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Wir Eltern hängen viel zu oft am Handy: Ein Aufruf an uns selbst

Laut Umfrage

Wir Eltern hängen viel zu oft am Handy: Ein Aufruf an uns selbst

Wir Eltern wünschen uns von unseren Kindern, dass sie nicht permanent aufs Handy oder den Laptop starren. Dabei fällt es uns selbst auch schwer, medial abzuschalten. Laut einer aktuellen Befragung sind sogar die meisten bei der Arbeit eher bereit, auf das Handy zu verzichten als zu Hause und in der Freizeit. Da muss sich doch was ändern!

Familienalltag ohne Handy? Heutzutage schwer denkbar

Skypen mit der Oma, Kita- und Schulorga-Kram in Whats-App-Gruppen, Behördenmails checken, Termine notieren und und und ... Das Smartphone ist als praktisches Orga- und Kommunikationstool einfach nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken.

Einerseits ist der kleine Computer super hilfreich, andererseits hält er uns des Öfteren davon ab, aufmerksam zu sein für unsere unmittelbare Umgebung. Im schlimmsten Fall verpassen wir beim Blick aufs Smartphone schöne Momente mit unseren Kindern.  Irgendwie echt schade, oder?

Handyverzicht bei der Arbeit fällt uns leichter als zu Hause

Das Versicherungs-Start-up Friendsurance hat gemeinsam mit YouGov eine repräsentative Umfrage zur Smartphone-Nutzung mit zahlreichen Teilnehmern jeder Altersgruppe gestartet. Dabei outeten sich viele Eltern, zu Hause in Anwesenheit ihrer Kinder nur schwer aufs Handy verzichten zu können. Viel leichter falle das im Job, da würden 66 % ihr Smartphone weglegen, um sich besser auf die Arbeit konzentrieren zu können. Vor allem die 45- bis 54-Jährigen geben an, am wenigsten auf das Handy verzichten zu können, wenn Kinder dabei sind.

Das ist auch verständlich: Es müssen Absprachen getroffen werden und die Erreichbarkeit muss gegeben sein. Zudem merken wir es teilweise gar nicht mehr, wie oft wir tatsächlich aufs Handy starren: Eigentlich schauen wir ja auf dem Spielplatz unseren Kindern beim Toben zu, aber dabei tippen wird dann eben doch immer mal wieder schnell ne WhatsApp.

Umfrage Friendsurance Eltern Handynutzung

Immer dabei: Beim Essen, während der Autofahrt und beim Sex

Doch dass das Handy derart mit uns verwachsen zu sein scheint, ist schon erstaunlich. In der Umfrage gaben die Eltern an, in folgenden Situationen am häufigsten das Handy zu benötigen.

Umfrage Friendsurance Eltern Handy

Unser Privatleben ist also gar nicht mehr ohne digitale Unterstützung denkbar und übt einfach einen Sog auf uns aus, für den wir teilweise gar nichts können. Wir sind es einfach gewohnt, unser Handy immer im Blick zu haben. Doch es gibt Situationen, wo es den Deutschen wertvoll ist, ungestört zu sein: Beim Essen in Gesellschaft wollen ca. 80 % von uns nicht abgelenkt werden. Lediglich die 25- bis 34-Jährigen werfen auch dann immer noch permanent einen Blick auf das Display.

Getrennt Lebende oder Verwitwete können kaum auf das Handy verzichten

Ist es verwunderlich, dass die Partnerschaft den Medienkonsum verändert? Alleinlebende Teilnehmer der Umfrage geben an, sich öfter mal eine handyfreie Zeit zu gönnen: bei der Arbeit, am Geburtstag oder Urlaub schalten sie laut der Befragung öfter mal ab. Eltern mit Kindern fällt dies schwerer, weil sie wahrscheinlich immer erreichbar sein wollen. Jene, die getrennt leben, geschieden oder verwitwet sind, haben wieder ein größeres Bedürfnis nach Kommunikation und Sicherheit. Das Handy ist dann der Nabel zur Außenwelt und ein Ersatz für menschlichen Kontakt.

Vorbild sein: Handyfreie Zeit für alle

Dass eine Familie auf ihr Smartphone völlig verzichtet, ist im Alltag sicher undenkbar. Vor allem die Corona-Pandemie zeigt uns den Vorteil der digitalen Kommunikation, denn ohne würde der Kontakt zu Freunden und Familie wohl einbrechen.

Doch wir Eltern werden bestimmt alle zugeben, dass wir auch zu Hause des Öfteren mal das Handy weglegen könnten. Vor allem, wenn unsere Kinder da sind. Leben wir ihnen vor, dass wir ohne Handy nicht können, warum sollten sie dann unserer Bitte folgen, mal etwas anderes zu tun, als am Smartphone zu hängen?

Eine Lösung wäre, wenn wir eine handyfreie Zeit für alle einführen. Am Essenstisch werden alle Smartphones weggelegt. So kann ein Gespräch stattfinden. Auch auf dem Spielplatz muss man nicht permanent aufs Handy schauen, es sei denn, es ist wirklich ein Notfall im privaten oder beruflichen Bereich.

Wir müssen zuallererst bei unserem Verhalten beginnen, dann lernen die Kinder auch, wie es anders geht bzw. sind auch bereit mitzumachen. Wenn die Familie zudem gemeinsam etwas Schönes macht, wird das Handy automatisch zur Nebensache.

Emoji-Quiz: Verwendest du sie am Handy auch richtig?

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Quelle: Friendsurance

Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

Wir sitzen alle in einem Boot

Alles leichter gesagt als getan. Ich kenne wirklich kaum eine Familie, die kein Smartphone hat. Und zu denjenigen ohne haben wir noch dazu wirklich am seltensten Kontakt. Es geht ja nicht darum, das Handy ganz abzuschaffen oder nicht mit Oma zu skypen oder Termine zu organisieren. Es würde uns sicherlich allen schon helfen, wenn wir uns in der Zeit, die wir mit den Kindern verbringen wirklich auf den Moment konzentrieren anstatt aufs Handy.

Denn wenn wir ehrlich sind, ist es oft nur eine Ersatzhandlung und nur in jedem 5. Fall super wichtig. Man beobachtet einfach zu viele Eltern auf Spielplätzen, die am Handy hängen. Einfach öfter mal das Teil in der Tasche lassen und die Aufmerksamkeit auf das Kind lenken. Das tut uns allen gut!

Bildquelle: Getty Images/Hakase_

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