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Fliegen in der Schwangerschaft: Tipps, Risiken und Checkliste

Fliegen in der Schwangerschaft: Tipps, Risiken und Checkliste

Up in the air

Du hast Lust auf einen entspannten Urlaub bevor das Baby kommt, fragst dich aber: "Darf ich schwanger fliegen?" In welcher Schwangerschaftsphase du unbesorgt ins Flugzeug steigen kannst und was du beim Fliegen in der Schwangerschaft beachten solltest.

Bis zu welcher Schwangerschaftswoche darf ich fliegen?

Besteht eine Schwangerschaft ohne Komplikationen, kannst du im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel ohne Bedenken ins Flugzeug steigen. Danach wird es ein bisschen schwieriger, denn viele Fluggesellschaften verlangen später eine ärztliche Bescheinigung, die deine Flugtauglichkeit bestätigt. Ab welcher SSW diese Bescheinigung notwendig ist, hängt von der Airline ab, bei einigen Linien ist es schon die 27. SSW, bei den meisten die 32. bis 36. SSW.

Die beste Zeit für eine Reise ist die 14. bis 27. Schwangerschaftswoche, der Babybauch ist noch nicht so beschwerlich und an Geburt ist nicht zu denken. Wenn du in den Urlaub fliegst, bedenke bei der Reiseplanung auch unbedingt die Bedingungen am Zielort. Ist im Notfall die gesundheitliche Versorgung gewährleistet? Sind Kliniken gut erreichbar? Treten eventuell Sprachbarrieren auf?

Schwanger fliegen: Checkliste

  • Reiserücktritts- und Auslandskrankenversicherung: Frag bei Abschluss explizit nach, ob Kosten, die durch eine Schwangerschaft entstehen auch abgedeckt sind, denn viele Versicherer schließen dies aus.
  • Medizinische Versorgung am Zielort: Wie weit ist eine Klinik entfernt und wie steht es mit sprachlichen Barrieren?
  • Gibt es bei der Airline bestimmte Beförderungsbedingungen?
  • Gibt es im Reiseland bestimmte Einreisebedingungen für Schwangere?
  • Ist in der Reiseapotheke alles enthalten, was nötig ist?
  • Hast du den Mutterpass (und am besten noch eine Kopie) eingepackt?

Fliegen in der Schwangerschaft: Risiken

Generell gilt: Bitte vor der Reise deine Gynäkologin um ihre Einschätzung, ob und welche Risiken bei dir persönlich vorliegen könnten oder ob du bedenkenlos fliegen kannst. Manche Schwangere machen sich Sorgen um Themen wie Sauerstoffmangel, Strahlung und Co.: Welche Risiken es wirklich beim Fliegen mit Babybauch gibt und warum du nicht in Panik verfallen solltest:

Fliegen in der Schwangerschaft: Erhöhte Thrombosegefahr?

Das stimmt. Das Thromboserisiko ist für Schwangere beim Fliegen erhöht, deswegen solltest du vorbeugend Kompressionsstrümpfe tragen. Achte bei der Buchung außerdem darauf, einen Platz mit mehr Beinfreiheit zu bekommen und trinke während des Fluges ausreichend.

Kompressionsstrümpfe für Damen und Herren
Kompressionsstrümpfe für Damen und Herren

Geringer Sauerstoffgehalt im Flieger

Immer wieder hört man, dass der geringere Sauerstoffgehalt der Luft im Flugzeug dem Baby schaden kann und dies in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten das Risiko einer Fehlgeburt erhöht. Stimmt das?

Nicht ganz: Obwohl der Sauerstoffgehalt der Luft niedriger als normal ist, hat das in der Regel keine Auswirkungen auf das ungeborene Kind. Zu diesem Ergebnis kommt Ricarda Huch, ehemalige Professorin für Gynäkologie an der Universität Zürich in ihrer Studie aus dem Jahr 2001. Sie schickte Schwangere auf die Reise und überwachte während der Flüge die Herzfrequenz der Babys. Und fand keine Anzeichen für einen Sauerstoffmangel.

Aber: Dies gilt nur für eine normale, komplikationslose Schwangerschaft. Besteht bereits eine Unterversorgung des Kindes, kann die Flugsituation diese noch zusätzlich verschlechtern.

Strahlung im Flugzeug?

Im Flugzeug ist die Strahlungsbelastung höher als am Boden und das kann dem Baby schaden, so die Argumentation. Auch hier kann Ricarda Huch beruhigen: Selbst wenn man täglich fliegen würde, wäre die Strahlenbelastung nur um die Hälfte höher als am Boden. Ein einzelner Flug macht hier nur einen Bruchteil aus. Außerdem variiert die Strahlendosis am Boden regional so stark, dass sie im Zweifel sogar höher sein kann als über den Wolken.

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Fliegen in der Schwangerschaft: Erfahrungen

Schwanger fliegen – unsere Redakteurin Andrea berichtet von ihren persönlichen Erfahrungen:

Ich bin sowohl am Anfang einer Schwangerschaft geflogen als auch ziemlich am Ende. Beides war nicht wirklich toll. Das liegt aber auch immer daran, wie es einem selbst in der Schwangerschaft geht. Ich hatte in all meinen Schwangerschaften mit Hyperemesis Gravidarum zu kämpfen, das macht so einen Flug schon eher unangenehm.  Spucktüten waren also bei mir Pflicht, genauso wie starke Nerven meines Mannes, der mich vor den neugierigen Blicken und besorgten Nachfragen abschirmen musste.

Mir hat es geholfen, viel Wasser zu trinken, das Bordpersonal war da immer aufmerksam und hat mir oft nach dem Start eine 1,5 l Flasche gebracht, damit ich mich selbst bedienen konnte. Tatsächlich habe ich als Schwangere immer das Gefühl gehabt, ich wurde ganz besonders umsorgt und habe auch die Plätze mit mehr Beinfreiheit bekommen.

Viel Bewegung hat man in dem engen Flugzeug ja nicht, aber ich bin auf den Langstreckenflügen in der 3. Schwangerschaft trotzdem die Gänge rauf und runter gelaufen. Auch wichtig für mich: Kompressionsstrümpfe. Die habe ich vom Gynäkologen verschrieben bekommen und  wirklich viel getragen.
Und ja, eine Reiserücktrittsversicherung ist Goldwert. Ich musste eine Reise wegen Hyperemesis Gravidarum tatsächlich stornieren, es ging einfach nicht, und da war ich froh, dass die Versicherung eingesprungen ist.

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Bildquelle: Getty Images/Liderina

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