Das erste Mal, Kondom & Co. - Tipps für die Aufklärung von Teenagern

Wie spreche ich mit meinem pubertierenden Kind über Sex, Verhütung und ansteckende Krankheiten? Wir geben Tipps rund um die sexuelle Aufklärung von Teenagern.

Die meisten Jugendlichen haben ihr erstes Mal im Alter zwischen 14 und 17 Jahren. Doch wann es wirklich soweit ist, wissen die wenigsten Eltern. Auch wenn sich die meisten Eltern bei dem Gedanken unwohl fühlen, mit den eigenen Kindern über Sexualität zu sprechen: Studien zeigen, dass Teenager zwar früh ein Drehbuch im Kopf haben, wie Sex ablaufen sollte und wie eine Schwangerschaft biologisch entsteht, aber über Verhütung, intime Beziehungen und Geschlechtskrankheiten oft nur oberflächlich informiert sind. Eine altersgemäße, umfassende Aufklärung im Elternhaus ist also das Gebot der Stunde. Spätestens dann, wenn die Tochter oder der Sohn die erste Beziehung haben. Doch wie spreche ich mit meinem pubertierenden Kind über Sex, Verhütung und ansteckende Krankheiten, ohne dass es peinlich wird? Schließlich sollen Teenager einen unverkrampften Umgang zur natürlichsten Sache der Welt entwickeln. Aber wie soll das funktionieren, wenn Mutter und Vater selbst herumdrucksen? Lesen Sie, wann und wie was angesprochen werden sollte und wie die Aufklärung klappt, ohne dass es für beide Seiten unangenehm wird.

Beobachten Sie ihr Kind

Wann das eigene Kind tatsächlich die ersten sexuellen Erfahrungen sammelt, ist schwer zu sagen. Spätestens wenn der Nachwuchs eine feste Partnerschaft hat und erste Übernachtungsbesuche angefragt werden, möglicherweise aber auch schon bei der ersten Periode oder dem ersten Frauenarztbesuch ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um über Sexualität zu sprechen. Beginnen Sie ein Gespräch, wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Kind könnte bald soweit sein. Wenn Sie schon mit dem Kondom wedeln, wenn Ihr Kind noch Händchen hält, setzen Sie es unnötig unter Druck. Gehen Sie also behutsam vor. Grundsätzlich gilt aber bei der Aufklärung von Teenagern: Besser früher als später. Damit vermeiden Sie Missverständnisse und Ängste, die dadurch entstehen. Denn aus Unwissenheit heraus wird die eigene Sexualität schnell als etwas Unangenehmes oder Peinliches empfunden.

Suchen Sie nach Gesprächsmöglichkeiten

Gespräch Aufklärung


Das schwerste ist für Eltern oft, den Einstieg für ein Aufklärungsgespräch zu finden. Denn dass Ihr Kind auf Sie zugeht und Fragen stellt, ist unwahrscheinlich. Eher ist das Gegenteil der Fall, machen Sie sich also auf eine ablehnende Haltung gefasst. So schaffen Sie es trotzdem, Ihrem Kind den richtigen Rat und Unterstützung zu mitzugeben:

Jungs und Mädchen denken unterschiedlich

Die Geschlechter unterscheiden sich in ihren Interessen über Sexualität. Mädchen nähern sich dem Thema gefühlsmäßig, während Jungs oft eher praktisch denken. Für Jugendliche hat Sexualität generell aber mehr mit Emotionen als mit Gesundheit zu tun. Da die Gefühlswelt von Teenagern sehr fragil ist, beweisen Sie Taktgefühl. Achten Sie darauf, in Gesprächen die Privatsphäre Ihres Kindes nicht anzugreifen. Sonst laufen Sie in Gefahr, dass Ihr Kind sich verschließt. Vermitteln Sie ihm mit der richtigen Taktik, dass es als junger Erwachsener ernst genommen wird.

Unterschied Junge Mädchen


Taktik bei Mädchen: Die Gefühle beim ersten Mal sind ein guter Aufhänger für ein Gespräch. Auch Vergewaltigung ist ein Thema, das Teenie-Mädchen beschäftigt. Erklären Sie Ihrer Tochter, dass es wichtig ist zu den eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu stehen. Ermutigen Sie sie, ihre Gefühle ernst zu nehmen und diese nicht zu übergehen.
Taktik bei Jungen: Hier geht es oft um Penisgrößen, die richtigen Funktionsweisen oder schlicht um Reputation. „Was sagen meine Freunde dazu, wenn ich noch nicht mit meiner Freundin geschlafen habe?“ Lassen Sie Ihren Sohn in die Gefühlsschule gehen, um mehr Gespür für sich selbst und andere zu entwickeln. Jungs sollten lernen, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und diese auch auszusprechen. Ermutigen Sie ihn, in Alltagssituationen das zu sagen, was er gerade fühlt. Sätze wie „Ich bin müde“ oder „Du nervst mich“ klingen simpel, sind aber für pubertierende Machos Schwerstarbeit. Aber es lohnt sich. Denn wer gelernt hat, seine Gefühle bewusst wahrzunehmen und zu benennen, kann sich auch besser in andere hinein fühlen oder komplizierte emotionale Situationen meistern.


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