Tipps zum Stillen: ein Anfänger-Guide

Wenn das Stillen nicht von Beginn an reibungslos klappt, zweifeln viele Mütter an sich. Dabei sind "Startschwierigkeiten" ganz normal. Wir geben ein paar Tipps zum Stillen, damit die Sorgen bald verfliegen.

Wenn das Baby zufrieden an Mamas Brust saugt und ihr dabei ganz tief in die Augen guckt, steht die Welt still vor Glück. Keine Frage: Seinem Baby so nahe zu sein und ihm alles zu geben, was es zum gesunden Wachstum braucht, gehört zu den ganz großen Momenten im Leben. Und das sollten Mütter in vollen Zügen genießen. Doch was ist, wenn das gesunde Stillen nicht von Anfang an reibungslos funktioniert? Dann heißt es, Ruhe bewahren. Jeder Anfang ist schwer. Und es braucht Zeit, bis Mütter und ihre Babys ein eingespieltes Team sind. Dennoch gibt es ein paar grundsätzliche Tipps zum Stillen, die du beachten kannst.

Damit die Stillbeziehung zwischen Mama und Baby von Anfang an unter einem guten Stern steht, sollte der Säugling möglichst früh nach der Geburt angelegt werden. In den ersten ein bis zwei Stunden findet er die Brustwarze nämlich in der Regel noch ganz ohne Hilfe. Der Suchreflex des Babys ist dann besonders ausgeprägt. Du kannst schön beobachten, wie es sein Köpfchen suchend hin- und her bewegt, wenn es auf deiner Brust liegt. Sobald seine Lippen deine Brustwarze berühren, wird das Suchen noch intensiver und dein Baby sperrt automatisch den Mund weit auf. Diesen Reflex kannst du auch für die weitere Stillzeit nutzen, auch wenn er dann nicht mehr ganz so stark ist.

Das Baby richtig anlegen: C-Griff

Um das Baby immer richtig anzulegen, biete ihm die Brust am besten mit dem sogenannten C-Griff an. Dabei liegen die Finger flach unter der Brust, der Daumen liegt oberhalb der Brustwarze. So stützt du deine Brust mit der ganzen Hand, ohne dass deine  Finger den Warzenhof berühren. Damit dein Kind den Mund weit öffnet, um Brustwarze und einen Großteil des Warzenhofes zu erfassen, gibt es einen Trick: Halte deine Brustwarze an den Mund deines Babys. Öffnet das Kind den Mund weit und liegt seine Zunge am Boden der Mundhöhle, führe es mit einer zügigen Bewegung an deine Brust. Achte bitte darauf, dass du das Baby zur Brust führst und nicht umgekehrt: So vermeidest du böse Rückenschmerzen.

Baby anlegen im C-Giff

Der C-Giff: So legst du das Baby beim Stillen richtig an


Kontrolliere regelmäßig, ob das Baby beim Saugen wirklich auch den Warzenhof umschließt. So werden die Milchdrüsen viel besser stimuliert und du vermeidest, dass das Baby mit seinen Kauleisten die Milchkanäle abdrückt. Das kann passieren, wenn es nur an der Brustwarze saugt und diese zu fest zusammendrückt. Beachtest du diese Tipps, kannst du auch einem Milchstau ziemlich gut vorbeugen. Falls du doch einmal Verhärtungen in der Brust spürst, sie geschwollen ist und schmerzt, haben wir hier ein paar Tipps, wie du einen Milchstau schnell wieder lösst: Milchstau, was tun?

Fließt in den ersten zwei bis drei Tagen nach der Geburt noch nicht viel Milch? Kein Grund zur Sorge. Lasse dein Baby ruhig lange saugen, denn das gibt deinem Körper das wichtige Signal: „Hier ist ein hungriges Neugeborenes, das dringend Nahrung braucht!“ Erst so kommt die Milchbildung in Schwung. Merkst du allerdings, dass dein Baby statt zu trinken nur noch nuckelt, solltest du es zum Schutz deiner Brustwarzen behutsam von der Brust lösen. Schiebe hierzu deinen kleinen Finger vorsichtig in den Mundwinkel deines Kindes. So löst du das Vakuum im Mund des Babys auf und kannst es von der Brust nehmen.

