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Von wegen 3€

Was ein Schnelltest im Testzentrum jetzt kostet & für wen er kostenlos ist

Seit Ende Juni 2022 gibt es nur noch für eine sehr ausgewählte Personengruppe kostenlose Corona-Schnelltests in den Testzentren. Die Kosten für eine Schnelltest belaufen sich dabei auf deutlich mehr als die von der Bundesregierung kommunizierten 3 €. Was Schnelltests im Testzentrum jetzt wirklich kosten und wer sich weiterhin kostenlos testen lassen kann.

Was ein Corona-Schnelltest im Schnellzentrum jetzt kostet

Bisher konnte man sich überall mindestens einmal pro Woche kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Zum 30. Juni 2022 die Testverordnung von der Bundesregierung jedoch verändert, sodass die Schnelltests in den Testzentren nur noch für ausgewählte Gruppen kostenlos sind. Wer nicht zu dieser Gruppe gehört muss für den Schnelltest jetzt bezahlen. Aber wieviel? Da in den Medien und von vielen Politiker*innen in den allermeisten Fällen von 3 € die Rede ist (Bsp. Interview 7.7.2022 DLF mit Katrin Göring-Eckhard Minute 4:30), gehen viele Menschen davon aus, dass ein Schnelltest im Testzentrum jetzt für alle 3 € Selbstbeteiligung kostet. Dem ist nicht so! Deshalb haben wir beim Gesundheitsministerium für euch noch einmal genauer nachgefragt:

Grundsätzlich gilt: Für vulnerable Personen sind die Bürgerstests kostenlos. Bei Risikoexposition beteiligen sich die Bürgerinnen und Bürger mit 3 EUR. Bei anlasslosen Tests ist eine Testung möglich, allerdings legt das Testzentrum den Preis fest.

Marina Schmidt, Presse Bundesministerium für Gesundheit

Für folgende Personen kostet der Coronatest im Testzentrum 3 €*

  • Personen, die eine Warnung mit dem Status „erhöhtes Risiko“ von ihrer Corona-Warn-App erhalten haben
  • Personen, die am selben Tag eine Veranstaltung in einem Innenraum besuchen möchten
  • Menschen, die am selben Tag eine Person besuchen möchten, bei welcher ein erhöhtes Risiko auf einen schweren Krankheitsverlauf im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus besteht
  • Personen, die am selben Tag eine Person über 60 Jahren besuchen möchten

In vielen Fällen ist nicht ganz klar, ebenso wie bei den Gruppen die der Schnelltest weiterhin kostenlos ist (siehe unten), wie nachgewiesen werden soll, dass ich zu eben jener Gruppe gehöre.

Diese Nachweise sind für den 3 €-Schnelltest nötig

  • Warn-App-Warnung: Vorzeigen der Corona-Warn-App mit der Statusanzeige „erhöhtes Risiko“
  • Veranstaltungen in Innenräumen am selben Tag: Eintrittskarte für eine Veranstaltung, einer Reservierungsbestätigung, einer Einladung zu einer Feier oder einem sonstigen Nachweis, der die Teilnahme bestätig
  • Kontakt mit einer vulnerablen Person am selben Tag: Selbstauskunft (mit Unterschrift bestätigt)

Für folgende Personen kostet der Schnelltest im Testzentrum MEHR als 3 €

Gehört ihr nicht zu einer der Personengruppen, die für einen 3 Euro-Schnelltest (siehe oben) oder einen kostenlosen Schnelltest (siehe unten) in Frage kommen, müsst ihr für den Schnelltest selbst aufkommen. Die Preise variieren je nach Teststelle. Laut der Testzentren sind die kosten davon abhängig, wie viel die Zentren selbst im Einkauf für den Test bezahlt haben. Daher die Variation im Preis.

