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#ElterninderKrise und #CoronaEltern: Wir müssen laut werden

Elterninitiative

#ElterninderKrise und #CoronaEltern: Wir müssen laut werden

#elterninderkrise und #CoronaEltern sind Hashtags, die zur Zeit in den sozialen Netzwerken trenden. Weil sie zeigen, wie der Alltag bei vielen Familien zur Zeit wirklich aussieht.

Homeoffice mit Kinder

All zulange wurde in den Medien darüber berichtet, dass Eltern das schon schaffen mit dem Arbeiten im Homeoffice und der Kinderbetreuung. Gefühlt lag das auch daran, dass viele dachten, dass es nach Ostern einen neuen Plan geben würde, der den Alltag wieder normalisiert. Und nun wissen wir: Es ändert sich erstmal wenig.

Kein echter Fahrplan für Familien

Die Notbetreuung in den Kitas wird ausgeweitet, was momentan aber noch mit einigen Auflagen verbunden ist. Die Schule öffnet schrittweise ihre Tore, zunächst für die Kinder, die ihren Abschluss machen müssen, oder bei denen ein Schulwechsel ansteht. Das alles, mit Ausnahme des Abiturs, beginnt ab dem 04. Mai.

Kitas bleiben geschlossen

Für die Kitakinder ist momentan eine Öffnung für Vorschüler*innen im Gespräch, was auch daran liegt, dass jüngere Kinder gar nicht unbedingt in der Lage sind, Abstand zueinander zuhalten. Über allem schwebt aber nach wie vor die Vorgabe der Bundesregierung, geeignete Konzepte zu präsentieren. Der Ist-Zustand in Zeiten von Corona ist für die allermeisten Eltern kaum noch aushaltbar. Die Deutsche Liga für das Kind fordert eine schrittweise Öffnung der Kitas und Kindertagespflegestellen. Inbesondere die Notbetreuung muss ausgebaut werden, außerdem wird vorgeschlagen, die Kitas während der Sommerferien komplett offenzuhalten. Die gesamte Stellungnahme findet sich auf der Website der Deutschen Liga für das Kind.

Zerrissen zwischen Aufgaben

Sie zerreißen sich zwischen ihrem Job im Homeoffice und der Betreuung ihrer Kinder. Zwischen Homeschooling, Homekitaing und Homecleaning. Denn mehr Zeit zuhause sorgt auch für mehr Dreck. All diese Care-Arbeit verrichten sie in erster Linie unsichtbar. Während die Diskussion über Fußballspiele tagelang die Schlagzeilen beherrschte, wird es beim Thema Familie verdächtig still. Und dagegen regt sich nun der Widerstand.

#elterninderkrise

Unter #elterinderkrise findet sich u.a. eine sehr aktive Facebookgruppe, die viele Petitionen auf den Weg bringt und Impulse setzt, wie Homeoffice mit Kindern sichtbarer werden kann. Nicht jeder Vorschlag wird sicherlich für die Mehrzahl von Familien funktionieren, aber es ist wichtig, dass endlich etwas passiert. Und es ist ja durchaus so, dass jede*r, der sich dort engagiert eigene Vorschläge einbringen kann. #elterninderkrise nimmt die ins Visier, die bislang viel zu wenig beachten fanden: die Kinder selbst.

#elterninderkrise brauchen Perspektive

Kita und Spielplätze sollen vielerorts nach aktuellem Kenntnisstand bis 01. August geschlossen bleiben. Was hat diese lange Zeit mit den Kleinsten? Wieso werden für Familien keine Konzepte entwickelt? Die wenigsten Eltern wünschen sich, dass die Kitas sofort wieder für alle öffnen, aber es muss möglich sein, eine Perspektive anzubieten. Und weil Demonstrationen zur Zeit noch verboten sind, fordern die Eltern in der Krise zum Protest vom Balkon und Vorgarten auf.

Inzwischen gibt es auch viele Petitionen, die ihr gern unterzeichnen und teilen könnt. Näheres findet ihr in der Facebook-Gruppe.

#Coronaeltern

Seit Montag berichten Eltern unter #Coronaeltern über ihr Leben in diesen besonderen Zeiten. Einige, das soll nicht unerwähnt bleiben, schreiben darüber, wie sehr sie die Zeit mit dem Nachwuchs genießen, gerade Eltern von älteren Schulkindern berichten, dass sie das Gefühl haben, Zeit geschenkt bekommen zu haben. Das ist wunderbar, wenn es so harmonisch und stressfrei verläuft.

Erschöpfte Eltern

Die Mehrzahl der Eltern berichtet aber von Erschöpfung, von Zerrissenheit und der Angst vor dem, was kommt. Sie brauchen Entlastung und eine Perspektive, die nicht bedeutet: Noch 15 Wochen weiter so.

Teilt eure Erfahrungen unter #elterninderkrise und #Coronaeltern

Auch ihr könnt eure Erfahrungen unter diesem Hashtag teilen, denn umso mehr Familien von ihrem Alltag berichten, umso höher wird der Druck auf die Politik, Dinge zu verändern. Nicht jedes Elternteil hat die Kraft dafür sich zu organisieren, für Rechte zu kämpfen, auf Lösungen zu pochen. Deswegen ist es umso wichtiger, dass wir gemeinsam unsere Stimme auch für die erheben, die es nicht können.

 

 

Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Mein Fazit

Auch ich habe unter #Coronaeltern meinen Alltag geteilt. Und daraufhin sehr viel positive Rückmeldung bekommen. Aber auch die, beinahe schon erwartbaren Belehrungen darüber, dass ich mir das Leben mit drei Kindern doch ausgesucht hätte. Das macht mich deswegen so müde, weil ich nicht verstehen, dass alles immer so ein Kampf sein muss. Wem es in der aktuellen Situation gut geht, der darf das teilen und positive Beispiele bringen. Aber wer kämpft und zerrissen ist, dem helfen keine Belehrungen. Deswegen wünsche ich mir mehr miteinander. Und Unterstützung für uns alle von der Bundesregierung.

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Bildquelle: getty images / FamVeld

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