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Ist Niesen in der Schwangerschaft gefährlich für mein Baby?

Ist Niesen in der Schwangerschaft gefährlich fürs Baby?
© Getty/nicoletaionescu

Bilde ich mir das nur ein oder kann es sein, dass ich häufiger niesen muss, seit ich schwanger bin?! Was das Baby im Bauch mit der verstopften Nase zu tun hat, ob Niesen in der Schwangerschaft gefährlich für dein Kleines ist und was du dagegen tun kannst.

Warum muss ich in der Schwangerschaft häufiger niesen?

Es kann tatsächlich sein, dass du in der Schwangerschaft öfter niesen musst. Das ist so typisch, dass es sogar einen Begriff dafür gibt: den Schwangerschaftsschnupfen. Jede dritte Schwangere ist davon betroffen.

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Zum einen liegt das – wer hätte es gedacht – mal wieder an den Schwangerschaftshormonen. Durch den hohen Östrogenwert ist die Blutmenge im Körper erhöht und die Schleimhäute werden stärker durchblutet. Dadurch kann die Nasenschleimhaut anschwellen und die Nase verstopfen. Der Körper möchte die Nase befreien – du musst niesen. Aus den gleichen Gründen kann es auch häufiger zu Nasenbluten kommen und möglicherweise schnarchst du, da das Atmen durch die Nase erschwert ist.

Zum anderen ist während der Schwangerschaft dein Immunsystem geschwächt, sodass du tatsächlich eher zu Infekten neigst. Schnupfenviren haben leichteres Spiel, es kann also sein, dass du wirklich häufiger erkältet bist und deswegen niesen musst.

Wie kann ich Schwangerschaftsschnupfen von einer Erkältung unterscheiden?

Wenn du schwangerschaftsbedingt häufiger niesen musst, fühlst du dich sonst nicht krank, die Nase ist nur einfach zu. Bahnt sich dagegen eine Erkältung an, geht es dir wahrscheinlich auch sonst nicht so gut, du bist schlapp und hast ggf. Begleitsymptome wie Kopf- oder Halsschmerzen. Wenn die Nase läuft, weist das auch auf eine Erkältung hin – durch die Schwangerschaft verstopft die Nase eher, es tropft aber nichts raus.

Warum habe ich beim Niesen in der Schwangerschaft Schmerzen?

Es kann tatsächlich ein bisschen weh tun oder ziehen, wenn du in der Schwangerschaft niesen musst. Kurzzeitig wird starker Druck auf die Mutterbänder ausgeübt, wodurch Schmerzen im Unterleib oder Rücken möglich sind.

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Aber keine Angst: Weder für dich noch für das Baby ist das Niesen in der Schwangerschaft gefährlich. Das Kleine wird zwar ein bisschen durchgeschüttelt, ist jedoch im Fruchtwasser perfekt vor Erschütterungen geschützt, sodass es keinen Schaden nehmen kann. Und es ist natürlich auch nicht ansteckend.

Was kann ich gegen Niesen in der Schwangerschaft tun?

  1. Nasensprays: Sie können gegen die zugeschwollene Nase helfen. Aber Achtung: Als Schwangere darfst du nicht jedes Präparat verwenden. Bitte frag vorher deine Ärztin oder deinen Apotheker oder checke das Medikament über Embryotox. Meerwasser-Nasensprays kannst du aber immer bedenkenlos anwenden.
  2. Nasendusche: Die Spülungen helfen dabei, dass die Nasenschleimhaut abschwillt. Zunächst ein bisschen gewöhnungsbedürftig, danach aber umso wohltuender.
  3. Nasensalbe: Wenn die Nasenschleimhaut schon sehr angegriffen ist und es deswegen öfter zu Nasenbluten kommt, kann eine pflegende Salbe die Heilung unterstützen. Hebammen schwören auf Engelwurzelbalsam.
  4. Inhalieren: Um die Nasenschleimhaut zu befeuchten und die Schwellung zu lindern, kannst du mit Kamillentee, Salbeiblättern oder Thymianextrakt inhalieren.
  5. Erkältungsbad: Ebenfalls wohltuend für die Atemwege wirkt ein Erkältungsbad. Frage aber vorher besser immer deine Hebamme oder deinen Arzt.
  6. Immunsystem stärken: Um gegen Schnupfenviren auch in der Schwangerschaft besser gewappnet zu sein, kannst du dein geschwächtes Immunsystem unterstützen. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, gesunde Ernährung und Stressreduktion können durchaus helfen.
  7. Mit leicht erhöhtem Oberkörper schlafen: Hilft, besser Luft zu bekommen und du schnarchst evtl. auch weniger.
  8. Luft befeuchten: Trockene Heizungsluft lässt die Nase zusätzlich verstopfen. Luftbefeuchter können hier Abhilfe schaffen. Bitte aber auf eine korrekte Anwendung achten, sonst droht Schimmelgefahr.
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Noch mehr Tipps gegen eine verstopfte Nase, auch gegen Erkältungsschnupfen, findest du in unserem Video:

