Wie du Magnesium in der Schwangerschaft anwendest

Symptome für Magnesiummangel treten besonders in der Schwangerschaft schnell auf, denn hier ist dein Magnesiumbedarf erhöht, wird aber durch die meisten Schwangerschaftsvitamine nicht mit abgedeckt. Die Aufnahme aus der Nahrung und aus Präparaten ist oft erschwert, wenn du wie viele werdende Mütter zusätzliches Eisen einnimmst. 

Magnesium in der Schwangerschaft

Wadenkrämpfe, Stress und Wehen: Magnesium wird in der Schwangerschaft für vieles eingesetzt. Dazu hilft es, lästige Nebenwirkungen von Eisenpräparaten auszugleichen.


In der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Vitaminen, Mineralien und Nährstoffen an – und dein Körper benötigt auch eine erhöhte Magnesiumzufuhr, damit Muskeln und Gefäße effektiv arbeiten und Stoffwechselvorgänge optimal ablaufen können. Es kann reichen, mehr magnesiumreiche Nahrungsmittel zu essen, oft ist für werdende Mütter aber die Einnahme von Tabletten oder Pulver sinnvoll, da sich Symptome einer Unterversorgung schnell auch auf die Schwangerschaft auswirken können. 

Wie hoch ist der Magnesiumbedarf in der Schwangerschaft?

Der durchschnittliche Magnesiumbedarf von Frauen liegt bei 300 mg pro Tag und erhöht sich in der Schwangerschaft etwas auf 310 mg – eine Menge, die eigentlich leicht über die Ernährung abgedeckt werden kann. Häufig ist es aber so, dass andere Faktoren wie Morgenübelkeit, Infektanfälligkeit, Stress und Schlafmangel deinen Bedarf stärker erhöhen, was du an folgenden Anzeichen erkennst.

Anzeichen eines Magnesiummangels:

  • Muskelzittern und -krämpfe
  • Nervosität und innere Unruhe
  • Herzrasen
  • Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen
  • Reizbarkeit und depressive Verstimmung
  • Verdauungsprobleme wie Verstopfung oder Durchfall

Bei einem Magnesiummangel in der Schwangerschaft kommen weitere, stärkere Symptome hinzu:

  • schmerzhafte Muskelkrämpfe, besonders Wadenkrämpfe in der Nacht
  • viele Übungswehen bzw. harter Bauch
  • vorzeitige Wehen und Blutungen

Da viele dieser Anzeichen auch auf andere Krankheiten hindeuten können, lässt du sie am besten direkt von deiner Frauenärztin abklären.

Natürliche Magnesiumquellen: So beugst du einem Mangel vor

Um einem leichten Mangel vorzubeugen oder entgegenzuwirken, lohnt es sich, diese magnesiumreichen Lebensmittel öfter auf deinen Speiseplan zu setzen – auch, weil sie alle tolle Eiweiß- und Ballaststoffquellen sind, die Schwangerschaftssymptomen wie Übelkeit, Heißhunger, Müdigkeit und Verstopfung sowie schlechte Laune super behandeln können:

  • Sonnenblumenkerne: ca. 420 mg/100g
  • Cashews: ca. 300 mg/100 g
  • Kürbiskerne: ca. 260 mg/100 g
  • Erdnüsse: ca. 170 mg/100 g
  • Walnüsse und Mandeln: ca. 160 mg/100 g
  • Haferflocken: 140 mg/100g
  • Kichererbsen: ca. 115 mg/100 g 
  • dunkle Schokolade: ca. 100 mg/100 g
  • Vollkornbrot: ca. 60 mg/100 g
  • Trockenobst, besonders Datteln und Feigen: ca. 60 mg/100 g
  • Bananen: ca. 36 mg/100 g
  • Avocado: ca. 30 mg/100g

Wann sollte man Magnesium in der Schwangerschaft einnehmen?

Wenn du dir Sorgen machst, dass du nicht genügend Magnesium durch die Nahrung aufnimmst oder Anzeichen eines Mangels feststellst, solltest du das mit deiner Frauenärztin besprechen. Viele empfehlen bereits bei der ersten Ultraschalluntersuchung ein Präparat.
Die Einnahme von Magnesium in der Frühschwangerschaft ist – nach Absprache mit der Ärztin – meist kein Problem, wenn sich Symptome einer Unterversorgung wie Wadenkrämpfe und Co. bei dir bemerkbar machen. 

