Was du über Plazenta praevia wissen solltest

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Was du über Plazenta praevia wissen solltest

Bei der Plazenta praevia liegt der Mutterkuchen zwischen Baby und Zervix. So “versperrt” er deinem Baby den Weg in den Geburtskanal, ist empfindlicher für Blutungen und kann sich leichter ablösen. In vielen Fällen verschiebt sich die Plazenta praevia während der Schwangerschaft wieder, in anderen kann eine Geburt per Kaiserschnitt Komplikationen für Mutter und Baby oft verhindern.

Eine tiefliegende Plazenta platziert sich oft von allein wieder, bevor die Geburt deines Babys ansteht.

Die Plazenta ist für ein wichtiges Organ: Sie sorgt unter anderem dafür, dass dein Baby mit Sauerstoff, Vitaminen und allen nötigen Nährstoffen versorgt wird. Plazenta-Gewebe entsteht, sobald sich die befruchtete Eizelle in deiner Gebärmutter eingenistet hat und dockt meist seitlich oder an der oberen Gebärmutterwand an. Soweit zur Theorie: Die Diagnose Plazenta praevia und der Gedanke, dass deine Plazenta deinen Gebärmutterhals verschließt, kann ganz schön verunsichern und wirft die Frage auf, was genau das für dich und dein Baby bedeutet.

Was ist Plazenta praevia?

In der Ultraschalluntersuchung zwischen der 8. und 12. Schwangerschaftswoche wird die Lage der Plazenta untersucht, um unter anderem eine Plazenta praevia auszuschließen. Diese ist relativ selten und tritt in etwa 1 von 200 Schwangerschaften auf. Dabei bedeutet die Diagnose nicht zwingend, dass du im weiteren Verlauf deiner Schwangerschaft mit Komplikationen rechnen musst: In der Mehrzahl der Fälle verschiebt sich die Plazenta mit dem Wachstum der Gebärmutter von alleine, besonders, wenn es keine Mehrlingsschwangerschaft ist: So lösten sich einer Studie zufolge hier 85 % der totalen Plazenta praevia Fälle und 98 % der partiellen (siehe unten) von allein.

Ist Plazenta praevia gefährlich für’s Baby?

Je mehr Gewebe der Plazenta den Muttermund verdeckt, umso wahrscheinlicher ist es, dass Blutungen in der Schwangerschaft auftreten. Diese sind in der Regel schmerzfrei, sehr starke Blutungen können aber sehr gefährlich für dich werden und sind ein Notfall, der nur mit einer schnellen Entbindung per Kaiserschnitt und Transfusionen behandelt werden kann. Blutungen durch Plazenta praevia sind in der Regel für dein Baby nicht gefährlich, eine Frühgeburt kann jedoch gewisse Risiken mit sich ziehen.

Welche Arten von Plazenta praevia gibt es?

Der lateinische Begriff Placenta praevia heißt übersetzt vorliegende Plazenta und beschreibt ihre Lage vor dem Muttermund, also im unteren Bereich der Gebärmutter. Dabei verschließt sie diesen selten komplett, häufig liegt sie nur über einem Teilbereich. Je nach Höhe und Lage der Plazenta wird zwischen den Folgen Arten unterschieden:

  • Placenta praevia totalis: Der innere Muttermund ist durch eine breite Schicht Plazenta-Gewebe komplett verdeckt.
  • Placenta praevia partialis: Die Plazenta bedeckt den Muttermund nur teilweise.
  • Placenta praevia marginalis: Die Plazenta liegt nahe am Rand des Muttermundes.

Was sind die Ursachen von Plazenta praevia?

Es gibt keine klare Ursache für eine tiefliegende Plazenta, allerdings gibt es Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Plazenta praevia erhöhen:

  • Mehrlingsschwangerschaften
  • künstliche Befruchtung
  • vorheriger Kaiserschnitt (je öfter, desto höher)
  • vorherige Operationen an der Gebärmutter
  • Anomalien der Gebärmutter
  • Rauchen
  • Alter der Mutter (ab 35 Jahren erhöhtes Risiko)

Was sind die Symptome von Plazenta praevia?

Auch wenn vor der ärztlichen Untersuchung und Diagnose nicht immer Anzeichen auftreten, sind im weiteren Verlauf der Schwangerschaft die folgenden Symptome sehr häufig:

  • schmerzfreie Blutungen: Für die Mehrzahl der Blutungen im dritten Trimester ist eine Plazenta praevia verantwortlich, ab der 20. Schwangerschaftswoche ist sie eine wahrscheinliche Ursache. Bei vielen Mamas deuten sie bereits vor dem ersten Ultraschall auf eine Plazenta praevia hin.
  • vorzeitige Wehen: Auch wenn sie kein sicheres Anzeichen für Plazenta praevia sind, sind sie eine häufige Begleiterscheinung für Mamas.

Nicht selten haben Mamas mit der Plazenta praevia bereits in der Frühschwangerschaft Blutungen und suchen ihre Gynäkologin noch vor dem nächsten Routine-Ultraschall auf. Dabei deuten besonders hellrote Blutungen auf frisches Blut aus nah liegendem Gewebe und somit auf eine tiefliegende Plazenta hin.

Wie wird Plazenta praevia behandelt?

Leider gibt es keine Medikamente oder Behandlung für Plazenta praevia. In der Regel wird deine Frauenärztin dich gut überwachen und durch häufige Ultraschalluntersuchungen überprüfen, ob sich die Plazenta noch verschiebt. Vaginale (Kontroll-)untersuchungen des Zervix können schnell zu Blutungen führen, weshalb sie in der Regel bei Plazenta praevia nicht durchgeführt werden. Dazu werden die folgenden Maßnahmen der körperlichen Schonung empfohlen:

  • kein Sex während der Schwangerschaft
  • wenig und nur sehr leichter Sport
  • viel Ruhe und Entspannung
  • gesunde Lebensweise

Bei leichten Blutungen reicht meist eine Bettruhe bis zum Geburtstermin aus, ab der 36. Schwangerschaftswoche ist häufig ein Kaiserschnitt die beste Möglichkeit, spätere Komplikationen auszuschließen.

Muss bei Plazenta praevia ein Kaiserschnitt durchgeführt werden?

Nicht immer, wenn die Plazenta wenig vom Zervix verdeckt, kann eine vaginale Geburt eine Möglichkeit sein. In den meisten Fällen birgt ein geplanter Kaiserschnitt aber die wenigsten Risiken. Wichtig ist, dass durch regelmäßige Untersuchungen die Plazenta praevia vor der Geburt erkannt wird, sodass die behandelnden Ärzte starke Blutungen vor und während der Geburt einplanen und rasch handeln können. Bei schweren Fällen kann dein Arzt einen vorzeitigen Kaiserschnitt zum frühestmöglichen Termin in Erwägung ziehen.

Quellen:
Placenta praevia
Placenta previa in the second trimester: sonographic and clinical factors associated with its resolution

Bildquelle: Getty Images

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