Verstopfte Nase: 5 Hausmittel, die wirklich helfen sollen
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Kann häufiges Niesen ein Schwangerschaftsanzeichen sein?

Theoretisch ja, denn die Produktion der für das Niesen verantwortlichen Hormone kommt schon ganz am Anfang der Schwangerschaft in Gang. Den Höhepunkt erreicht das schwangerschaftsbedingte Niesen aber meist erst im letzten Schwangerschaftsdrittel, wenn die Östrogenkonzentration am höchsten ist.

Warum verliere ich beim Niesen in der Schwangerschaft Urin?

Es kann schon mal passieren, dass beim Niesen oder Husten in der Schwangerschaft ein paar Tröpfchen Urin im Slip landen. Vor allem gegen Ende, wenn das Gewicht des Babys auf die Blase drückt, kommt dies recht häufig vor, oder wenn dein Beckenboden eher schwach ist. Dazu kommt, dass die Hormonveränderungen die Urinproduktion leicht ansteigen lassen und zugleich die Spannung in der Harnröhre abnimmt.

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Unter dieser Belastungsinkontinenz leidet etwa jede vierte Schwangere. Insbesondere übergewichtige Frauen und Mehrfachmamas sind oft betroffen.

Das kannst du bei Urinverlust beim Niesen in der Schwangerschaft tun

  • Vor der Schwangerschaft Gewicht reduzieren: Wie gesagt, übergewichtige Mamas sind häufiger vom unfreiwilligen Urinabgang beim Niesen betroffen.
  • Beckenboden trainieren: Schon während der Schwangerschaft kannst du diese wichtigen Muskeln kräftigen. Dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass du beim Niesen Tröpfchen verlierst.
  • Regelmäßig aufs Klo gehen: Wenn du häufig Pipi machst und die Blase nicht so voll ist, verlierst du beim Niesen nicht so viel Urin.
  • Ärztin fragen: Stellst du fest, dass doch recht viel und oft Urin abgeht, kontaktiere deine Gynäkologin. Sie kann dir ein Rezept für Beckenbodentraining ausstellen. 
  • Slipeinlagen tragen: Hilft zwar nicht gegen den Urinverlust, aber wahrscheinlich fühlst du dich sicherer, wenn die Tröpfchen nicht direkt in die Hose gehen.
  • Rückbildung: Wenn dein Baby da ist, legen wir dir einen Rückbildungskurs sehr ans Herz, um deinen Beckenboden wieder zu stärken. Die Übungen sorgen dafür, dass das Gewebe wieder gestrafft wird und du in der Folgeschwangerschaft über einen kräftigen Beckenboden verfügst. 

Nach der Schwangerschaft erledigt sich das Problem mit dem Urin verlieren beim Niesen meist wieder von alleine. Rund jede vierte Frau hat im ersten Jahr nach der Geburt aber weiterhin Probleme mit Inkontinenz.

Wir recherchieren mit großer Sorgfalt und nutzen nur vertrauenswürdige Quellen. Die Ratschläge und Informationen in diesem Artikel ersetzen aber natürlich keine medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Bitte wendet euch bei gesundheitlichen Fragen und Beschwerden an eure Ärztinnen, Hebammen oder Apotheker, damit sie euch individuell weiterhelfen können.

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Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Klinikum Region Hannover

Schwangerschaftsmythen: Stimmt's oder stimmt's nicht?

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