Samenspender finden: Auf der Suche nach dem Richtigen

Es gibt viele Gründe, zur Zeugung eines Kindes auf einen Samenspender zurückzugreifen. Doch welche Möglichkeiten gibt es, einen passenden zu finden? Und wie viel erfährt man über den Mann?

Samenbank: Samenspender verhelfen Kinderlosen zum Wunschkind

Samenspender gesucht: Samenbanken prüfen Spender und untersuchen Spermien, bevor sie zum Einsatz kommen.


Ein Samenspender kann unterschiedlichen Menschen aus der Klemme helfen: Paaren, bei denen der Mann zeugungsunfähig ist, lesbische Paaren, die ohne Samenspende kein Kind bekommen können, oder Single-Frauen, die bei der Familienplanung nicht auf Mr. Right warten möchten, sondern lieber allein ein Kind bekommen wollen. Wie findet man einen Samenspender und worauf ist zu achten?

Samenbank, Freunde, Fremde: Verschiedene Optionen für Plan B

Es soll in Deutschland rund 100.00 Kinder geben, die durch eine Samenspende gezeugt wurden – jährlich kommen etwa 1.200 dazu. Während sie ursprünglich nur heterosexuellen Paaren halfen, bei denen es mit dem Kinderwunsch nicht klappte, gibt es inzwischen immer mehr Anbieter, die auch für lesbische Paare und für Single-Frauen da sind.

Die meisten Eltern kommen erst auf die Idee, einen Samenspender zu suchen, wenn andere Möglichkeiten ein Kind zu bekommen ausscheiden. Darum ist der Gedanke erst einmal fremd. Das Sperma eines anderen Mannes, seine Erbanlagen – an diese Vorstellung muss man sich erst einmal gewöhnen.

Dann sollte man sich überlegen, ob man auf eine anonyme Samenspende aus einer Samenbank setzt oder den Samenspender lieber selbst sucht, beispielsweise im Freundeskreis. Allerdings kann eine Samenspende wiederum eine so intime Angelegenheit sein – ob man da lieber auf ein bekanntes Gesicht setzt oder auf eine anonyme Spende, das ist ganz unterschiedlich.

Der umgekehrte Fall: eine Eizellenspende. Wie funktioniert‘s und was sollte man darüber wissen?

Samenspender aus der Samenbank

Für die donogene Insemination, wie die Befruchtung mit Spermien von einem Samenspender genannt wird, liefern Samenbanken das „Material“. Diese Samenbank sind nicht nur auf die Lagerung spezialisiert, sie überprüfen auch die Spermienqualität. Wie detailliert die Gesundheit des Erbmaterials untersucht wird, unterscheidet sich von Bank zu Bank.

Die Ansprüche der Samenbanken an ihre Spender sind jedoch hoch, körperliche und psychische Gesundheit werden ebenso geprüft wie das Alter, bei dem es im Interesse der Spermiengesundheit eine Obergrenze von 38 Jahren gibt. Übrigens werden Samenspenden in Deutschland zunächst sechs Monate eingefroren, bevor sie verwendet werden, um mögliche Gesundheitsschäden des Spenders, die nicht gleich klar waren, ausschließen zu können. So wird beispielsweise nach sechs Monaten ein erneuter HIV-Test durchgeführt.

Samenspender aussuchen

Es hängt von den einzelnen Samenbanken ab, wie detailliert der Auswahlprozess ablaufen kann. Oft ist es möglich, anhand von Größe, Abstammung, Blutgruppe, Haar- und Augenfarbe, Gewicht und Körpergröße, Beruf und Hobbys einen gewissen Einfluss auf das geplante Wunschkind zu nehmen.

Ein Foto des Samenspenders anzuschauen ist bei deutschen Samenbanken nicht möglich. Allerdings bieten einige ausländische Anbieter, beispielsweise in den USA, Matching-Verfahren an, bei denen die Gesichtszüge des Samenspenders mit denen des zeugungsunfähigen Mannes oder der biologischen Mutter abgeglichen werden, damit sich mit größerer Wahrscheinlichkeit eine gewisse Ähnlichkeit ergibt.

Manche wenden sich auch an ausländische Samenbanken, weil einige das Sperma direkt nach Hause schicken, sodass eine Selbstinsemination möglich ist – dazu später mehr. Die meisten Samenbanken verschicken ihr kostbares Gut nur an Arztpraxen und Kliniken, wo dann die Insemination vorgenommen wird.

Linktipp: Samenbanken auch für Single-Frauen und lesbische Paare

Kosten: Wer bezahlt die donogene Insemination?

Die Krankenkassen bezahlen weder Spendersamen noch Insemination. Sollte mehr als ein Anlauf nötig sein, kommen schnell mehrere tausend Euro zusammen. Sind womöglich noch Auslandsreisen und Hotelaufenthalte notwendig, wird es entsprechend noch teurer.

Die Kosten sind sicher auch ein Grund dafür, warum manche sich für einen privaten Spender sowie für die Selbstinsemination entscheiden.

DIY: Ein Kind vom selbstgesuchten Samenspender

Manche mögen den Gedanken an eine Insemination in der Arztpraxis nicht, andere hätten lieber einen Samenspender, den sie kennen. Und die Kosten können natürlich auch eine Rolle spielen.

Wer sich selbst einen Spender sucht, der muss sich größtenteils auf seinen gesunden Menschenverstand verlassen und Vertrauen aufbringen – und möglicherweise ein Gesundheitszeugnis verlangen: Da die Samenbank den Spender nicht checkt, musst du es sozusagen selbst tun, um mögliche Gesundheitsrisiken für Mutter und Kind auszuschließen und günstige Erbanlagen zu bekommen. Dies ist ohnehin nicht einfach, aber wer sich beispielsweise per Inserat einen fremden Samenspender selbst sucht, weiß oft nicht, wie es um die Gesundheit des Spenders und die Qualität seiner Spermien steht – das kann also riskant sein.

Wenn dir gefällt, was du siehst und erzählt bekommst, dann hast du die Wahl: Entweder kannst du dir eine Samenspende geben lassen (so frisch wie möglich) und eine Heiminsemination durchführen. Entsprechende Inseminationskits kannst du auch online kaufen. Oder aber du zeugst das Wunschkind auf natürlichem Wege, indem du Sex mit dem Spender hast – wenn die Umstände dafür passen und alle Beteiligten sich einig sind.

Ein weiterer Nachteil des DIY-Verfahrens: Wenn du es ohne ärztliche Unterstützung probierst, musst du selbst deine fruchtbaren Tage bestimmen, damit du es – per Insemination oder Sex – genau dann probierst, wenn die Chancen besonders gut stehen.

Was du ebenfalls vorab bedenken und offen besprechen solltest: Wenn dein Samenspender beispielsweise aus deinem Freundeskreis stammt, wird er dem Kind später begegnen. Wie wollt ihr damit umgehen? Und ist geklärt, ob es Kontakt zum Kind geben darf? Jemand, der dich kennt, hat möglicherweise andere Erwartungen als ein anonymer Samenspender. Vielleicht von vornherein, vielleicht auch erst später. Gut, wenn man rechtzeitig darüber redet.

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