Attentate, Amokläufe, Krieg: Wie erklärt man Kindern die Welt?

Wenn Amokläufe, Attentate, Krieg und Überfälle auf Flüchtlinge die Nachrichten und die Gespräche unter Erwachsenen bestimmen, geht das an Kinder nicht vorbei. Sie bekommen mit, dass etwas Schreckliches geschehen ist und fragen nach Details. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Kindern belastende Nachrichten erklären können.

Trauer um die Opfer

Kinder können die Nachrichten im Fernsehen und im Radio nicht verstehen


Die brutalen Bilder im Fernsehen und die oft emotionsarmen Berichte im Radio verstören Kinder. Kleine Kinder sind nicht in der Lage, die Nachrichten, die für Erwachsene geschrieben und gefilmt wurden, zu verstehen. Die Bilder, denen Kinder dort begegnen, helfen ihnen nicht, ihre Fragen zu beantworten. Ganz im Gegenteil: Sie vergrößern die vorhandenen Ängste und verunsichern die Kinder noch mehr.

Nachrichten über Katastrophen lösen in Kindern Angst aus

Kindern fehlt aufgrund ihres jungen Alters das notwendige Hintergrundwissen und Abstraktionsvermögen, um das Gesehene mit Abstand betrachten und einordnen zu können. Sie bauen die schreckliche Geschehnisse direkt in ihr Leben ein. Wenn Kinder Nachrichten über Katastrophen oder Anschläge sehen, fühlen sie sich bedroht. Sie sorgen sich, dass auch ihnen etwas Ähnliches passieren kann, denn ihnen ist klar, dass das, was sie da sehen "echt" ist. Diese Angst kann den Kindern genommen werden, indem man ihnen Katastrophen-Nachrichten kindgerecht serviert.

Wie Eltern Kindern Nachrichten erklären können

Eltern sollten ihre Kinder bei Themen wie dem Attentaten auf keinen Fall alleine lassen. „SCHAU HIN!“, der Medienratgeber für Familien, empfiehlt Eltern, mit Kindern unter zehn Jahren gemeinsam altersgerechte Formate zu nutzen. "Wenn sie mit ihnen über die Ereignisse sprechen, lernen Kinder besser, sie einzuschätzen und damit umzugehen", meint "SCHAU HIN!"-Mediencoach Kristin Langer.Nachrichten für Erwachsene sind erst für Kinder ab zwölf, dreizehn Jahren geeignet. Für die Jüngeren empfehlen sich spezielle Kindernachrichtensendungen. Geeignete Sendungen finden Sie in der Linkbox.

Wie werden Nachrichten für Kinder aufbereitet?

➤ Die Nachrichten werden kindgerecht umgesetzt, das heißt die Redaktionen verzichten auf blutige Bilder von Opfern und verwenden eine leicht zu verstehende Sprache.
➤ Fachbegriffe werden erklärt und an Beispielen erläutert.
➤ Große Schaubilder zeigen Zusammenhänge und verdeutlichen Entwicklungen.
➤ Die Redaktionen versetzen sich in die Perspektive der Kinder. Häufig erzählen sogar Kinder die Geschichte.
➤ Teilweise werden die Moderatoren in die Originalbeiträge geschnitten und haken an entscheidenden Stellen nochmal nach.

Nachrichten für Kinder

Besonders wenn Kinder unter den Opfern sind, berühren Katastrophen-Nachrichten die Lebenswelt unserer Kinder.


Wie soll man mit Kindern über Katastrophen sprechen?

Auch wenn Kinder nicht vor dem Fernseher sitzen oder gezielt die Nachrichten im Radio hören, bekommen sie mit, was gerade auf der Welt geschieht. Sie hören zufällig ein Telefonat der Eltern mit, unterhalten sich in der Schule mit ihren Freunden oder sehen die grausamen Fotos am Zeitungskasten. Eltern von Schulkindern sollten deshalb nicht darauf vertrauen, dass ihr Kind die belastenden News gar nicht mitbekommt. Besser Sie schauen gemeinsam Kindernachrichten und nehmen sich danach die Zeit, um die Ereignisse zu besprechen und die Fragen Ihrer Kinder zu beantworten. Optimale Zeit für solche Gespräche ist der Nachmittag – dann nehmen Kinder die angstmachenden Themen nicht mit ins Bett. Ihre eigenen Ängste müssen Sie nicht völlig verschweigen - aber versuchen Sie, Ihre Kinder dadurch nicht unnötig zu verunsichern. Wenn Kinder die Furcht ihrer Eltern merken, bringt das ihre Welt noch ein bisschen mehr ins Wanken. Halten Sie sich mit panischen Äußerungen und Mutmaßungen zurück.
Größere Kinder möchten wissen, wie sie reagieren sollen, wenn an ihrer eigenen Schule ein Amoklauf passiert. Tun Sie diese Frage nicht ab mit Bemerkungen wie "das wird nicht passieren!", sondern sprechen Sie durch, wie Ihr Kind sich im Notfall - der hoffentlich nie eintritt - verhalten könnte. Das gibt Sicherheit und mildert das Ohnmachtsgefühl. Sollte es in eine Extremsituation geraten, sind ein sicheres Versteck und ein Notruf per SMS oder WhatsApp die wichtigsten To do's. Grundsätzlich gilt: Ihr Kind soll sich ruhig auf sein Bauchgefühl verlassen und Menschenmengen vermeiden, wenn es sich dort nicht wohl fühlt.

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