Die 41. Woche schwanger: Endlich Mama!

Willkommen auf der Welt, Leonie!

Die 41. Woche schwanger: Endlich Mama!

Plötzlich ging alles ganz schnell. Daniela hat ein süßes Mädchen zur Welt gebracht und erzählt euch in der letzten Folge ihres Schwangerschaftstagebuchs von der Geburt ihrer Tochter.

Willkommen auf der Welt, Leonie!

Es ist vollbracht. Die Welt darf einen neuen Erdenbürger begrüßen. Die kleine Leonie hat am Sonntagmorgen um 9:04 Uhr das Licht der Welt erblickt. Stolze 51 cm groß und 3.420 Gramm schwer.

Natürlich will ich euch an dieser Stelle nichts vorenthalten und berichte euch in meiner letzten Tagebuchfolge ausführlich von der Geburt!

Und plötzlich machte es "platsch"!

Nachdem ich letzte Woche, also in der vierzigsten Woche, meine "Zeichnung" (diese Umschreibung gefällt mir viel besser) hatte, dachten wir, dass es jede Minute losgehen würde. Dem war aber nicht so. Es tat sich die ganze Woche über nichts. Alles blieb ruhig. Sieben Tage lag ich nun schon über dem eigentlich errechneten Geburtstermin.

Am siebten Tag, es war Samstagabend, lagen mein Freund und ich ganz entspannt auf der Couch. Wir machten es uns gemütlich und schauten gemeinsam unsere Serie. Da sich die letzten Stunden nichts ankündigte, erwartete ich auch die nächsten Stunden keine Wehen mehr.

Kurz vor Mitternacht, wir legten gerade die nächste Folge ein, ging ich schnell nochmal auf die Toilette. Ich war gerade fertig und wollte aufstehen, da tröpselte ein wenig "Flüssigkeit" nach. Was mich einen Moment lang irritierte. Da es aber so wenig war, dachte ich, dass sich die Blase vielleicht noch nicht vollständig entleert hatte. Bester Dinge schnappte ich mir die Popcornschüssel und lief zurück in Richtung Couch. Plötzlich – es war wie im Film – machte es platsch - und die Fruchtblase platzte. Ich stand mitten im Wohnzimmer. Alles was ich rausbrachte war ein "OKAYYYY. SCHATZ?! SCHAAATZZZZ! SCHATZ!!!! Es ist passiert....Es ist soweit." Ein verstrubbelter Kopf schaute über die Couchlehne und fragte irritiert, was passiert sei?! "Meine Fruchtblase ist gerade geplatzt", antwortete ich mit aufgeregter Stimme. Der Kopf – samt Körper – stand innerhalb weniger Nanosekunden auf den Beinen und war sichtlich aufgeregt.

Jetzt hieß es: Nerven behalten!

Ich stand da wie ein dickes, nasses Häufchen Elend, was langsam aber sicher sehr nervös wurde. Ich begann vor Aufregung zu zittern und mir wurde kalt. Das war aber nicht der richtige Augenblick, um aufgeregt zu sein. Jetzt hieß es: Nerven behalten! Augen zu und durch. Ich beruhigte mich kurz und rief alles, was wir im Vorbereitungskurs besprochen hatten noch einmal im Kopf ab.

Habe ich schon Wehen? Wie groß sind die Abstände? Was brauche ich jetzt alles?

Da ich noch keine Wehen spürte, hatten wir noch genug Zeit und ich konnte mich erstmal in aller Ruhe sammeln. Ich versuchte mich zu beruhigen. Obwohl man ja genau weiß, das Tag X irgendwann kommt und man zehn Monate Zeit hatte, sich darauf vorzubereiten, war es in dem Moment doch ziemlich aufregend. Nach und nach beantwortete ich mir meine Fragen.

