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Steuererklärung für 2019: Was Familien jetzt wissen müssen

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Steuererklärung für 2019: Was Familien jetzt wissen müssen

Für die allermeisten von uns gibt es kaum etwas Schlimmeres: Steuern und die Steuererklärung. Wir schieben es gerne vor uns her und dann wird es langsam ernst. Die kritischen Wochen haben wieder begonnen, denn am 31.7.2020 läuft die Frist ab und die Steuererklärung für 2019 muss beim Finanzamt vorliegen, sofern ihr verpflichtet seid, eine abzugeben.

Welche Steuervorteile genießen Familien?

Familien genießen in Deutschland steuerrechtlich einige Vorteile. So können Eheleute bzw. Lebenspartner zusammen veranlagt werden. Heißt: Sie geben zusammen eine Steuererklärung ab und nutzen so den Splittingtarif.

Die Einkünfte des Paares werden dafür zwar erst getrennt ermittelt, aber dann addiert. Für die Hälfte des gemeinsamen Einkommens wird dann gemäß der Grundtabelle die Steuer berechnet und verdoppelt. Je größer also die Einkommensdifferenz zwischen dem Paar ist, desto größer ist der finanzielle Vorteil.

Welche Steuerfreibeträge gibt es für Familien?

Familien stehen verschiedene Freibeträge zu. Steuerberater Martin Euskirchen verweist auf folgende:

  1. Kinderfreibetrag bzw. Kindergeld: Eltern erhalten für ihre Kinder (mindestens bis zur Volljährigkeit) monatlich Kindergeld. Geben Eltern dann ihre Steuererklärung ab, wird das gezahlte Kindergeld und die Ersparnis durch den Kinderfreibetrag miteinander verrechnet. Erlangen Eltern dann durch den Kinderfreibetrag einen Vorteil, wird dieser angerechnet. Haben Eltern mehr Kindergeld erhalten, als ihnen durch den Vorteil des Kinderfreibetrages zugutekommen würde, bleibt es beim bereits gezahlten Kindergeld.
  2. Betreuungsfreibetrag: Auch diesen Freibetrag erhalten Eltern, wenn bei ihnen die Steuerersparnis mit dem Kinderfreibetrag zusammengenommen höher ist als das Kindergeld. Eltern erhalten ihn für Kinder bis zum 18. Lebensjahr und von 18-25 Jahren, wenn sich das Kind noch in Ausbildung befindet.
  3. Beiträge zur Krankenversicherung als Sonderausgaben: Beiträge zur Pflege- und Krankenversicherung könnt ihr als Sonderausgaben in der Steuererklärung angeben. Das gilt allerdings immer nur für die Basisversorgung, sowohl bei der gesetzlichen, wie auch bei der privaten Krankenversicherung.
  4. Entlastungsbetrag für Alleinerziehende: Alleinerziehende erhalten zusätzlich zu den bereits genannten Steuervorteilen einen Entlastungsbetrag, der das zu versteuernde Einkommen weiter sinkt. Für 2019 liegt dieser für das erste Kind bei 1.908 € Für jedes weitere Kind kommen 240 € hinzu. Schon jetzt ist klar: Für 2020 und 2021 steigt der Freibetrag auf 4.008 €. Das wurde bereits mit dem Corona-Konjunkturpaket beschlossen.
  5. Übungsleiterfreibetrag: Viele Eltern sind nebenberuflich tätig und verdienen sich so etwas dazu. Dieser Freibetrag macht es möglich, dass Erzieher, Künstler, Dozenten, Ausbilder oder Pfleger 2.400 € pro Jahr verdienen dürfen, ohne darauf Steuern zahlen zu müssen. Voraussetzung ist, dass ihr für eine gemeinnützige oder öffentlich-rechtliche Körperschaft im gemeinnützigen bzw. kirchlichen Bereich gearbeitet habt. Aufwendungen aus diesem Bereich könnt ihr als Werbungskosten oder Betriebskosten zusätzlich absetzen.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Wir haben Martin Euskirchen gefragt, wer denn überhaupt verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben:

  • Zusammenveranlagte Paare, die in der Steuerklassenkombination 4 mit Faktor, bzw. 3 und 5 sind, müssen eine Steuererklärung abgeben. Gleiches gilt, wenn einer der Partner *in Steuerklasse 6 hat.
  • Außerdem müsst ihr ran, wenn ihr mehr als 410 € Lohnersatzleistungen erhalten habt. Hierzu zählen Eltern-, Kranken-, Arbeitslosen-, und Kurzarbeitergeld.
  • Verdienen Arbeitnehmer neben ihrem Arbeitslohn durch weitere Einkünfte von mehr als 410 € ist ebenso eine Steuererklärung Pflicht.
  • Auch Selbstständige sind verpflichtet.
  • Außerdem müsst ihr eine Steuererklärung abgeben, wenn ihr einen individuellen Freibetrag beantragt habt, den ihr monatlich abführt (z. B. doppelte Haushaltsführung).

Wer die Frist verpasst, muss mit Sanktionen rechnen

Zugegeben, wer noch damit beschäftigt ist, die Unterlagen zusammen zu suchen, muss sich ranhalten. Die Finanzbeamten haben seit 2019 keinen großen Ermessensspielraum mehr und müssen einen Verspätungszuschlag festsetzen, wenn die Steuererklärung nicht pünktlich da ist.

Darüber hinaus drohen unter bestimmten Umständen auch Zwangsgelder, Verspätungszinsen und Steuerschätzungen.

Wie könnt ihr die Frist umgehen?

Wisst ihr jetzt schon, dass ihr die Frist nicht einhalten könnt, beantragt bei eurem Finanzamt eine Fristverlängerung. Das geht unkompliziert per Brief. Eine zweimonatige Verlängerung wird in den meisten Fällen genehmigt.

Ist auch das zu eng? Dann hat Martin Euskirchen noch einen Tipp:

“Wer seine Steuererklärung über den Steuerberater oder den Lohnsteuerhilfeverein abgibt, hat bis zum 28.2.2021 Zeit. Da dies aber ein Sonntag ist, gilt der 1.3.2021.”

Dipl. Kfm. Martin Euskirchen, Steuerberater

Wir danken Martin Euskirchen für das Interview.

 

 

Bildquelle: Gettyimages/martin-dm

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