Wehen: vom ersten Ziehen bis zur Nachgeburt

Vor allem wenn Frauen zum ersten Mal schwanger sind, haben Sie große Bedenken vor den Wehen. Wie starkt werden die Schmerzen wirklich? Wir haben für Sie die wichtigsten Fakten  zusammengestellt, um die Angst zu nehmen. Denn für die Geburt sind Wehen absolut notwendig.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden



Fakten über Wehen

Die Devise: Der Geburt gelassen entgegen sehen!


© Thinkstock
Wie gut sich der weibliche Körper auf die Schwangerschaft einstellen kann ist immer wieder erstaunlich. Der Hormonhaushalt ändert sich und passt sich der neuen Situation an, der Körper produziert mehr Blut, um das Baby ausreichend zu versorgen und selbst die Wirbelsäule ist bei Frauen anders aufgebaut, um das zusätzliche Gewicht tragen zu können. Eigentlich ebenso erstaunlich, aber von den meisten Frauen gefürchtet, sind die Wehen.

Wodurch genau die Wehen ausgelöst werden, ist nach wie vor noch nicht ganz geklärt. Klar ist, dass die Wehenschmerzen dadurch entstehen, dass sich die Muskelfasern der Gebärmutter zusammenziehen beziehungsweiße, wenn der Muttermund sich öffnet. Wehenschmerzen sind also in erster Linie Dehnungsschmerzen, ausgehend vom Gebärmutterhals und dem angrenzenden Gewebe.

Diese stoßartige Kontraktion der Gebärmutter ist entscheidend für die Geburt. Während der verschiedenen Phasen schieben die Wehen das Baby immer tiefer in den Geburtskanal und in der sogenannten Austreibungsphase ganz aus der Scheide. Deshalb werden die Wehen immer heftiger, je weiter die Geburt fortgeschritten ist.

Natürlich sind Wehen eine individuelle Angelegenheit und wie stark der Schmerz ist, hängt vom Geburtsverlauf ab. Aber: die Art und Weise, wie Gebärende den Wehenschmerz erleben, ist zum Teil erblich bedingt. Vielleicht fragen Sie ja ihre Mutter, Schwester oder Tante, wie die Geburt bei ihnen war.

Übungswehen: Erste Vorbereitung auf die Geburt


Spüren Sie schon um die 30. SSW ein leichtes ziehen im Bauch, dann muss Sie das nicht beunruhigen. Das ist für jede Schwangerschaft normal. Mit diesen sogenannten Übungswehen trainiert die Gebärmutter quasi, sich anzuspannen. Es sind die ersten Vorbereitungen auf die Geburt. Übungswehen machen sich wie gesagt durch ein leichtes Ziehen am seitlichen Bauch bemerkbar. Auch die Bauchdecke wird kurz hart.


Geburtstermin berechnen: So geht es

Ab etwa der 35. SSW können dann die ersten Senkwehen einsetzten, die das Kind tiefer in das Becken hineindrücken. Sie kommen in unregelmäßigen Abständen und versetzen Ihnen leichte Schmerzen im Rücken. Vor allem Frauen, die zum ersten Mal schwanger sind, können die Senkwehen zum Teil sehr heftig erleben.

Das Positive: durch die Kontraktion wird die Gebärmutter wieder nach unten gedrückt. Das heißt, Magen und Lunge haben endlich wieder mehr Platz. Für Schwangere bedeutet das eine große Entlastung. Denn das Baby ist zu diesem Zeitpunkt bereits so groß, dass die umliegenden Organe von der Gebärmutter zurückgedrängt werden.

Aber auch bei den Senkwehen müssen Sie keine Angst haben, dass sie den Muttermund öffnen. Verläuft Ihre Schwangerschaft normal, setzten die Eröffnungswehen frühestens ab der 37. SSW, meist aber erst ab der 39. oder 40. SSW ein.
Echte Wehen erkennen
Wie kann ich die echten Wehen erkennen? Eine Frage, die vor allem Erstgebärende nervös macht. Echte Wehen können sich zunächst recht ähnlich anfühlen wie die Senkwehen, ABER es gibt ein paar deutliche Unterscheidungsmerkmale, anhand derer Sie echte Wehen erkennen können. Meist empfinden werdenden Mütter bei den echten Wehen ein starkes Ziehen im gesamten Unterleib, vor allem in der Scheidenregion. Das Gefühl lässt sich wohl am besten mit starken Krämpfen vergleichen. Bei einigen Frauen strahlen die Schmerzen auch in Bauch, Rücken und Oberschenkel aus. Achten Sie unbedingt darauf, wie lange die Abstände zwischen den einzelnen Kontraktionen der Gebärmutter sind: 

➤ Werden die Abstände immer kürzer?
➤ Kommen die Wehen regelmäßig?
➤ Dauern die Wehen zwischen 30 und 60 Sekunden?
➤ Wird der Schmerz heftiger?

Wenn Sie diese Fragen mit "Ja" beantworten können, dann ist es ein gutes Zeichen, dass es jetzt losgeht. Meist setzen die Wehen übrigens unmittelbar mit dem Blasensprung ein, also wenn sich die Fruchtblase öffnet und Fruchtwasser abgeht. Sie sollten sich jetzt auf den Weg in die Klinik machen.

Grundsätzlich lässt sich eine Geburt in verschiedene Wehenphasen unterteilen. Nach den eben beschriebenen Eröffnungswehen setzen die Austreibungswehen ein. Die Presswehen sind die heftigsten Wehen. Sie drücken das Baby durch den letzten Teil des Geburtskanals. Mit den Nachgeburtswehen wird die Plazenta von der Gebärmutterwand gelöst.

Verschiedene Wehenphasen der Geburt
  • 1 / 4
    Eröffnungswehen

    Die Eröffnungswehen leiten die Geburt ein. Der Muttermund öffnet sich (ca. 10 cm), der Gebärmutterhals verkürzt sich und das Baby rutscht tiefer in den Geburtskanal. Sie kommen etwa alle 5 bis 20 Minuten und dauern jeweils etwa 30 bis 60 Sekunden.

  • 2 / 4
    Austreibungswehen

    In dieser Phase der Geburt sind die Wehen deutlich heftiger. Der Druck auf die Gebärmutter steigt enorm. Die Wehen kommen alle 4 bis 10 Minuten. Bei Erstgebärenden kann diese Phase bis zu eine Stunde dauern.

  • 3 / 4
    Presswehen

    Die Presswehen gehören eigentlich noch zu den Austreibungswehen, setzen aber erst gegen Ende der Geburt ein. Sie sind der schmerzliche Höhepunkt. Sie werden häufig als enormer Druck auf den Darm wahrgenommen. Jetzt geht es nur noch im Millimeterschritt voran, das Baby wird durch den letzten Teil des Geburtskanals geschoben. Arbeitet die werdende Mutter aktiv mit, verkürzt sich diese Phase.

  • 4 / 4
    Nachgeburtswehen

    Auch wenn das Baby schon auf der Welt ist, kommen noch einmal Wehen. Die Nachgeburtswehen helfen dem Körper dabei, die Plazenta von der Gebärmutterwand zu lösen. Das gute, die Wehen kommen unregelmäßig und sind kaum schmerzhaft.





mehr zum Thema
Schwangerschaftswochen Mama
Artikel kommentieren
Login