Wehen spüre ich noch keine. Ich brauche jetzt meine Tasche und sämtliche Unterlagen. Ich brauche meinen Tee und etwas zu essen fürs Krankenhaus. Ganz wichtig, ich brauche gemütliche Klamotten. Zuerst muss ich aber aus den jetzigen raus! Viele Frauen nehmen in diesem Moment noch einmal ein Bad. Da wir aber leider keine Badewanne haben, ging ich duschen. Mein Freund kochte mir in der Zeit einen Tee und richtete alles her. Er legte Decken und Kissen auf die Couch, machte ruhige Musik an und rief im Krankenhaus an um Bescheid zu geben, dass wir demnächst kommen. Das Duschen tat gut und ich hatte Zeit runter zu kommen. Danach war alles ein wenig entspannter.

Ich machte mich fertig, legte mich auf die Couch und wartete auf Wehen. Diese ließen nicht lange auf sich warten. Schmerzhaft waren sie weniger, einfach etwas heftiger und unangenehmer als die Vorwehen der letzten Wochen. Die Abstände wurden von Mal zu Mal kürzer. Als sie bei sechs bis sieben Minuten waren, machten wir uns langsam für die Fahrt ins Krankenhaus fertig. Man muss dazu sagen, dass das Krankenhaus nur zwei Minuten mit dem Auto von uns entfernt liegt. Was uns natürlich enormen zeitlichen Druck nahm. Wir konnten also ganz entspannt losfahren.

Ab ins Krankenhaus

Im Krankenhaus angekommen wurde ich direkt an das CTG angeschlossen. Langsam aber sicher fingen die Wehen an stärker zu werden. Man konnte nun von beginnenden Schmerzen reden. Aus Theorie wurde Praxis. Wir hatten alles besprochen. Ich fing also an, die Wehen weg zu atmen. Durch die Nase ein und durch den Mund langsam wieder aus. Gemeinsam mit meinem Freund beobachteten wir die Zahlen am CTG. Man konnte zusehen, wie die Wehen anstiegen und wieder weniger wurden. Ein Auf und Ab.

Relativ schnell kam ich zu dem Entschluss, dass diese Wehen schon ziemlich schmerzhaft waren. Wenn sich die "kleinen" Wehen schon so anfühlen, wie fühlen sich dann die "großen" Wehen an? Brauche ich das wirklich? Will ich das ernsthaft wissen? Die Antwort lautete nein! Ich wollte plötzlich nicht mehr auf stärkere Schmerzen warten. Auch wenn ich vorher anders redete, nämlich, dass ich abwarten würde bis es nicht mehr geht. Nee, nee. Ich überlegte es mir plötzlich anders.
Ich musste mir und der Welt nichts beweisen und gab der Hebamme Bescheid, dass ich so früh wie möglich eine PDA haben möchte. Sicher ist sicher.

Jetzt ist es nicht so, dass man den Wunsch äußert und zwei Minuten später steht jemand mit einem Spritzchen da. Nein. Man musste erst Fragebögen ausfüllen, bekam Blut abgenommen und musste auf einen Arzt und die Laborwerte warten. Zudem musste der Muttermund schon einige Zentimeter geöffnet sein. Was mit zwei Zentimetern bei mir glücklicherweise der Fall war.
Lest auf der zweiten Seite, wie es weiterging!

Glückwünsche zur Geburt - Willkommen, Baby!

Glückwünsche zur Geburt - Willkommen, Baby!
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Leonie erblickt das Licht der Welt

Der Entschluss steht: Daniela möchte eine PDA. Die zu setzen stellt sich aber als gar nicht so einfach heraus. Ob es trotzdem klappt und wie die Geburt verlief, berichtet euch Daniela hier.

Ich bekomme eine PDA - nur wie?

