Männer in den Industrienationen immer weniger Spermien produzieren. Dies konnte in einer französischen Langzeitstudie belegt und analysiert werden. Zu wenige, zu träge oder zu viele fehlgebildete Spermien sind eine häufige Ursache für Unfruchtbarkeit.

Dass ein Mann weniger Spermien produziert, lässt sich jedoch nicht zwangsläufig an einer geringeren Spermamenge erkennen. Wenn Kinderwunsch besteht und es trotz eifrigem Bemühen nicht klappt, gibt ein Spermiogramm (Link) Aufschluss über die Spermienqualität.

Wie kann man die Spermienqualität verbessern?

Lifestyle-Faktoren wie Übergewicht, Alkohol- und Nikotinkonsum spielen bei der sinkenden Spermienqualität und -quantität eine wichtige Rolle. Für mehr Sperma und mehr Spermien können Männer einiges tun – zum Beispiel weitere Hosen tragen! Den Grund findest du in unserer To-Do-Liste:

  • Nicht rauchen
  • Alkoholkonsum reduzieren
  • Gesundes Körpergewicht halten
  • Moderat Sport treiben – Übertreibung kann der Spermienqualität hingegen schaden
  • Hoden kühl halten: Ihre optimale Betriebstemperatur haben sie frei hängend, die Natur hat sich also etwas dabei gedacht
  • Verzicht auf Sauna, heiße Bäder und Dampfbad
  • Weitere Hosen, die die Hoden nicht quetschen und an den Körper pressen, sodass sie sich erwärmen
  • Häufiger Sex, weniger Masturbation
  • Stress vermeiden

Auch bei der Ernährung kann man einiges optimieren:

  • Viel Gemüse essen
  • Fettarm ernähren
  • Pflanzliche statt tierische Fette verwenden, zum Beispiel Olivenöl
  • Günstige Lebensmittel sind unter anderem: Käse, Vollkornbrot, Weizenkeime, Paranüsse, Orangen, Austern und andere Meeresfrüchte, Linsen, Mais, Paprika, Sauerkraut, Spargel, Zwiebel

Männer, die sich an diese Tipps halten, produzieren meist mehr Sperma und optimieren damit hoffentlich auch ihre Spermienqualität. Dann klappt es hoffentlich auch bald mit dem ersehnten Baby!

Hat dir der Artikel "Mehr Sperma, höhere Fruchtbarkeit?" von Renate Oetjens gefallen? Dann freuen wir uns, wenn du uns auch einen Besuch auf unserer Facebookseite abstattest. Für originelle Bastelideen und jede Menge Inspiration schau auf unserer Pinterest-Seite vorbei.