Tattoos und Piercings – gibt es Probleme bei Schwangerschaft und Geburt?

Früher eine Seltenheit, heute fast der Normalfall: Tattoos und Piercings erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Bei Schwangerschaft und Geburt können sie allerdings einige Probleme machen.

Körperverschönerung mit Tattoos und Piercings sind seit langem schon weit verbreitet. Nach einer Studie der Uni Leipzig wird vor allem der bunte Körperschmuck immer beliebter. Jeder fünfte Deutsche ist demnach mittlerweile tätowiert. Bei Frauen ist der Trend sogar noch deutlicher: Jede zweite Frau zwischen 25 und 34 Jahre trägt ein Tattoo. Doch manchmal kann der Körperschmuck auch hinderlich sein.

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Eine Schwangerschaft kann das Tattoo verändern


Während Tattoos an anderen Körperstellen keine Probleme bereiten, sieht es mit Tätowierungen an Bauch und unterem Rücken anders aus.

Probleme mit Tattoos

  1. Wie du weißt ist das Bindegewebe bei Frauen ist schwach. Ein Tattoo auf dem Bauch oder in der Leiste kann sich durch die Schwangerschaft oder die Schwangerschaftsstreifen verzerren und verändern. Du musst damit rechnen, dass dein Tattoo nach der Geburt ganz anders aussieht als zuvor. "Aus einem kleinen Delfin wird bis zum neunten Monat ein gigantischer Wal und danach ein verzogener Delfin, dessen einstmals gerade Linien von den Unebenheiten der Schwangerschaftsstreifen durchbrochen sind", berichtet Maik Frey, Tätowierer in Esslingen Pressesprecher des Pressesprecher von Deutsche Organisierte Tätowierer (DOT) e.V. Auch wenn man das wieder ein wenig korrigieren kann – so wie ursprünglich sieht es in der Regel dann nicht mehr aus.
  2. Hast du ein Tattoo auf dem Bauch, das bis in die Schamgegend reicht, musst dir auf jeden Fall klar sein, dass der operierende Arzt bei einem eventuellen Kaiserschnitt natürlich keine Rücksicht auf die Schönheit deines Tattoos nehmen kann – er schneidet nicht an der passendsten Stelle der Körperverzierung, sondern dort, wo es nötig ist – insbesondere, wenn es schnell gehen muss.
  3. Das ist aber nur die optische Komponente. Ein anderer Aspekt ist viel wesentlicher, und der betrifft Tattoos am unteren Rücken, manchen auch besser bekannt als so genanntes „Arschgeweih“. Solltest während der Geburt eine Periduralanästhesie, kurz PDA notwendig sein, kann es sein, dass sich der Anästesist im Kreißsaal weigert, einer Schwangeren mit Tattoo diese örtliche Betäubung in Rückenmarksnähe zu geben. Durch die Tätowierung besteht die Gefahr, dass mit der Punktionsnadel schädliche Farbpigmente in den empfindlichen Rückenmarkskanal gelangen und es dort zu Entzündungen kommt.
  4. Auch wenn du schon wieder mit einem neuen Motiv liebäugeltst: Während der Schwangerschaft solltest du dir nur kleine Motive tätowieren lassen, damit Stress und Schmerzen für Mutter und Kind nicht zu groß sind. Und es dürfen nur zugelassene Farben verwendet werden. Seit Mai 2009 gilt die Tätowiermittelverordnung, nach der nur Farben mit strengen Grenzwerten für Schwermetalle und andere Giftstoffe zugelassen sind.  

Zu empfehlen ist es auf jedem Fall, das Thema rechtzeitig anzusprechen, zum Beispiel bei der Vorstellung zur Geburt in der Klinik oder bei einer PDA-Informations-Veranstaltung.

Probleme mit Piercings

Beliebt bei Frauen sind Piercings an den Brustwarzen, am Bauchnabel sowie Intimpiercings. Da diese Körperstellen während der Schwangerschaft stark wachsen sollten die Piercings dort abgenommen werden. Wahrscheinlich wirst du das ohnehin schon von selber tun, da die Brustwarzen sehr empfindlich werden und die Haut am Bauch bald spannt. Im letzten Drittel der Schwangerschaft könnte es wegen der ansteigenden Spannung sogar zu einem Riss des Loches kommen.

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Statt Metall lieber ein Schwangerschaftspiercing


Intimpiercings sind schon bei den Vorsorgeuntersuchungen äußerst störend. Spätestens bei der Geburt müssen sie entfernt werden. Die Verletzungsgefahr für Mutter und Kind ist zu groß. Viele Schwangere empfinden durch das Anschwellen von Brust, Bauch und Schamlippen den Körperschmuck als so unangenehme, dass sie ihn ohnehin schon von selbst ablegen.

Schwangerschaftspiercings als Alternative

Wenn du auf dein Piercing nicht verzichten willst, können Schwangerschaftspiercings für dich eine gute Alternative sein. Sie sind aus Kunststoff und können normalerweise bis zur Geburt drin bleiben. Dabei gibt es auch hübschere Modelle mit Baby, Storch oder Glitzersteinchen*. Sie alle sind  sind biegsam und wachsen mit. Je nach Anbieter kosten sie zwischen 10 und 30 Euro. Bei der Geburt oder beim Kaiserschnitt müssen diese Modelle jedoch, im Gegensatz zum einfachen Schwangerschaftspiercing, herausgenommen werden.

Den Wunsch nach einem neuen Piercing jedoch solltest du, ebenso wie beim Tattoo, besser bis nach der Geburt verschieben. Sich während der Schwangerschaft ein neues Piercing stechen zu lassen, kann unnötige Komplikationen wie Entzündungen oder Schmerzen verursachen. Daher gilt dasselbe wie beim Tattoo: Es ist nicht verboten, es wird aber abgeraten, denn es besteht eine erhöhte Gefahr für Komplikationen.

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