Die Sorge vieler Mütter, nicht genügend Milch zu produzieren ist in der Regel völlig unbegründet. Dein Körper wird so viel Muttermilch produzieren, wie das Baby auch tatsächlich braucht. Allerdings ist es gerade an Anfang hilfreich, sein Baby pro Stillmahlzeit an beiden Brüsten anzulegen, um den Milchfluss anzuregen. Später macht es Sinn, dem Baby pro Mahlzeit nur eine Brust zu geben, damit diese auch richtig geleert werden kann. Welche Stillposition du dabei einnimmst, bleibt dir überlassen. Versuche verschiedenen Positionen aus und variiere. Wenn die Brust auf unterschiedliche Weise vom Baby massiert wird, hältst du die Milch auch gut im Fluss.

Wie viel soll das Baby trinken?

Grundsätzlich wird sich dein Stillrhythmus immer wieder etwas verändern. Das liegt zum einen an der besonderen Zusammensetzung der Muttermilch aber auch an dem Mehrbedarf des Babys in Wachstumsphasen. So ist die Vormilch, das Kolostrum, die nur in den ersten Tagen nach der Geburt produziert wird, recht dünn aber sehr vitamin- und mineralstoffreich. Es ist also völlig normal, wenn Neugeborene öfter nach der Brust verlangen. Auch weil ihr Magen noch nicht so viel fassen kann. Ideal ist, wenn dein Baby am Anfang acht bis zwölf Stillmahlzeiten in 24 Stunden bekommt. Dazwischen sollten – als Faustregel - nie länger als vier Stunden Abstand liegen.

Nach und nach wirst du die Signale deines Babys ohnehin immer besser deuten können und schnell bemerken, wenn es Hunger hat:

  • Auch im Schlaf wirkt es unruhig
  • Arme und Beine zucken
  • Die Augenlider flattern
  • Das Baby macht erste Saug- und Schmatzgeräusche

Ist es wach, setzt der Suchreflex ein. Das Baby öffnet immer wieder den Mund und steckt seine Zunge heraus. Manchmal nimmt es auch sein Fäustchen in den Mund und saugt daran. Legst du dein Kleines jetzt an, sind beide glücklich: das Baby, weil es trinken darf und Mama, weil das Stillen gut klappt.

Aber auch wenn das Baby Hunger hat, ist es ganz normal, dass die Sauggeschwindigkeit immer langsamer wird. Das liegt daran, dass die Muttermilch beim Stillen ihre Zusammensetzung und damit auch Konsistenz ändert: sie wird fetter und damit dickflüssiger. Deshalb fällt dem Baby auch das Saugen etwas schwerer. Häufig wird die Stillmahlzeit mit einem „3-Gänge-Menü“ verglichen. Zunächst gibt es eine vorwiegend durstlöschende Vorspeise, dann eine nahrhafte Hauptspeise und zum Schluss eine Kombi aus Durstlöscher und Sattmacher.

Der richtige Zeitpunkt für Beikost

Wie lange du grundsätzlich stillen möchtest, das ist natürlich deine Entscheidung. Die WHO empfiehlt, Babys mindestens bis zum sechsten Lebensmonat voll zu stillen und erst dann langsam mit dem Abstillen zu beginnen. Bis dahin versorgt die Muttermilch das Kind sicher mit allen wichtigen Nährstoffen. Doch nach und nach wirst du die Essensbedürfnisse des Babys nicht mehr alleine stillen können. Dein Kind  will mehr als „nur“ Milch. Etwa in diesem Alter sind die meisten Babys bereit für die erste Beikost.

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