Akupunktur für Kinder

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Akupunktur für Kinder

Akupunktur für Kinder ist nahezu schmerzfrei und hat kaum Nebenwirkungen. Wie Akupunktur Kindern hilft

Zunehmend wird die jahrtausendealte Technik der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zur Behandlung von Grundschulkindern eingesetzt. Kein Wunder. Anders als Tabletten oder Spritzen hat Akupunktur für Kinder bei sachgerechter Anwendung so gut wie keine Nebenwirkungen. Zudem gibt es inzwischen fundierte Belege dafür, dass die gezielten Stiche bei verschiedenen Leiden eindeutig wirken. Ob Rückenschmerzen oder Migräne, Gelenkbeschwerden oder Allergien - bei vielen Menschen helfen die Nadeln genauso gut oder sogar besser als herkömmliche Therapien. Gerade Kinder können mit Akupunktur sehr wirkungsvoll behandelt werden, so weiß man heute. Eingesetzt wird sie vor allem zur Behandlung von Heuschnupfen, Asthma, Kopf- und Ohrenschmerzen, Verdauungsproblemen und Hauterkrankungen wie etwa Ekzemen, aber auch von Schlafstörungen oder Prüfungsangst. Der Haken daran: Wie erklärt man das einem Fünf- oder Zehnjährigen, dem schon der Anblick einer Nadel reicht, um in Tränen auszubrechen oder sich mit Händen und Füßen zu wehren? Schließlich hat jeder Dreikäsehoch beim Impfen oder Blutabnehmen die Erfahrung gemacht: Wenn der Arzt eine Nadel zückt, tut es kurz darauf weh.

Akupunktur ist fast schmerzlos

Akupunktur ist fast schmerzlos

Was die Kleinen nicht wissen können: Die speziellen Nadeln - vor allem solche, die bei Akupunktur für Kinder verwendet werden - sind nicht nur viel feiner als Impfnadeln, sie sind auch kürzer und mit einem Durchmesser von weniger als 0,2 Millimetern dünner als Akupunkturnadeln für Erwachsene. Außerdem bleiben sie bei Kindern häufig nicht so lange in der Haut. In der Regel dauert die Behandlung eine bis fünf Minuten. Bei Erwachsenen sind es meist 20 bis 30 Minuten. Hinzu kommt, dass Akupunkteure die Nadeln bei Kindern so gut wie schmerzlos setzen können. Der Trick, mit dem das gelingt, ist ein kleines Führungsröhrchen: Durch dieses wird die Nadel blitzschnell in die Haut geklopft, sodass das Stechen fast nicht zu spüren ist.

Kinder nicht zur Akupunktur zwingen

Kinder zur Behandlung zu zwingen, darin ist sich der Hamburger Allgemeinmediziner Helmut Rüdinger mit den meisten Akupunkteure einig, wäre aber ein grober Fehler gewesen. „Man muss die Zustimmung der Kinder gewinnen“, sagt der Mediziner. „Auf keinen Fall sollte man gegen sie arbeiten.“ Ein Patentrezept dafür, wie man das Vertrauen gewinnt, gibt es nicht. „Da muss man auf das Kind individuell eingehen“, sagt Rüdinger. Häufig helfe der Kniff, mit der Mutter zu vereinbaren, dass der Arzt erst einmal zur Demonstration bei ihr eine Nadel setzt. „Sobald die Kleinen dann sehen, dass nichts Schlimmes passiert, verlieren die meisten von ihnen ihre Angst.“ Dass man bei kleinen Patienten erst ein bisschen Überzeugungsarbeit leisten muss, stört Rüdinger nicht. „Kinder behandle ich wirklich gerne, weil sie sehr gut auf Akupunktur reagieren.“ Zum Beispiel bei Schlafstörungen: Manche Therapeuten setzen zur Behandlung nur eine einzige Nadel im Bereich der Stirn. Nach ein bis zwei Sitzungen ist das Problem oft behoben. Bei Spannungskopfschmerzen reichen in der Regel fünf bis zehn Sitzungen.

Wie Akupunktur nicht nur für Kinder funktioniert

Wie Akupunktur nicht nur für Kinder funktioniert

Wie Akupunktur genau wirkt, weiß bislang niemand. Nach den Vorstellungen der TCM soll Akupunktur den harmonischen Fluss der Lebensenergie Qi wiederherstellen. Sie fließt in zwölf Hauptbahnen, den Meridianen. Schmerzen z.B. entstehen dieser Theorie zufolge dadurch, dass der Energiefluss entlang der Meridiane zwischen einzelnen Körperbereichen blockiert ist. Reizt der Therapeut bestimmte Punkte entlang dieser Bahnen, stelle dies das Gleichgewicht wieder her. Beweise für die Existenz der Meridiane und Akupunktur-Punkte gibt es nicht. Vieles spricht jedoch dafür, dass gekonntes Nadeln keineswegs Humbug ist. So konnten Hirnforscher zeigen, dass spezifische Reize in der Haut über Schmerzfühler ans Gehirn weitergeleitet werden. Dort lösen sie eine vermehrte Ausschüttung von Nerven-Botenstoffen aus, darunter körpereigene Schmerzmittel und Stimmungsaufheller wie Endorphin und Serotonin. „Im Prinzip ist Akupunktur nichts anderes als ein Anstoßen unseres inneren Heilungs-Systems“, sagt Helmut Rüdinger. An welchen der insgesamt 360 Akupunktur-Punkten der Arzt die Nadeln setzt, wie tief und wie lange er sie in der Haut stecken lässt, entscheidet er je nach Art der Erkrankung und abhängig von der Verfassung seines Patienten. Bei der sogenannten Körperakupunktur werden vorwiegend bestimmte Punkte an Händen, Armen und Beinen, aber auch an den Augenbrauen, der Nase oder den Schläfen stimuliert. Ergänzend oder alternativ setzen einige Therapeuten auch die Ohrakupunktur ein. Mit besonders feinen Nadeln werden dabei spezielle Punkte gereizt, die der chinesischen Medizin zufolge in Beziehung zu den einzelnen Organen stehen.

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