Ich wurde in der Zwischenzeit in den Kreissaal gebracht und konnte mich dort, angeschlossen an das CTG, auf das Kreissaalbett legen. Was allemal komfortabler und gemütlicher war, als die Liege zuvor.
Hier warteten wir zirka eineinhalb Stunden auf den Arzt, der die PDA durchführen sollte. Gutgelaunt kam er irgendwann reinspaziert, im Schlepptau eine Krankenschwester und einen Helfer. Sie bereiteten alles vor. So langsam wurde es auch Zeit. Die Wehen wurden schließlich immer stärker. Ich musste mich, mit Hilfe meines Freundes, so weit nach vorne beugen wie nur menschenmöglich. Mit kugelrundem Bauch keine einfach Angelegenheit. Ich musste so gut es ging einen Buckel machen. Laut meines Freundes, bekam ich eine ziemlich lange Kanüle ins Rückenmark gestochen. Durch diese wurde ein feiner Schlauch geschoben, der das Mittel dahin bringen sollte, wo es hin sollte. Ich bekam von all dem nicht viel mit. Ich harrte in meiner "Mach den Buckel"-Stellung aus und wartete auf ein zeitnahes Ende der Schmerzen. Es dauerte ungefähr zwanzig Minuten, bis die Schmerzen weniger wurden. Mittlerweile war es schon drei Uhr morgens. Nachdem Arzt und Co. den Raum wieder verlassen hatten wurde ich noch einmal von der Hebamme untersucht. Der Muttermund war mittlerweile vier Zentimeter weit geöffnet. Noch konnte es also nicht losgehen.

Und wieder hieß es: warten

Die Hebamme machte es uns ein wenig gemütlich. Sie dimmte das Licht, schaltete das Radio an und ließ uns ein wenig schlafen. Ohne Schmerzen fühlte ich mich sogar ziemlich wohl im Kreissaal. Man mag es kaum glauben, aber es war so. Ich spürte lediglich noch einen leichten Druck in der Leiste, mehr nicht. Somit konnte ich mich ganz in Ruhe entspannen. Die Aufregung bezüglich der bevorstehenden Geburt war wie weggeblasen. Wer weiß, was da noch alles in dem Mittel drin war, das sie mir verabreicht hatten.
Da zu erwarten war, dass in der nächsten Stunde sowieso nicht viel passieren würde, legte sich mein Freund zu mir aufs Bett. Das war viel gemütlicher als die ganze Zeit auf einem Holzstuhl zu sitzen. Hin und wieder kam die Hebamme herein und schaute nach uns. Davon bekam ich aber kaum etwas mit. Wir waren so müde, dass wir irgendwann einfach einschliefen. Naja, was soll ich sagen...und plötzlich schien die Sonne. Wir hatten tatsächlich bis morgens halb neun durchgeschlafen. Ich schaute auf die Uhr und konnte es kaum glauben. Wach wurden wir eigentlich nur, weil die Hebamme erneut nachschauen wollte, wie weit der Muttermund nun geöffnet war. Sie lächelte mich an und meinte, dass die kleine Dame ganze Arbeit leistete. Der Muttermund war komplett offen. Es konnte somit losgehen.

Jetzt wird's ernst!

Das war die gute Nachricht. Die schlechte war, dass sie mir nun ein Mittel spritzen musste, das mich die Wehen wieder spüren lassen sollte. Ich sollte die Presswehen ja schließlich mitbekommen, um mithelfen zu können. Gesagt, getan. Also wartete ich nun auf die "großen" Wehen. Die Hebamme legte meinem Freund ans Herz, sich jetzt noch schnell einen Kaffee zu holen. Dies wäre die letzte Gelegenheit. Schließlich wisse man ja nie, wie lange eine Geburt dauert.
Schnell sprintete er aus dem Zimmer und holte sich einen Kaffee. Der Druck wurde langsam immer stärker, was ich als Wehe deutete. Das äußerte ich auch direkt der Hebamme gegenüber. Mein Freund kam gerade mit seiner Tasse angelaufen und setzte sich neben mich ans Bett. Die Hebamme saß am Ende des Bettes und streichelte netterweise mein Bein. Da saßen wir nun und warteten gemeinsam auf die ersten Presswehen. Die Stimmung war ziemlich ausgelassen und entspannt. Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. War aber froh, dass es so war.

"Soll ich mal pressen?"

