Und täglich grüßt die Schwangerschaftsübelkeit

Man, ist mir schlecht! Denken Sie das auch jeden Morgen? Dann sind Sie nicht allein, denn fast 75 Prozent aller Schwangeren haben mit Morgenübelkeit zu kämpfen. Aber warum ist das so und vor allem: Was hilft wirklich?


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Über zwei Drittel aller Schwangeren haben zu Beginn der Schwangerschaft mit Übelkeit zu kämpfen. Wie oft und wie lange die Schwangerschaftsübelkeit andauert, ist unterschiedlich. Manchen Frauen ist nur morgens beim Aufstehen flau im Magen, andere ertragen den Geruch von Grillfleisch oder Kaffee plötzlich nicht mehr oder müssen das Zähnputzen unterbrechen.

Das hilft bei Schwangerschaftsübelkeit

Ständige Übelkeit: Die ersten Wochen der Schwangerschaft können hart sein


© iStock
Warum drei von vier Schwangeren in den ersten drei Monaten unter dieser Übelkeit leiden, ist Forschern zum größten Teil noch ein Rätsel. Wissenschaftler vermuten, dass die Hormone in der Schwangerschaft der Auslöser sind, vor allem das Hormon Choriongonadotropin (hCG).

Denn: Je höher die hCG-Konzentration, desto häufiger wird den werdenden Müttern übel. Da zwischen der 12. SSW und der 18. SSW der hCG-Spiegel wieder absinkt, hört auch die Schwangerschaftsübelkeit so plötzlich auf, wie sie gekommen ist. 
Abneigung gegen bestimmte Speisen
Welchen Sinn die Schwangerschaftsübelkeit hat, kann die Wissenschaft bislang nur vermuten. Nach einer internationalen Studie der amerikanischen Cornell-Universität ist es wahrscheinlich, dass Übelkeit und Abneigung gegen bestimmte Speisen den Embryo schützen sollen. Während dieser Zeit werden die Anlagen für die Organe gebildet und das ungeborene Kind ist besonders empfindlich.

Die Forscher fanden heraus, dass die Meisten Frauen instinktiv Fleisch und andere tierische Produkte ablehnten. Lebensmittel also, die leicht mit Krankheitserregern kontaminiert sein können und deshalb für das Kind gefährlich sind. Da überrascht es nicht, dass in Kulturen, die vorwiegend vegetarisch leben, Schwangerschaftsübelkeit nahezu unbekannt ist.

Versuchen Sie dennoch auf eine ausgewogenen Ernährung in der Schwangerschaft zu achten. Denn gerade in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen ist der Embryo in einer  empfindlichen Entwicklungsphase und sehr anfällig für Störungen. Unterstützen Sie Ihr Baby schon jetzt beim Wachsen. Zum Beispiel in dem Sie genügend Folsäure zu sich nehmen. Ein Mangel an dem wichtigen Vitamin kann beim Embryo einen "offenen Rücken" verursachen.

Eine weitere interessante Tatsache: Schwangerschaftsübelkeit ist "vererbbar". Wenn Ihre Mutter während der Schwangerschaft an Übelkeit litt, sind die Weichen gestellt, dass es Ihnen ebenso geht.
Auch die Seele kann auf den Magen schlagen ...
Auch die Psyche kann ein Grund sein, warum uns plötzlich schlecht wird. Obwohl sich die meisten Frauen auf ihr Baby freuen, bereitet der Gedanke, bald Mutter zu sein, auch Sorgen. Und die schlagen auf den Magen.

Neben allen unappetitlichen Begleiterscheinungen hat die Schwangerschaftsübelkeit aber auch ein Gutes, trösten die Forscher: Dem Baby geht es prima. Laut der Cornell-Studie steigt bei Frauen, die unter der Übelkeit leiden, deutlich die Wahrscheinlichkeit, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen. Doch auch, wenn Sie zu den 25 Prozent der Frauen gehören, denen es während der ersten drei Monate absolut glänzend geht, sollten Sie sich keine unnötigen Gedanken machen. So wie manche Frauen ihre Periode gar nicht spüren, während andere sich am liebsten jedes Mal krankmelden würden, ist eben auch jede Schwangerschaft anders.

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Das hilft gegen Übelkeit in der Schwangerschaft

➤ Der richtige Start in den Tag
Morgens noch vor dem Aufstehen im Bett lauwarmen Tee trinken und Kekse, Zwieback oder trockenes Brot knabbern hebt den Blutzucker und bringt den Kreislauf in Schwung. Das kann gegen die lästige Morgenübelkeit helfen.

