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Corona-Eltern-Entschädigung: Endlich (finanzielle) Hilfe!

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Corona-Eltern-Entschädigung: Endlich (finanzielle) Hilfe!

Und mal wieder wurde ein Gesetz in Windeseile verabschiedet: Das Infektionsschutzgesetz wurde geändert und Eltern steht nun eine Entschädigung zu, wenn sie einen Gehaltsausfall haben, weil sie die Kids wegen der Schul- und Kitaschließung in Corona-Zeiten selbst betreuen müssen.

#1 Wie lautet die Gesetzesänderung und für wen ist die Entschädigung gedacht?

Viele Eltern, die ihre Kinder seit Wochen neben der Arbeit zu Hause betreuen, gehen auf dem Zahnfleisch. Und bis heute ist nicht klar, wann der Regelbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Zu dem Stress gesellt sich nicht selten die finanzielle Angst.

Unter Umständen müssen Eltern unbezahlten Urlaub nehmen, um die Doppelbelastung irgendwie zu stemmen. Von (finanzieller) Hilfe war bisher nicht die Rede. Das hat sich aber jetzt schlagartig geändert.

Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) wurde geändert und es findet sich nun in Paragraph 56 folgender Zusatz:

Werden Einrichtungen zur Betreuung von Kindern oder Schulen von der zuständigen Behörde zur Verhinderung der Verbreitung von Infektionen [...] vorübergehend geschlossen oder deren Betreten untersagt und müssen erwerbstätige Sorgeberechtigte von Kindern [...] in diesem Zeitraum die Kinder selbst betreuen, weil sie keine anderweitige zumutbare Betreuungsmöglichkeit sicherstellen können, und erleiden sie dadurch einen Verdienstausfall, erhalten sie eine Entschädigung in Geld.

IfSG § 56 Abs. 1a

Gedacht ist die Entschädigung sowohl für Arbeitnehmer wie für selbstständige Eltern. Beantragt werden kann die Corona-Eltern-Entschädigung für einen Zeitraum von maximal sechs Wochen. Die Regelung ist bis zum 31. Dezember 2020 befristet.

Wichtig zu beachten ist: Die Entschädigung steht euch nur zu, wenn alleine die Schließung der Betreuungseinrichtungen zu einem Verdienstausfall geführt haben. Es muss also wirklich ein Verdienstausfall eingetreten sein.

# 2 Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um die Corona-Eltern-Entschädigung zu erhalten?

Um die Corona-Entschädigung zu erhalten, müssen die Eltern einige Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Eltern müssen erwerbstätig sein. Die Kinder dürfen das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Bei Kindern mit Behinderung gilt dies nicht, sofern sie auf Hilfe bzw. Betreuung angewiesen sind.
  • Es besteht keine andere Möglichkeit das Kind betreuen zu lassen.
  • Überstunden und Gleitzeitguthaben muss vorrangig genutzt werden. Außerdem darf auch keine andere Möglichkeit bestehen, der Arbeit nachzugehen (z. B. zumutbares Home Office).
  • Während der Schulferien besteht kein Anspruch auf die Corona-Eltern-Entschädigung.
  • Auch Pflegeeltern, die ein Kind in Vollzeitpflege haben, steht die Entschädigung zu.

# 3 Wie hoch fällt die Corona-Eltern-Entschädigung aus?

Die Entschädigung beträgt 67 Prozent des Verdienstausfalls, höchstens jedoch 2.016 Euro für einen vollen Monat.

# 4 Wie beantragt ihr die Entschädigung?

Zuständig sind die Länder. Bei einigen Bundesländern findet ihr den Antrag bereits online (Stand 23. April 2020).

Die Antrag, um die Corona-Eltern-Entschädigung zu erhalten, findet ihr unter folgenden Links:

# 5 Wie kommt das Geld auf euer Konto?

Zugegeben, das ist etwas komplizierter und leider für die Arbeitgeber auch keine Entlastung. Er zahlt erst mal die Corona-Eltern-Entschädigung und stellt wiederum bei der zuständigen Behörde einen Erstattungsantrag.

Quellen: Bundesministerium für Arbeit und Soziales zum Entschädigungsanspruch während der Corona-Krise

Bildquelle: Gettyimages/KatarzynaBialasiewicz

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