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Fliegen in der Schwangerschaft: Das müst ihr vor Urlaubsantritt wissen

Die Lust auf Urlaub ist groß, aber du bist gerade schwanger. Da steht die Frage: "Darf ich in der Schwangerschaft fliegen?" natürlich im Raum. In welcher Schwangerschaftsphase du unbesorgt ins Flugzeug steigen kannst und was du beim Fliegen in der Schwangerschaft beachten solltest.

Bis zu welcher Schwangerschaftswoche darf ich fliegen?

Besteht eine Schwangerschaft ohne Komplikationen, kannst du im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel ohne Bedenken ins Flugzeug steigen. Danach wird es ein bisschen schwieriger, denn viele Fluggesellschaften verlangen später eine ärztliche Bescheinigung, die deine Flugtauglichkeit bestätigt. Ab welcher SSW diese Bescheinigung notwendig ist, hängt von der Airline ab, bei einigen Linien ist es schon die 27. SSW, bei den meisten die 32. bis 36. SSW.

Die beste Zeit für eine Reise ist die 14. bis 27. Schwangerschaftswoche. Da ist der Babybauch noch nicht so groß und an die Geburt noch nicht zu denken. Du kannst dich noch gut bewegen und fühlst dich vom Bauch noch nicht so eingeengt in den Flugzeugsitzen. Natürlich solltest du immer die Fluglänge bedenken, irgendwann wird es einfach immer unbequem. Aber das wäre es dann vielleicht auch ohne Babybauch.

Wenn du in den Urlaub fliegst, bedenke bei der Reiseplanung auch unbedingt die Bedingungen am Zielort. Ist im Notfall die gesundheitliche Versorgung gewährleistet? Sind Kliniken gut erreichbar? Treten eventuell Sprachbarrieren auf? Diese Punkte sind auch sonst nicht unwichtig, mit Babybauch bekommt die medizinische Versorgung im Notfall aber noch mal eine ganz andere Bedeutung. Denn auch wenn du sie hoffentlich nie in Anspruch nehmen musst, es beruhigt den Kopf ungemein zu wissen: Hilfe wäre im Notfall vorhanden.

Andrea Zschocher

Hochschwanger im Urlaub

Ich bin tatsächlich noch hochschwanger viel unterwegs gewesen, dann allerdings nicht mehr mit dem Flugzeug, sondern mit dem Auto und der Bahn. Es gab eine im Nachhinein doch recht besorgniserregende Situation und da war ich so froh, dass ich einfach ins nächste Krankenhaus gehen und das abklären lassen konnte. Tatsächlich kreisten die Gedanken schon um die Frage: Was, wenn ich jetzt hier mein Baby bekomme? Wir konnten dann aber doch die Heimreise (mit vielen Autopausen) antreten, aber seitdem weiß ich medizinische Versorgung nochmal sehr viel mehr zu schätzen.

Schwanger fliegen: Checkliste

  • Reiserücktritts- und Auslandskrankenversicherung: Frag bei Abschluss explizit nach, ob Kosten, die durch eine Schwangerschaft entstehen auch abgedeckt sind, denn viele Versicherer schließen dies aus.
  • Medizinische Versorgung am Zielort: Wie weit ist eine Klinik entfernt und wie steht es mit sprachlichen Barrieren?
  • Gibt es bei der Airline bestimmte Beförderungsbedingungen?
  • Gibt es im Reiseland bestimmte Einreisebedingungen für Schwangere?
  • Ist in der Reiseapotheke alles enthalten, was nötig ist?
  • Hast du den Mutterpass (und am besten noch eine Kopie) eingepackt?

Fliegen in der Schwangerschaft: Das sind die Risiken

Generell gilt: Bitte vor der Reise deine Gynäkologin um ihre Einschätzung, ob und welche Risiken bei dir persönlich vorliegen könnten oder ob du bedenkenlos fliegen kannst. Manche Schwangere machen sich Sorgen um Themen wie Sauerstoffmangel, Strahlung und Co.

Diese Risiken gibt es wirklich beim Fliegen mit Babybauch und darum solltest du nicht in Panik verfallen:

Fliegen in der Schwangerschaft: Gibt es eine erhöhte Thrombosegefahr?

Ja, die gibt es. Das Thromboserisiko ist für Schwangere beim Fliegen erhöht, weswegen du vorbeugend Kompressionsstrümpfe tragen solltest. Achte bei der Buchung außerdem darauf, einen Platz mit mehr Beinfreiheit zu bekommen und trinke während des Fluges ausreichend.