Viele kleine Mahlzeiten
Statt drei großen Mahlzeiten - morgens, mittags, abends - sollten Sie lieber mehrere kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen. Diese werden jetzt besser vertragen als ein großes Menü. Allgemein sollten Sie jetzt das essen, worauf Sie Appetit haben und was Ihnen bekommt. Verzichten Sie jedoch weitgehend auf fettige oder scharf gewürzte Speisen.

Immer einen Snack zur Hand haben
Vielen Schwangeren hilft es, regelmäßig kleine Snacks zu essen. Geeignete Snacks sind zum Beispiel Zwieback, rohe Haferflocken, Nüsse oder auch Obst, wie Bananen. Das bindet die Magensäure und hilft gegen die Übelkeit. Gegen den komischen Geschmack im Mund helfen unterwegs Bonbons und Kaugummis.

Lauwarmen Tee trinken
Kamille- oder Pfefferminztee können das flaue Gefühl im Magen ebenfalls lindern. Ingwer beruhigt
Ingwer ist ein bekanntes Hausmittel gegen Übelkeit, das auch in der Schwangerschaft Erleichterung verschaffen kann. Wie Sie den Ingwer zu sich nehmen, ist dabei ganz egal:  Tee, Bonbons, kandierter Ingwer oder pur. In der Apotheke gibt es auch Ingwer-Kapseln. Fragen Sie Ihren Apotheker, welche Produkte er Ihnen empfehlen kann. Aber Achtung: Ingwer steht in Verdacht wehenauslösend zu wirken und sollte daher nur in Maßen genossen werden, insbesondere im dritten Trimeon.

➤ Frische Luft und Bewegung
Oft können auch frische Luft und ein kleiner Spaziergang bei Übelkeitswellen helfen.

➤ Akupunktur und Akupressur
Bei Akupunktur lässt die Schwangerschaftsübelkeit mitunter schon nach den ersten Stichen nach. Immer mehr Hebammen beherrschen diese Kunst. Und viele Kassen übernehmen während der Schwangerschaft die Kosten. Eine andere Variante ist die Akupressur. In der traditionellen chinesischen Medizin geht man davon aus, dass der Druck und die Massage bestimmter Punkte des Körpers bei Beschwerden helfen können. Der so genannte Nei-Kuan-Punkt befindet sich am Handgelenk und soll zum Beispiel gegen Übelkeit helfen. In der Apotheke gibt es spezielle Akupressur-Armbänder, die dauerhaft Druck auf diesen Punkt ausüben (siehe: Sea-Band)

➤ Viel trinken
Und wenn gar nichts hilft: Viel trinken, am besten Wasser, Schorlen, Früchte- oder Kräutertees. Beim Erbrechen verliert der Körper viel Flüssigkeit. Wasserhaltige Früchte wie Trauben und Melone sind eine gute Alternative.

Extreme Schwangerschaftsübelkeit: Hyperemesis gravidarum


Leider gibt es auch die Fälle, in denen diese Tipps gar nicht helfen. Etwa ein bis drei Prozent der Schwangeren leiden unter der extremen Form der Schwangerschaftsübelkeit. Mediziner sprechen in dem Fall von hyperemesis gravidarum. Prominente Vertreterin ist die britische Herzogin Kate, die in allen drei Schwangerschaften darunter litt.

Die Betroffenen erbrechen sich mehr als fünf Mal am Tag und können kaum etwas bei sich behalten. Oftmals verlieren sie stark an Körpergewicht und leiden früher oder später unter Kreislaufschwäche. Die schwere Form der Schwangerschaftsübelkeit muss unbedingt professionell behandelt werden, da der Leidensdruck der betroffenen Frauen von Tag zu Tag wächst. Zudem besteht das Risiko der Dehydrierung, was sowohl für die Mutter als auch für das Kind gefährlich werden kann.

Der erste Gang sollte - wie bei allen Beschwerden in der Schwangerschaft - zum Frauenarzt führen, der bestimmte Medikamente verschreiben kann. Helfen diese nicht oder ist der körperliche Zustand der Mutter schon besorgniserregend, hilft nur noch eine stationäre Behandlung im Krankenhaus. Dort wird die Übelkeit behandelt und die Mutter intravenös mit Flüssigkeit, Vitaminen und Elektrolyten versorgt.

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