Wie sollte man Magnesium in der Schwangerschaft einnehmen?

  • Dosierung und Produkte: Ob und wie häufig du ein Magnesium-Präparat in der Schwangerschaft einnehmen solltest und welche die besten Produkte sind, besprichst du am besten mit deiner Frauenärztin. Eine Selbstbehandlung ist in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert, denn bei Magnesium-Produkten gibt es starke Unterschiede in der Bioverfügbarkeit, sodass manche Formen langsamer oder in geringeren Mengen vom Körper aufgenommen werden. Da der Magnesiumbedarf in der Schwangerschaft vergleichsweise hoch ist, kann es hier schnell zu einer Unterdosierung kommen – und auch eine Überdosierung ist möglich. Deine Ärztin und Hebamme wissen genau, welche Produkte welche Dosierung erzielen können – und welche von ihnen für die Verwendung in der Schwangerschaft zugelassen sind.  
  • Einnahmezeitpunkt: Magnesium wird in der Schwangerschaft meist mehrmals täglich zu den Mahlzeiten und in kleineren Dosen eingenommen, deine Ärztin wird dich hier beraten.
  • Wechselwirkungen: Magnesium und Eisen behindern ihre gegenseitige Aufnahme: Am besten legst du drei Stunden oder mehr zwischen die Einnahmen, z. B. Magnesium morgens, mittags, abends, Eisen direkt vor dem Schlafengehen. Magnesium hat Einfluss auf die Wirkung einiger Herz-, Kreislaufs- und Nierenmedikamente sowie mancher Antibiotika.  

Wie lange kann man Magnesium in der Schwangerschaft einnehmen?

Auch im weiteren Verlauf der Schwangerschaft ist die Magnesiumeinnahme für viele Mütter hilfreich, denn sie wirkt der lästigen Verstopfung entgegen, die durch die Hormonumstellung, Verschiebung der Organe und hoch dosierte Eisenpräparate fast alle Schwangeren plagt.

Ab dem Zeitpunkt, wenn die Senkwehen und Vorwehen einsetzen können – etwa der 36. Schwangerschaftswoche – wird dir deine Ärztin vielleicht raten, es wieder abzusetzen. Da Magnesium eine abschwächende Wirkung auf die Gebärmutteraktivität hat, ist es jetzt nicht mehr unbedingt notwendig. Viele Mediziner raten aber auch zur weiteren Einnahme, wenn es Nervosität, Wadenkrämpfen und Verstopfung entgegenwirkt. Angst, dass eine Magnesiumeinnahme im dritten Trimester Auswirkungen auf die Geburt deines Kindes haben könnte, musst du deswegen aber nicht haben.

Nebenwirkungen von Magnesium in der Schwangerschaft

Nebenwirkungen treten meistens dann auf, wenn es zu einer Überdosierung von Magnesium kommt – in der Schwangerschaft ist das schnell passiert, wenn man sich die letzte Einnahmezeit nicht gemerkt hat oder starke Krämpfe behandeln will. Der Körper stößt den Überschuss zunächst durch den Darm ab und du bekommst leichte Bauchkrämpfe und Durchfall. Auch Übelkeit und Erbrechen können ein Zeichen sein.

Stärkere Nebenwirkungen bei einer hohen Überdosierung sind verlangsamte Atmung und/ oder Herzschlag, Muskelschlaffheit, Blutdruckabfall, Schwäche und Schwindel. Wenn du eins oder mehrere dieser Symptome bei dir bemerkst, solltest du unbedingt ärztliche Hilfe aufsuchen.

Magnesium – richtig dosiert – ist ein super Helfer in der Schwangerschaft, der Stress, Schlaflosigkeit, vorzeitige Wehen und Muskelbeschwerden gut behandeln kann.

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe https://www.dggg.de 
Berufsverband der Frauenärzte e.V. https://www.frauenaerzte-im-netz.de/ 

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