Sie telefonierte kurz mit einem Arzt, der demnächst zu uns hochkommen sollte, da es bald losgehen würde. Es muss ja schließlich immer ein Arzt im Kreissaal dabei sein. Als ich wieder einen Druck verspürte, fragte ich, ob das wieder eine Wehe sei. Sie antwortete mit Ja. Ich fragte, ob ich versuchen soll zu pressen? Sie antwortete, dass ich es ja einfach mal versuchen könne. Also presste ich was das Zeug hielt. Genug Filme hatte ich ja gesehen, in denen sie Babys auf die Welt brachten. Ich wusste also wie der Hase läuft :-) Ein erneuter Druck kam, ich presste also wieder. Die Hebamme meinte überrascht, dass man ja schon den Kopf sehen könne. Ich würde das toll machen, nur weiter so! Anschließend kam wieder eine Wehe, ich presste also auch wieder.
Das Ganze machten wir fünf mal mit und dann war es geschafft: Sie war da!

Ganze zwölf Minuten dauerte die eigentliche Geburt. Ganz ohne Komplikationen oder Schmerzen. Schwups war sie da. Sehen konnte ich sie noch nicht, dafür aber hören. Mein Freund – der Papa – schnitt die Nabelschnur durch. Anschließend wurde sie ein bisschen abgeputzt und mir auf die Brust gelegt. Klar, das war der Moment, in dem uns dann die Tränen in die Augen schossen. Was ein unglaublich schöner Moment. Ich traute mich kaum sie anzufassen oder zu streicheln. Sooo winzig war sie :-) Ich hatte mir ja direktes und langes Bonding nach der Geburt gewünscht. Nachdem sie kurz durchgecheckt wurde und für mopsfidel erklärt wurde, durfte sie dann zu mir und blieb das auch die nächsten Stunden. Zwischenzeitlich durfte sie natürlich auch zu Papa auf die Brust. Ein unvergessliches Erlebnis.

Schnell und ohne Komplikationen: eine Traumgeburt!

Plötzlich ging die Tür auf und der angeforderte Arzt kam reingelaufen. Tja, leider ein wenig zu spät. Wir hatten alles ohne ihn erledigt! :-) Im Leben hätte ich nicht mit einer Spontangeburt gerechnet.
Generell war ich selbst erstaunt über diese unkomplizierte und vor allem schmerzfreie Geburt. Außer einem Druck hatte ich durch die PDA, die noch Restwirkung während der Presswehen zeigte, keinerlei Schmerzen. Ich würde es also immer wieder genauso machen. Mir ist vollkommen klar, dass ich wirklich Glück hatte und eine Geburt oft ganz anders verläuft. Dafür war ich unendlich dankbar. Schlussendlich kann ich wirklich sagen, eine schöne Geburt gehabt zu haben. Besser hätte es nicht laufen können. Die Sonne schien, Musik lief, die Hebamme saß einfach ruhig am Bettende, es kam kein Stress auf und mein Freund blieb glücklicherweise auch ganz. Das Wichtigste: Die kleine Maus war gesund und es ging ihr gut.

Tja, so schnell können einundvierzig Wochen zu Ende gehen. Jetzt bin ich Mama, kaum zu glauben. Daran muss ich mich erstmal gewöhnen. MAMA :-)

Ich hoffe, dass euch mein Schwangerschaftstagebuch gefallen hat und ihr an der ein oder anderen Stelle etwas für euch selbst mitnehmen konntet. Alle Folgen meines Tagebuchs zum nochmal Nachlesen findet ihr auf der Themenseite Schwangerschaftstagebuch hier bei familie.de.

Falls ihr Fragen habt, Tipps benötigt oder einfach etwas loswerden möchtet, scheut euch nicht mich anzuschreiben. Ich freue mich über eure Nachrichten.
Bis dahin alles erdenklich Gute,
eure Daniela

PS: Und wie war euere Geburt? Berichtet mir und dem Team von familie.de doch hier davon: Geburtsberichte: So war die Geburt

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