Der Fundusstand: Babyglück nach Maß

Baby und Bauch wachsen

Der Fundusstand: Babyglück nach Maß

Jetzt wird Hand angelegt. Mit den Fingern kann die Hebamme den Fundusstand ertasten und daran deine SSW bestimmen. Wir erklären, was genau sie dafür misst und warum der Fundusstand für deine Schwangerschaft so wichtig ist.

Früher galt der Fundusstand als wichtigster Indikator für die Schwangerschaft. In welcher Woche du bist und ob es dem Baby gut geht, kann eine geübte Hebamme daran ablesen. Heute bietet der Ultraschall allerdings viel bessere Möglichkeiten, in der Gebärmutter nach dem Rechten zu sehen. Trotzdem ertastet die Hebamme nach wie vor bei jeder Vorsorgeuntersuchung den Fundusstand und trägt ihn in deinen Mutterpass ein.

Aber was genau wird beim Fundusstand abgemessen?

Als Fundusstand bezeichnet man den Abstand zwischen Schambein und dem oberen Rand der Gebärmutter. Gezählt wird in Querfingern. So lässt sich die Gebärmutter zu Beginn der Schwangerschaft etwa eine Hand breit unter dem Nabel ertasten. In der 24. SSW liegt der Fundusstand dann direkt in Höhe des Bauchnabels und wächst bis zur 36. Woche bis unter die Rippen.
Um den errechneten Geburtstermin, wenn der gesamte Bauch sich senkt, rutscht auch der Fundusstand wieder etwas nach unten. Für dich bedeutet das im wahrsten Sinne, dass du endlich wieder aufatmen kannst. Das Baby rutscht langsam in den Geburtskanal und drückt nicht mehr auf Lunge und Magen. Schwangerschaftsbeschwerden wie Kurzatmigkeit und Sodbrennen werden wieder weniger.

Der Fundusstand im Mutterpass

Der Fundusstand ist also wirklich ein guter Indikator für deine Schwangerschaft und ob sich das Baby gesund entwickelt. Ein Beispiel: Ist der Fundusstand schon ab der 20. SSW am Bauchnabel angekommen, ist er also schneller als üblich gewachsen, kann es sein, dass du Zwillinge bekommst. Die brauchen eben einfach schon früher mehr Platz in der Gebärmutter.
Und weil der Fundusstand für deine Schwangerschaft so wichtig ist, hat er auch einen populären Platz im Mutterpass. Im Gravidogramm, also quasi dem "Herz" des Mutterpasses, steht der Fundusstand direkt neben den Schwangerschaftswochen. Allerdings ist er – wie so vieles im Mutterpass – sehr kryptisch vermerkt. Hier steht etwa 2/S, N/0 oder Rb/3. Wir geben dir eine kleine Übersetzungshilfe.

Die Angaben zum Fundusstand richtig lesen

Die wichtigsten Punkte für den Fundusstand sind das Schambein (S) unten, der Nabel (N) in der Mitte und der Rippenbogen (Rb) oben. Wie bereits erwähnt, wird in Querfingern gemessen. Je nachdem wie weit deine Schwangerschaft schon ist, wird einer dieser Punkte als Bezugspunkt genommen.
In den ersten Schwangerschaftswochen ist die Gebärmutter noch kaum zu ertasten und liegt knapp über dem Schambein. Die Hebamme misst den Fundusstand also ausgehend vom Schambein. Trägt sie zum Beispiel 2/S in den Mutterpass ein, bedeutet das, sie hat die Gebärmutter zwei Finger breit über dem Schambein ertastet. N/0 steht für: Fundusstand liegt direkt am Bauchnabel. Gegen Ende der Schwangerschaft liegt der Fundusstand dann schon deutlich über dem Bauchnabel und Rb/3 bedeutet dementsprechend: Die Gebärmutter liegt drei Finger unter dem Rippenbogen. Hier noch einmal verschiedene Schwangerschaftswochen und der jeweilige Fundusstand im Überblick:

Fundusstand in verschiedenen Phasen der Schwangerschaft

Der Fundusstand in Querfingern

Angabe im Mutterpass SSW Lage in der Gebärmutter
S/0 12. SSW Gebärmutter am Schambein
2/S 16. SSW Gebärmutter 2 Querfinger über Schambein
N/3 20. SSW Gebärmutter 3 Querfinger unter Nabel
N/0 24. SSW Gebärmutter am Nabel
Rb/N 28. SSW Gebärmutter zwischen Rippenbogen u. Nabel
Rb/3 32. SSW Gebärmutter 3 Querfinger unter Rippen
Rb/0 36. SSW Gebärmutter am Rippenbogen
Rb/2 40. SSW Gebärmutter 2 Querfinger unter Rippen
Bildquelle: Getty Images, vision net ag

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