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Schadet der geringere Sauerstoffgehalt im Flieger dem Baby?

Immer wieder hört man, dass der geringere Sauerstoffgehalt der Luft im Flugzeug dem Baby schaden kann und dies in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten das Risiko einer Fehlgeburt erhöht. Das stimmt aber nicht ganz.

Obwohl der Sauerstoffgehalt der Luft niedriger als normal ist, hat das in der Regel keine Auswirkungen auf das ungeborene Kind. Zu diesem Ergebnis kommt Ricarda Huch, ehemalige Professorin für Gynäkologie an der Universität Zürich in ihrer Studie aus dem Jahr 2001. Sie schickte Schwangere auf die Reise und überwachte während der Flüge die Herzfrequenz der Babys. Dabei fand sie keine Anzeichen für einen Sauerstoffmangel.

Achtung: Dies gilt nur für eine normale, komplikationslose Schwangerschaft. Besteht bereits eine Unterversorgung des Kindes, kann die Flugsituation diese noch zusätzlich verschlechtern. Deswegen gilt der Grundsatz: Jede Flugreise sollte im Vorfeld mit dem Gynäkologen oder der Gynäkologin abgesprochen sein.

Ist die Strahlung im Flugzeug schlecht fürs Baby?

Im Flugzeug, so heißt es, ist die Strahlungsbelastung höher als am Boden und das kann dem Baby schaden. Aber auch hier kann Ricarda Huch beruhigen: Selbst wenn man täglich fliegen würde, wäre die Strahlenbelastung nur um die Hälfte höher als am Boden. Ein einzelner Flug macht hier nur einen Bruchteil aus. Außerdem variiert die Strahlendosis am Boden regional so stark, dass sie im Zweifel sogar höher sein kann als über den Wolken.

Fliegen in der Schwangerschaft: Unsere Erfahrungen

Charoline Bauer

Völlig problemlos

Ich bin in meiner ersten Schwangerschaft mehrfach und in verschiedenen Stadien der Schwangerschaft geflogen und hatte tatsächlich nie Probleme. Selbst im ersten Trimester in dem ich mit Übelkeit zu kämpfen hatte (allerdings moderat), wurde diese durchs Fliegen nicht verstärkt. Zum letzten Mal saß ich Ende des zweiten Schwangerschaftsdrittels im Flugzeug und auch hier habe ich, außer dass ich mehr Gurt brauchte, keinen Unterschied zu früher bemerkt. Ich bin jedoch immer nur Kurzstrecke von maximal 3 Stunden geflogen, kann also nichts zu Langstreckenflügen in der Schwangerschaft sagen.

Andrea Zschocher

Schwanger auf Kurz- und Langstreckenflügen

Ich bin sowohl am Anfang einer Schwangerschaft geflogen als auch ziemlich am Ende. Beides war nicht wirklich toll. Das liegt aber auch immer daran, wie es einem selbst in der Schwangerschaft geht. Ich hatte in all meinen Schwangerschaften mit Hyperemesis Gravidarum zu kämpfen, das macht so einen Flug schon eher unangenehm. Spucktüten waren also bei mir Pflicht, genauso wie starke Nerven meines Mannes, der mich vor den neugierigen Blicken und besorgten Nachfragen abschirmen musste.

Mir hat es geholfen, viel Wasser zu trinken, das Bordpersonal war da immer aufmerksam und hat mir oft nach dem Start eine 1,5 l Flasche gebracht, damit ich mich selbst bedienen konnte. Tatsächlich habe ich als Schwangere immer das Gefühl gehabt, ich wurde ganz besonders umsorgt und habe auch die Plätze mit mehr Beinfreiheit bekommen.

Viel Bewegung hat man in dem engen Flugzeug ja nicht, aber ich bin auf den Langstreckenflügen in der 3. Schwangerschaft trotzdem die Gänge rauf und runter gelaufen. Auch wichtig für mich: Kompressionsstrümpfe. Die habe ich vom Gynäkologen verschrieben bekommen und wirklich viel getragen.
Und ja, eine Reiserücktrittsversicherung ist goldwert. Ich musste eine Reise wegen Hyperemesis Gravidarum tatsächlich stornieren, es ging einfach nicht, und da war ich froh, dass die Versicherung eingesprungen ist.

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Bildquelle: Getty Images/iStock / Getty Images Plus / Anna Bortnikova

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