Chlamydien: Kinderwunsch in Gefahr

Durch ungeschützten Geschlechtsverkehr kann man sich mit Chlamydien infizieren. Die Bakterien können sowohl Männer als auch Frauen unfruchtbar machen. Wie kann man sich schützen?

Paar im Bett

Chlamydien können zu Unfruchtbarkeit führen.


Chlamydien sind verbreiteter, als viele ahnen. Jeder Zehnte ist mit den Bakterien schon in Berührung gekommen, weiß das aber oft gar nicht. Die Chlamydien-Infektion wird auch als „stille Krankheit“ bezeichnet, weil sie häufig keine Symptome verursacht. Doch harmlos ist diese häufigste sexuell übertragbare Krankheit deshalb noch lange nicht.

Chlamydien können unfruchtbar machen

Wenn eine Chlamydien-Infektion nicht behandelt wird, kann sie vor allem bei Frauen für Unfruchtbarkeit sorgen. Eine Entzündung im Beckenraum kann dazu führen, dass die Eileiter vernarben und ihre Funktion nicht mehr wahrnehmen können. Es kann zu einer Eileiterschwangerschaft oder einer Schwangerschaft in der Bauchhöhle oder im Eierstock kommen.

Bei Männern kann es zu folgenreichen Nebenhodenentzündungen oder anderen Entzündungen im Geschlechtsbereich kommen.

Wie werden Chlamydien übertragen?

„Chlamydien-Infektionen sind die häufigste sexuell übertragbare Infektion in Deutschland“, zitiert Welt.de Christian Albring, den Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. „Etwa zehn Prozent aller sexuell aktiven Jugendlichen und Erwachsenen stecken sich irgendwann in ihrem Leben mit Chlamydien an.“

Chlamydien finden sich in Sperma und Scheidenflüssigkeit. Bei Vaginal- und Analverkehr sowie bei gemeinsamer Nutzung von Sexspielzeug können die Bakterien in die Schleimhäute eindringen, wenn sie mit infizierter Schleimhaut oder Körperflüssigkeiten des Partners in Kontakt kommen.

Beim Petting ist eine Infektion denkbar, wenn man abwechselnd sich und den anderen berührt. Beim Küssen und bei Oralsex kann man zwar auch mit Chlamydien in Kontakt kommen, aber bei einer Infektion des Rachenraums passiert in der Regel nicht viel und die Übeltäter verschwinden nach ein paar Wochen wieder. Je nachdem, was man in welcher Reihenfolge miteinander macht, ist es jedoch nicht komplett auszuschließen, dass man sich infiziert. Darum sind entsprechende Schutzmaßnahmen immer ratsam.

Safer Sex schützt vor Chlamydien

Ein Kondom ist der beste Schutz vor Chlamydien. Da die Benutzung gerade bei wechselnden Geschlechtspartnern und One-Night-Stands eh dringend anzuraten ist, um beispielsweise eine HIV-Infektion zu vermeiden, muss kein zusätzlicher Aufwand betrieben werden. Es gelten dieselben Schutz- und Hygienemaßnahmen, um eine Ansteckung zu vermeiden. Auch bei Oralsex ist ein Kondom oder Femidom ratsam.

Symptome einer Chalmydien-Infektion

Dass Chlamydien sich immer weiter verbreiten, liegt auch daran, dass sie oft keine Symptome verursachen: 50 % Prozent der betroffenen Männer und 70 % der infizierten Frauen spüren nicht, dass sie sie haben.

Folgende Symptome können auf eine Chlamydien-Infektion hindeuten:

  • Ausfluss aus der Scheide
  • Juckreiz
  • Schmerzen beim Sex
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • bei Männern Harnröhrenentzündung
  • Unterbauchschmerzen
  • Blutungen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr
  • Proktitis (Entzündung der Rektumschleimhaut)

Aufklärung ist wichtig

Was Chlamydien sind, wissen laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nur 14 % der Bundesbürger. Kein Wunder, dass die Zahl der Infektionen steigt. In Sachsen, dem einzigen Bundesland, wo die Infektionen meldeflichtig sind, verzeichnen die Behörden aktuell einen stetigen Anstieg von diagnostizierten Ansteckungen.

Wichtig ist, dass man mit dem Partner spricht, um das Risiko einschätzen zu können. Wenn einer oder beide die Sexpartner häufiger wechseln und öfters ungeschützten Verkehr haben, ist das Risiko, Chlamydien zu bekommen, schon in jungen Jahren hoch.

Vor allem für junge Menschen ist es wichtig, über diese Krankheit informiert zu sein. Nur wer sie überhaupt kennt, kann sich davor adäquat schützen und sich gegebenenfalls testen und behandeln lassen – und darauf achten, die eigenen Chlamydien nicht an andere weiterzugeben.

Hat dir der Artikel "Chlamydien: Kinderwunsch in Gefahr" von Renate Oetjens gefallen? Dann freuen wir uns, wenn du uns auch einen Besuch auf unserer Facebookseite abstattest. Für originelle Bastelideen und jede Menge Inspiration schau auf unserer Pinterest-Seite vorbei.