Charoline Bauer

Ein Schnelltest kostet zwischen 13 und 18 €

Ich wollte vor einigen Tagen selbst einen Schnelltest in einem Testzentrum machen, weil wir großes Kitafest hatten und ich mit einer richtig fiesen Erkältung mit starkem Husten herumlief. Der Schnelltest zuhause war negativ, aber ich wollte lieber auf Nummer Sicher gehen und dachte 3 € kann ich dafür schon zahlen. Im Testzentrum wollte man dann aber 13 € von mir. Ich bin tatsächlich aus allen Wolken gefallen, weil ich in allen Medien und von allen Politiker*innen immer nur die Summe 3 € gehört habe (siehe Interviewbeispiel Katrin Göring-Eckhardt, das einen Tag nach unserem Sommerfest stattfand). Meine Kolleginnen und Freundinnen in Berlin mussten teilweise sogar 15 oder 18 € bezahlen.

P.S. Das Fest war draußen und ich habe bei engerem Sprachkontakt Maske getragen.

Für diese Personen gibt es weiterhin kostenlose Corona-Tests

Bevor ihr den Geldbeutel zückt, schaut nach, ob ihr eventuell zu einer der Personengruppen gehört, für die die Schnelltests im Testzentrum auch weiterhin kostenlos sind:

  • Personen, die sich aufgrund einer Corona-Infektion in Isolation befinden und sich freitesten wollen
  • Personen, die mit einer an Covid 19 erkrankten Person in einem Haushalt leben
  • Kinder unter 5 Jahren
  • Besucher*innen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen
  • Menschen, die aus medizinischen Gründen nachweislich nicht gegen das Coronavirus geimpft werden können wie beispielsweise Schwangere im ersten Trimester
  • Personen, die Pflegebedürftige in ihrer häuslichen Umgebung pflegen, etwa pflegende Angehörige
  • Personen, die in den letzten drei Monaten an einer klinischen Studie zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus teilgenommen haben
  • Menschen, die von Ärzt*innen oder dem Gesundheitsamt als enge Kontaktpersonen festgestellt wurden

Wer eine kostenlose Testung im Testzentrum vornehmen lassen möchte, muss seine Berechtigung dafür nachweisen.

Folgende Nachweise werden für eine kostenlose Testung verlangt

  • Kindern unter 5 Jahren: Geburtsurkunde oder Kinderreisepass
  • Schwangere: Mutterpass
  • Ärztliches Zeugnis über medizinische Gründe, dass man nicht geimpft werden kann
  • Testpersonen klinische Studien: Teilnehmer-Nachweis ausgestellt von Studienverantwortlichen
  • Freitestung: Positives PCR-Ergebnis
  • Infizierte Haushaltsangehörige: Positives PCR-Ergebnis der Person(en) plus Nachweis über eine gleiche Wohnanschrift
  • Besuch in Pflegeheimen oder Krankenhäusern: Ausgefülltes Musterformular mit Bestätigung der Einrichtung oder Selbstauskunft gegenüber Teststelle (mit Unterschrift bestätigt)
  • Pflegende Angehörige: Formlose Selbstauskunft (mit Unterschrift bestätigt) oder einen Beleg des Pflegestatus

Wann ist noch ein kostenloser PCR-Test möglich?

Wenn ihr zu folgenden Personengruppen gehört, habt ihr Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test:

  • Personen, die mittels Schnelltest in einer zertifizierten Teststelle positiv auf das Coronavirus getestet wurden
  • Personen, die mittels Schnelltest in Eigenanwendung positiv getestet wurden (Nachweis nötig)
  • Personen, die vom Gesundheitsamt, von den behandelnden Ärzt*innen oder von Krankenhäusern, Kliniken, ambulanten Pflegediensten oder ähnlichen Einrichtungen offiziell als Kontaktpersonen festgestellt wurden, wobei hier zunächst ein Schnelltest zur Abklärung durchgeführt werden kann
  • Personen, die im Rahmen eines Pooling-Tests mittels Nukleinsäurenachweis positiv getestet wurden

Details zu diesen Bestimmungen könnt ihr auch beim Bundesgesundheitsministerium nachlesen. Fragt im Zweifel vorher genau einmal bei eurer Teststelle an, welche Kosten anfallen und ob ihr diese zahlen müsst.

Quelle: Bundesregierung

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Bildquelle: Getty Images/Jelena Stanojkovic

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