Was der Erfüllung des Kinderwunsches im Weg steht

Häufig spielt die finanzielle Lage eines Paares eine große Rolle, wenn es um die Entscheidung für oder gegen ein Kind zum jetzigen Zeitpunkt geht. Es gibt aber auch noch andere Sorgen und Zweifel, die der Erfüllung des Kinderwunsches im Weg stehen können.


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Karriere vs. Familie – die end- und sinnlose Debatte


Die Diskussion Karriere vs. Familie nimmt oft engstirnige Züge an. Frauen, die sich früh für die Gründung einer Familie zum Teil auch mit vielen Kindern entscheiden, wird vorgeworfen, keine Lust auf Job und Karriere zu haben. Dabei entscheiden sie sich oftmals vollkommen bewusst für die besondere Rolle der (Vollzeit-)Mutter. Und diese Rolle kann natürlich sehr erfüllend sein.


Karriere oder Mutter?

Karrierefrau oder Mutter? Kein oder. Das eine schließt das andere doch nicht aus. Manchmal braucht es einfach eine Reihenfolge im Leben.


© Thinkstock
Im Gegenzug werden Frauen, die den Kinderwunsch dem Job hinten anstellen, viel zu oft hinter vorgehaltener Hand als „karrieregeil“ bezeichnet. Aber was ist falsch daran, wenn man seine Fähigkeiten und seine Ausbildung auch nutzen und etwas erreichen möchte? Sei es Geld oder die bloße Anerkennung. Dafür hat man gelernt oder studiert, es macht in den meisten Fällen ja auch Freude und kann ebenso erfüllend sein. Heutzutage sollte man sich nicht mehr rechtfertigen müssen, wenn man erst Karriere machen und dann eine Familie gründen möchte. Finanziell ist es ja oftmals auch gar nicht anders möglich. Ein Baby kann man leider nicht nur von Liebe allein ernähren und anziehen. Ein Kind kostet Geld und zwar nicht nur ein bisschen. Daher fragen sich viele Paare vor der Entscheidung für oder gegen ein Kind: Reicht unser finanzielles Polster dafür?
Finanzielle Sicherheit fördert Kinderwunsch
Viele Frauen haben auch einfach Angst, nach der Geburt eines Kindes nicht mehr in ihren Job zurückkehren zu können. Aber auch Männer plagen finanzielle Zweifel im Hinblick auf die Familiengründung. Zum Beispiel die Sorge, allein die Ernährerrolle stemmen zu müssen. „Die berufliche und finanzielle Sicherheit spielt eine entscheidende Rolle. In der Ausbildung schwanger zu werden, ist für die meisten keine erstrebenswerte Option“, weiß die Soziologie-Professorin Helga Krüger. Gibt es Probleme an einer Schnittstelle von Job und Familie, verschiebt sich der Kinderwunsch nach hinten.


Wiedereinstieg in den Beruf nach der Schwangerschaft

Laut Statistik fangen Frauen mit höherem Schulabschluss im Schnitt erst mit 29 Jahren an, über Kinder nachzudenken. Dennoch: „Die Entscheidung fürs Kind hängt nicht nur von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ab, sondern in weit größerem Maße von persönlichen Umständen“, sagt die Psychologin Angela Voß und fügt in ihrem Buch „Ein Baby – jetzt, später oder nie?“ hinzu: „Welche Frau bekommt Kinder schon für den Staat?“
Persönliche Umstände spielen auch eine Rolle
Natürlich, der finanzielle Aspekt bei der Entscheidung für ein Baby spielt vor allem dann eine Rolle, wenn das Geld eher knapp bemessen ist. Braucht man sich darum weniger Sorgen zu machen, weil ein oder beide Partner gut verdienen und schon ein finanzielles Polster aufgebaut haben, dann liegen die Zweifel wohl eher in den persönlichen Umständen begründet. Und diese können natürlich vielfältig sein.


Kinderwunsch beim Mann

Besonders Unsicherheiten an der eigenen Beziehung sind dann – oft auch unbewusst –  immer wieder ein Grund. Vielleicht gibt es aber auch problematische Beziehungen oder Krankheitsfälle in den eigenen Familien, die es schwer machen, die Ruhe oder schlicht gesagt die „Nerven“ für ein Kind zu finden. Dazu kommt, dass Menschen, die selbst eine schlechte Kindheit hatten, in vielen Fällen an den eigenen Fähigkeiten als Mama oder Papa zweifeln. Aber auch Personen aus einem guten familiären Umfeld mit einer tollen Kindheit kann der Gedanke daran, die Verantwortung für ein Kind zu übernehmen, schlichtweg überfordern.

Und natürlich gibt es auch diejenigen, die ihre „Freiheit“ als Kinderlose einfach noch nicht aufgeben wollen. Die gerne feiern und alle Partys mitnehmen, die zeit- und geldaufwendige Hobbys haben oder die gerne reisen und am liebsten erst die ganze Welt sehen wollen, bevor sie ein Kind in sie hineinsetzen. Ein Kind heißt zwar nicht, dass Partys, Hobbys und Reisen nicht mehr möglich sind. Aber es ist völlig ok, sich erst noch ein bisschen „auszutoben“, bevor man sich der Elternrolle stellt, die unbestritten Kompromisse und das Zurückstellen der eigenen Wünsche und Bedürfnisse fordert.


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