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Kinderärzte warnen: Eltern sollten auf diese Symptome achten

Kawasaki-Syndrom

Kinderärzte warnen: Eltern sollten auf diese Symptome achten

Ende April tauchten urplötzlich weltweit einige Fälle einer neuartigen Entzündungskrankheit auf, die mit dem Coronavirus in Zusammenhang gebracht wurde und dem Kawasaki-Syndrom ähneln. Nun sind im Bundesstaat New York drei dieser Kinder verstorben und es häufen sich die Fälle.

Kawasaki-Syndrom wird durch Viren ausgelöst

Das Kawasaki-Syndrom ist eine Gefäßerkrankung, die bei Kindern äußerst selten auftaucht. Bakterien oder Viren lösen bei den betroffenen Kindern eine Überreaktion des Immunsystems aus, die in sehr vereinzelten Fällen bis zum Tode führen kann, wenn die Entzündungsreaktion das Herz befällt. Die Ursache für diese Erkrankung ist nicht genau benennbar. Doch jetzt tauchten Fälle bei Kindern auf, die gleichzeitig positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden. Ob ein direkter Zusammenhang besteht, ist jedoch noch nicht zweifelsfrei bewiesen.

Häufung der Entzündungsfälle unter Kindern in mehreren Ländern

Ungewöhnlich sei, dass mehrere Länder jetzt von einer Häufung der Fälle berichten. Laut tagesschau.de kam es neben New York auch in Italien, Spanien und der Schweiz zu diesen schweren Entzündungen bei jüngeren Patienten. Jährlich sollen in Deutschland etwa 450 Kinder vom Kawasaki-Syndrom betroffen sein. Bei einigen der aktuell erkrankten Kinder wurden Hinweise auf eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigt, doch nicht jeder junge Patient wurde positiv getestet.

Deutsche Ärzte nehmen die Berichte nun sehr ernst

Doch nachdem eine britische Fachzeitschrift von der Fallhäufung innerhalb kurzer Zeit berichtete, nehmen auch deutsche Kinderärzte die Hinweise ernst. Es seien bei acht der betroffenen Kinder, die zuvor vollkommen gesund gewesen seien, zu einem "hyperinflammatorischen Schock" gekommen, der auch beim Kawasaki-Snydrom vorkommt. Reinhard Berner vom Direktor der Kinderklinik der Universität Dresden hält es für plausibel, dass die Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus zum Kawasaki-Syndrom führen könne. Vermutlich entstehe das Syndrom durch die Überreaktion des Immunsystems auf die Infektion der Atemwege.

Darauf sollten Eltern achten

Die meisten Kinder, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, hatten nur äußerst milde Symptome. Registriert sind in Deutschland ca. 10.000 Infektionsfälle. Wie viele Kinder eine Ansteckung weitergegeben und gar nicht bemerkt haben, ist dabei unbekannt. Auch wenn Panik jetzt überhaupt nicht angebracht ist, können Eltern auf folgende Symptome achten:

  • schweres, hohes Fieber über mehrere Tage
  • rote Augen und gerötete Zunge
  • Ausschlag an Händen und Füßen

Bei all diesen Anzeichen würden Eltern sowieso bei einem Kinderarzt vorstellig werden. Hohes Fieber über mehrere Tage ist immer ein Grund für den Arztbesuch. Kinderärzte sind aktuell sehr aufmerksam bei bestimmten Symptomen und werden dann ggf. weitere Schritte einleiten.

Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

Panik ist nicht angebracht

Aufmerksam sollten wir Eltern jetzt in jedem Fall immer sein. Doch ihr dürft jetzt nicht in Panik verfallen, denn noch ist vieles sehr unklar, was die Zusammenhänge dieser Krankheitsfälle angeht und es wird weiterhin geforscht. Sollte euer Kind einige der Symptome zeigen, solltet ihr sowieso immer den Kinderarzt konsultieren. Aktuell häufen sich solche Meldungen und verunsichern uns Eltern sehr stark in einer Situation, in der wir sowieso schon verunsichert sind. Hört also am besten immer auf euren Arzt und lasst euch nicht zu sehr verrückt machen.

Bildquelle: Getty Images/Tomwang112

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