Ausgeschlafen klappt der Unterrichtsbeginn am Morgen

Viele Schulen beginnen um acht Uhr. Was Eltern und Lehrer tun können, damit der Schulstart am Morgen gelingt.

Schulstart zu früh?

Schulstart früh am Morgen


Die Schule beginnt in Deutschland nach Meinung vieler Eltern zu früh. Unterstützung erhalten Kritiker des frühen Schulanfangs von Schlafforschern wie Prof. Jürgen Zulley: „Die Wachheit ist bei Kindern um acht Uhr noch so niedrig, dass es eigentlich nicht zulässig ist, dann schon Leistung von ihnen zu fordern“, sagt der Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Universitätsklinik Regensburg. Auch der Hamburger Erziehungswissenschaftler Prof. Peter Struck hält nichts vom frühen Unterrichtsbeginn: „Acht Uhr ist zu früh. Gerade im Winter, wenn es bis neun Uhr dunkel ist, fehlt das Licht als wichtigster Zeitgeber zum Aufwachen“, sagt der Pädagoge - und verweist auf Länder wie Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien, in denen der Unterricht traditionell erst um neun Uhr beginnt.
Problematisch ist der Schulstart um acht Uhr - das gilt erst recht für Frühstunden ab sieben oder 7.10 Uhr - weil sich die Zu-Bett-Geh-Zeit generell verschoben hat: „Die Verlängerung des Tages durch künstliches Licht, längere Einkaufs- und Arbeitszeiten, die multimediale Vernetzung von Kinder- und Wohnzimmern sowie die Tatsache, dass das gemeinsame Familienleben erst am Abend stattfindet, führen dazu, dass die Menschen heute später ins Bett gehen. Bleiben ältere Geschwister und Eltern abends länger auf, geraten auch die kleinen Kinder in den Sog, später schlafen zu gehen. Da die Aufstehzeiten aber gleich geblieben sind, kommen sie morgens todmüde in die Schule“, beobachtet familie&co-Experte Peter Struck.

Zu wenig Schlaf schadet der Konzentration

Schwer wiegt der langfristige Schaden, der dem Lernen durch das Schlafdefizit entsteht. Denn eine Aufgabe des Schlafs ist es, „die Gedächtnisleistung zu unterstützen und das, was tagsüber gelernt wurde, im Gehirn zu verankern“, sagt der Chronobiologe Prof. Till Roenneberg von der Uni München. Diese Prozesse aber finden im letzten Viertel der Nachtruhe statt - und exakt diese Zeit wird den Schülern genommen. So kommen viele Schulkinder heute nur selten auf die durchschnittlich benötigte Schlafzeit von zehn Stunden. Besonders hart trifft es Langschläfer und Eulen, also Kinder, die - im Gegensatz zu den Lerchen - abends nur schwer ins Bett kommen. Sie können sich am wenigsten auf den in aller Herrgottsfrühe angebotenen Lernstoff konzentrieren.
Dass sich daran sobald nichts ändern wird, liegt vor allem an den Erwachsenen. Insbesondere Eltern, die beide berufstätig sind, und Lehrer, die mehrheitlich nicht auf den unterrichtsfreien Nachmittag verzichten wollen, plädieren entschieden für die Beibehaltung des frühen Schulanfangs.

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