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Durchatmen nach Corona-Stress: Mutter-Kind-Kuren starten wieder

Auch für Väter

Durchatmen nach Corona-Stress: Mutter-Kind-Kuren starten wieder

Die familiäre Belastung hat sich durch die Corona-Krise bei euch noch verstärkt? Dann seid ihr mit Sicherheit reif für eine Kur. Das Müttergenesungswerk und das Mutter-Kind-Hilfswerk starten wieder mit Mutter-Kind-Kuren – unter besonderen Sicherheitsmaßnahmen. Warum Erholung für Mütter und Väter gerade jetzt so wichtig ist, wie noch nie.

Warum vor allem Corona Eltern an ihre Belastungsgrenze bringt

Familien, deren Kinder besondere Pflegebedürfnisse haben, kennen den dauergestressten Alltag nur zu gut. Durch die Corona-Krise und den Lockdown fehlten viele sonstigen wichtigen Unterstützungsangebote und Betreuungsleistungen. Dort, wo es vorher schon schwierig war, Berufliches und Betreuung zu organisieren, weil man z. B. alleinerziehend ist, sind die Grenzen aktuell noch deutlicher überschritten.

Der Stresslevel ist gerade jetzt mehr als hoch und wer vielleicht dazu noch körperlich beeinträchtigt ist oder mit einer psychischen Krankheit zu kämpfen hat, ist gerade jetzt mehr als reif für eine Kur. Denn ohne die nötige Auszeit tut ihr euch und eurer Familie auf Dauer keinen Gefallen und der Körper meldet sich mit einem Burnout. In einer Mutter-Kind-Kur lernt ihr, euch wieder besser zu entspannen, bekommt Rehamaßnahmen oder psychotherapeutische Betreuung und während der Kur auch Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Ihr könnte diese mit eurem Kind antreten oder auch allein.

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Wer hat Anspruch auf eine Mutter-Kind-Kur?

Im Prinzip haben viele Eltern aktuell Erholung und Entspannung nötig. Doch eine Mutter-Kind-Kur bekommt man nur, wenn man den Anspruch auch nachweist. Beantragen muss man die Kur bei der Krankenkasse. Diese verlangt ein Attest des Hausarztes oder Facharztes, der eine Kurempfehlung aussprechen muss. Folgende Gründe oder Lebensumstände können dafür sprechen, eine Kur zu bekommen:

  • alleinerziehend
  • Kinder mit höherem Pflegeanspruch
  • krankes Kind
  • eigene psychische oder körperliche Erkrankung
  • Trauerfall in der Familie
  • Erziehungsprobleme
  • Burnout-Symptome
  • außergewöhnlich belastende Familiensituation

Die Klinik, in der ihr eure Kur antreten möchtet, sucht ihr euch gemeinsam mit der Krankenkasse heraus. Diese können euch Kliniken empfehlen, deren Besuch sie finanzieren. In einem Selbstauskunftsbogen der Anbieter für Mutter-Kind-Kuren müsst ihr zudem Angaben über eure gesundheitliche und familiäre Situation machen. Danach wird ermittelt, ob und welche Kurmaßnahme für euch in Frage kommen könnte. Ggf. kann auch euer Kind auf Empfehlung seines Kinderarztes eine Therapiemaßnahme bekommen.

Übrigens: Nur weil die Kur diesen Namen trägt, heißt das nicht, dass Väter sie nicht beantragen können. Diese Kurmaßnahme für Eltern trägt nur leider in Fachkreisen noch diesen Titel, daher solltet ihr auch als Papas nach einer Mutter-Kind-Kur fragen.

Mutter-Kind-Kur in Corona-Zeiten: Das müsst ihr wissen

Die Kurplätze des Müttergenesungswerkes (Anbieter für Mutter-Kind-Kuren der Katholischen Kirche) sind aktuell begehrt wie nie, da das Angebot im März wegen des Lockdowns ausgesetzt werden musste. Wessen Kur wegen der Corona-Krise von März bis Mai nicht stattfinden konnte, darf jetzt auf einen neuen Termin hoffen. Über verschobene Kuren informieren die Kliniken euch meist direkt. Die Plätze für Teilnehmer sind aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen jedoch aktuell begrenzt. Damit alle Reha- und Gesundheitsmaßnahmen durchgeführt werden können, mussten die Kliniken ihr Programm etwas anpassen und können nicht die gleiche Zahl an Kurplätzen anbieten wie vorher.

Wenn ihr euch entscheidet, einen Kurplatz beantragen zu wollen, müsst ihr euch auf eine gewisse Wartezeit einstellen. Zudem dauert die Genehmigung der Krankenkasse meist auch einige Zeit. Macht daher am besten gleich einen Termin beim Hausarzt aus, um das Attest zu erhalten und holt euch die erforderlichen Unterlagen von eurer Krankenkasse. Sobald ihr das Go zur Finanzierung habt, könnt ihr euch bei eurer Wunschklinik anmelden.

Alle Informationen zu den angebotenen Kuren findet ihr beim Müttergenesungswerk oder dem Mutter-Kind-Hilfswerk online. Dort könnt ihr auch in einem Test herausfinden, ob ihre reif für eine Kur seid.

Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

Gönnt euch die Auszeit!

Obwohl ich die Zeit des Homeoffice mit Kind durchaus stressig und herausfordernd fand, kann ich mich persönlich nicht beklagen. Doch ich kenne einige Familien, die alleinerziehend oder mit mehreren Kindern schon aktuell an ihre Grenzen gelangt sind und dringend so eine Maßnahme nötig hätten. Doch einige davon würden sagen: Wie soll ich das machen? Ich habe keine Zeit für eine Kur. Im Prinzip ist eine Mutter-Kind-Kur auch dafür da, dich von diesen Probleme einmal für eine Weile zu entlasten und dich und dein Kind zu unterstützen.

Du kannst diese Kur mit Familie antreten oder ohne. Es kommt natürlich immer darauf an, wie dein familiärer Hintergrund aussieht, ob dein Kind pflegebedürftig ist und welche psychischen oder körperlichen Belastungen es gibt. Ohne das Attest vom Hausarzt wird euch die Kur nicht genehmigt. Es kann auch anfangs Hürden in der Beantragung oder Finanzierung bei der Krankenkasse kommen. Doch davor solltet ihr nicht kapitulieren, denn es geht um eure zukünftige Gesundheit und die eurer Familie. Dafür ist ein bisschen Papierkram doch eindeutig das kleinere Übel, oder?

Bildquelle: Getty Images/romrodinka

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