Biochemische Schwangerschaft: Ursachen und Verlauf

Auch wenn es in strengstem Sinne kein falsches Positiv bei Schwangerschaftstests gibt, kann es vorkommen, dass ein positiver Test nicht in einer Schwangerschaft endet, sondern in einer sehr frühen Fehlgeburt. Wie das passieren kann, erfährst du hier. 
 

chemische schwangerschaft

Eine biochemische Schwangerschaft ist die früheste Form der Fehlgeburt und für viele Paare ein Verlust, der nur schwer zu verarbeiten ist.


Egal, ob gewollt oder nicht: Ein positiver Schwangerschaftstest löst eine Flut von Gefühlen aus. Wenn dann ein bis zwei Wochen danach doch die Periode einsetzt, bricht nicht selten eine Welt zusammen, denn ihr habt euch schon mit dem Gedanken angefreundet, dass ihr ein Baby in euch tragt. Für viele Paare gehört eine chemische Schwangerschaft aber zum Prozess des Eltern werdens dazu - und sie ist sogar ein Zeichen, dass es sehr bald klappen könnte. Wir haben alle Infos auf einen Blick.

Was ist eine biochemische Schwangerschaft?

Eine biochemische Schwangerschaft ist die früheste Form der Fehlgeburt und tritt ein bis zwei Wochen nach der Einnistung auf. Sie entsteht, wenn der Embryo kurz nach der Einnistung in der Gebärmutter wieder abgestoßen wird, statt sich weiterzuentwickeln. Das hat meistens genetische Gründe und ist alles andere als selten: Studien zufolge trifft das auf 50 % der Schwangerschaften und 75 % der Fehlgeburten zu. Das bedeutet zum einen, dass sie ein ganz normaler Vorgang ist, der zum Prozess des Schwanger werdens dazugehört. Gleichzeitig heißt das nicht, dass ein positiver Schwangerschaftstest nur eine 50-prozentige Chance auf Richtigkeit hat. Die meisten chemischen Schwangerschaften bleiben unbemerkt, während die meisten Schwangerschaften, die nach dem Ausbleiben der Periode entdeckt werden, bestehen bleiben. Nur, wenn du vor dem Fälligkeitstag deiner Periode testest, kann es sein, dass der Teststreifen die chemische Schwangerschaft aufgreift.

Wieso wird ein Schwangerschaftstest bei einer chemischen Schwangerschaft positiv?

Dockt eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterwand an, beginnen die Zellen der Plazenta, HCG, das sogenannte Gelbkörperhormon, zu entwickeln. Der Wert, der vor einer Schwangerschaft etwa bei 2 IE/l im Blut liegt, verdoppelt sich alle zwei Tage und steigt somit rapide an. Ist der Schwellwert für die Anzeige auf einem Schwangerschaftstest erreicht, wird dieser also auch bei einer biochemischen Schwangerschaft positiv.

Biochemische Schwangerschaft: Gründe

Nicht jede Eizelle und jede Samenzelle enthält Erbgut, das zur Entwicklung eines lebensfähigen Embryos geeignet ist. Das hat nichts mit eurer Fruchtbarkeit zu tun. Im Gegenteil: Eine chemische Schwangerschaft ist ein Zeichen, dass ihr euch vielleicht schon bald über ein Baby freuen könnt. Dennoch gibt es medizinische Ursachen, die eure Chancen auf eine chemische Schwangerschaft erhöhen:

  • Hormonstörungen 
  • Gebärmutteranomalitäten 
  • Infektionen wie Syphilis oder Chlamydien
  • Schilddrüsenerkrankungen 
  • Blutgerinnungsstörungen

Auch wenn ihr über 35 Jahre alt seid, ist die Wahrscheinlichkeit einer chemischen Schwangerschaft erhöht. 

Kann man eine biochemische Schwangerschaft verhindern?

Wenn ihr nicht verhütet und euch ein Kind wünscht, lässt sich die Entstehung einer chemischen Schwangerschaft nicht ausschließen - und ihr Verlust auch nicht verhindern, da dieser in der Regel genetische Gründe hat. Ärzte empfehlen dennoch, schon ab Kinderwunsch auf eine gesunde Lebensweise zu achten und ein Folsäurepräparat einzunehmen, um die besten Voraussetzungen für eine gesunde Schwangerschaft zu schaffen. 

Biochemische Schwangerschaft: Anzeichen 

Wie erkenne ich eine biochemische Schwangerschaft?

Da bei einer biochemischen Schwangerschaft die Periode nicht ausbleibt, verlaufen die meisten deshalb unbemerkt. Erkannt wird eine chemische Schwangerschaft meistens nur, wenn mit einem Frühschwangerschaftstest vor dem Ausbleiben der Periode getestet wird. Wenn dann kurz im Anschluss deine Periode einsetzt oder ein erneuter Schwangerschaftstest negativ ist, ist das ein ziemlich sicheres Zeichen. Menstruationsartige Krämpfe, Schmerzen und eine etwas stärkere Blutung können auftreten. Bist du dir unschlüssig, ob du eine Periode oder nur eine Zwischenblutung hattest, bringen eine ärztliche Untersuchung und ein Bluttest Gewissheit. Denn: Nicht immer bedeutet eine Blutung nach einem positiven Schwangerschaftstest eine chemische Schwangerschaft: Die Einnistungsblutung oder ein frühes Gebärmutterhämatom können die Auslöser sein. 

Wie lange dauert eine biochemische Schwangerschaft?

Da die befruchtete Eizelle nicht lebensfähig ist, endet ihre Entwicklung direkt nach der Einnistung, die in der Regel sechs bis zwölf Tage nach dem Eisprung stattfindet, mit dem Einsetzen deiner regulären Monatsblutung. Manchmal kann die Periode auch bis zu einer Woche später einsetzen. 

Wie wird eine biochemische Schwangerschaft behandelt?

In der Regel sind chemische Schwangerschaften nicht behandlungsbedürftig und enden auf natürliche Weise. Die befruchtete Eizelle geht wieder mit der nächsten Periodenblutung ab. In manchen Fällen kann es sein, dass sich deine Periode leicht nach hinten verschiebt bzw. dass du mit einem Frühtest von der Schwangerschaft erfährst. Ein Termin beim Frauenarzt bringt dann meist Klarheit über die chemische Schwangerschaft. In der Regel wird auch dann abgewartet, bis deine natürliche Periode einsetzt. 

Schwanger nach biochemischer Schwangerschaft: Wie lange sollte ich warten?

Auch wenn eine biochemische Schwangerschaft eine sehr frühe Fehlgeburt ist und sich emotional gesehen wohl für alle Eltern mit Kinderwunsch so anfühlt, liegt sie aus medizinischer Sicht einer “regulären Periode” näher, da die Eizelle vor einer Weiterentwicklung vom Körper abgestoßen wird. Weder verringert eine chemische Schwangerschaft die Chance, schwanger zu werden, noch gibt es wie bei einer Fehlgeburt oder Eileiterschwangerschaft empfohlene Wartezeiten. Das heißt, dass du theoretisch ein bis zwei Wochen nach der chemischen Schwangerschaft wieder schwanger werden kannst. Manchmal kann es sein, dass sich der Zyklus leicht verschiebt, wenn deine Periode später einsetzt. Deshalb ist es sinnvoll, einen Ovulationstest zu machen. Wenn euch das zu viel Stress bereitet, könnt ihr einfach Zeitfenster für deine fruchtbaren Tage einplanen, um deinen Eisprung nicht zu verpassen.

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