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Organscreening: Mit dem erweiterten Ultraschall Fehlbildungen frühzeitig entdecken

Organscreening: Mit dem erweiterten Ultraschall Fehlbildungen frühzeitig entdecken

Gut zu wissen!

Ein Organscreening, das zur Halbzeit der Schwangerschaft durchgeführt wird, kann Fehlbildungen des ungeborenen Babys frühzeitig ans Licht bringen. Das ist eine große Chance – kann eine Schwangere aber auch in Gewissenskonflikte stürzen. Alles, was ihr über den erweiterten Ultraschall wissen müsst.

Wann wird das Organscreening gemacht?

Drei Routine-Ultraschalluntersuchungen sind während der Schwangerschaft vorgesehen: Die erste findet gegen Ende des ersten Trimesters zwischen der neunten bis zwölften Schwangerschaftswoche (SSW) statt, die zweite zur "Halbzeit" der Schwangerschaft zwischen der 19. bis 22. SSW und die letzte im dritten Trimester zwischen der 29. und 32. SSW.

Statt des zweiten Basis-Ultraschalls können Schwangere seit 2013 einen erweiterten Ultraschall machen lassen. Dieser beinhaltet dann auch das Organscreening.

Was sind die Unterschiede zwischen Basis-Ultraschall und Organscreening?

Während beim Basis-Ultraschall nur ein paar routinemäßige Messungen und Überprüfungen durchgeführt werden, ist das Organscreening sehr viel genauer: Anhand von definierten Schnittebenen werden die einzelnen Organsysteme genau "unter die Lupe genommen": Kopf, zentrales Nervensystem, Thorax, Wirbelsäule, Bauchwand, innere Organe und Herz werden auf anatomische Auffälligkeiten kontrolliert.

Basis-Ultraschall Erweiterter Ultraschall mit Organscreening
Messung der Größe des Kopfes des Babys Überprüfung des Herzens: Sind alle vier Herzkammern zu sehen?
Messung der Größe des Bauches des Babys Überprüfung des Rückens auf Unregelmäßigkeiten
Messung der Länge der Oberschenkelknochen Kontrolle der vorderen Bauchdecke
Kontrolle der Position der Plazenta in der Gebärmutter Überprüfung des Gehirns: Ist das Kleinhirn zu sehen?
u.v.m.

Wie wichtig ist das Organscreening?

Etwa vier Prozent aller Babys kommen mit einer Fehlbildung zur Welt, ein Drittel davon mit einer schwerwiegenden, wie zum Beispiel einem Herzfehler. Bei einem Basis-Ultraschall werden diese oft nicht erkannt: Da die Ungeborenen über die Plazenta versorgt werden, zeigen sie noch keine Symptome.

Es kann aber lebensrettend für das Kind sein, wenn eine Fehlbildung frühzeitig entdeckt wird. Dann kann noch im Mutterleib oder direkt nach der Geburt reagiert und behandelt werden.

Aber: Ein Organscreening ist zwar sehr viel genauer als ein "normaler" Ultraschall, allerdings hat auch er nicht das Ziel, alle möglichen Fehlbildungen zu entdecken. Dafür gibt es die sogenannte Feindiagnostik. Diese wird Risikoschwangeren empfohlen. Oder wenn im Basis-Ultraschall oder beim Organscreening Auffälligkeiten aufgetaucht sind.

Wer führt das Organscreening durch?

Ein erweiterter Basis-Ultraschall darf nur von Frauenärzt*innen durchgeführt werden, die eine zusätzliche Prüfung – weitgehend den Anforderungen der DEGUM ("Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin") Stufe I entsprechend – abgelegt haben. Denn es ist äußerst schwierig, beispielsweise Herzfehler zu erkennen. Dazu braucht es viel Übung und Erfahrung. Auch spezielle Apparaturen sind notwendig. Deshalb bekommt ihr vielleicht auch eine Überweisung von eurer Gynäkolog*in zu einem geschulten Spezialisten, meist in einer Frauenklinik.

Sollte jede Schwangere ein Organscreening machen lassen?

Eines vorweg: Eine Stoffwechselstörung oder eine Chromosomenanomalie lässt sich über das Organscreening nicht erkennen. Aber: Es ist möglich, dass die Ärzt*innen dabei zum Beispiel bestimmte Hinweise auf eine Chromosomenstörung wie Trisomie 21 finden, da ein Symptom davon Herzfehler sind. Deshalb klärt die Gynäkolog*in, die die Untersuchung durchführt, im Vorfeld darüber auf, dass diese etwas ans Licht bringen könnte, was die werdende Mutter in einen schweren Gewissenskonflikt stürzt. Wer das um jeden Preis vermeiden möchte, muss auf das Organscreening verzichten.

Allerdings ist es in vielen Fällen, wie schon oben erwähnt, eben auch ein großer Vorteil, von einer Fehlbildung frühzeitig zu erfahren, um dann dementsprechend reagieren zu können.

Wie viel kostet das Organscreening?

In vielen Fällen wird das Organscreening von der Krankenkasse bezahlt.

Zum Beispiel wenn:

  • es Probleme bei einer früheren Schwangerschaft gab.
  • es bestimmte Fehlbildungen in der Familie gibt.
  • die Schwangere Mehrlinge erwartet.
  • die Schwangere unter Diabetes mellitus leidet.
  • der Basis-Ultraschall gewisse Auffälligkeiten zeigt.
  • die werdende Mutter Drogen oder Alkohol in der Schwangerschaft konsumiert (hat).
  • eine Risikoschwangerschaft aufgrund des Alters der Schwangeren besteht.

Am besten fragt ihr direkt bei eurer Krankenkasse nach, ob sie für die Kosten für das Organscreening aufkommt. Falls nicht, könnt ihr euch immer noch auf eigene Kosten untersuchen lassen. In der Regel kostet das Screening rund 250 €.

Video: Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft

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Bildquelle: Getty Images / pixelfit

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