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Familien stärken: Ärzte fordern baldige Corona-Impfung auch für Kinder

Familien stärken: Ärzte fordern baldige Corona-Impfung auch für Kinder

Corona-Impfung

Seit einigen Tagen ist der Corona-Impfstoff verfügbar. Doch impfen lassen können sich aktuell nur ältere Menschen und in der zweiten Runde Corona-Risikopatienten. Kinder wurden bisher nicht für eine Impfung vorgesehen. Doch einige Ärzte fordern jetzt vehement, auch Kinder zur Impfung zuzulassen.

Ein Meilenstein in der Impfforschung

Wissenschaftlich gesehen, ist es ein Meilenstein: Von über 212 Forschungsprojekten, die laut WHO angegeben haben, an einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus zu forschen, haben zwei Firmen ein Forschungsergebnis erzielt. Mittlerweile wurden die ersten Patient*innen weltweit mit dem Impfstoff von Biontech geimpft. Nun hat mit Moderna ein weiteres Unternehmen eine Zulassung für seinen Impfstoff erhalten.

Laut Robert-Koch-Institut: Diese Gruppen werden aktuell geimpft

Da es keine allgemeine Impfpflicht gibt, kann jede*r selbst entscheiden, ob er oder sie sich die zugelassene Corona-Impfung holen möchte. Die STIKO (Ständige Impfkommission) hat eine Impfempfehlung herausgeben, laut der sich die folgenden Menschen jetzt impfen lassen können:

  • Menschen mit hohem Infektionsrisiko wie medizinisches und Pflegepersonal
  • Personen mit Risiken für schweren Krankheitsverlauf und chronisch Kranke

Sollte ein sicherer und wirksamer Impfstoff verfügbar sein, müssen Wege der Verteilung in der Bevölkerung gefunden werden, die den bestmöglichen Schutz für exponierte und vulnerable Gruppen ermöglichen und gleichzeitig die Weiterverbreitung des Virus möglichst effektiv verhindern.

Robert Koch Institut

Aktuell sind dies vor allem das Medizin- und Pflegepersonal sowie Bewohner in Alten- und Pflegeheimen. Doch auch ältere Menschen über 80, die sich impfen lassen möchten, können sich einen Impftermin geben lassen. Die Termine sind begrenzt, weil der Impfstoff knapp ist und die Versorgung mit Impfstoff so gestaltet werden muss, dass frische Impfdosen auch entsprechend schnell verbraucht werden.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert Impfung auch für Kinder

Kinder sind bisher nicht für die Impfung mit dem Corona-Impfstoff vorgesehen. Die Begründung: Der neuartige Impfstoff sei zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht genügend getestet worden und damit sei ein Impfstoff aktuell noch nicht sicher genug. Insbesondere die etwaigen Nebenwirkungen sind noch nicht vollkommen geprüft.

Daher sind auch Minderjährige in der Impfverordnung von Minister Jens Spahn nicht vorgesehen. Die aktuellen Impfstoffe von Moderna und Biontech seien ab 16 Jahren zugelassen. Kinder gelten als weniger anfällig für das Virus und würden nicht zur Risikogruppe gehören.

Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte sieht in dieser Impfverordnung jedoch eine Diskriminierung von Eltern und Kindern. Diese dürfen nicht vernachlässigt werden.

Es ist problematisch, dass die Zulassung eines Impfstoffs für Kinder in der gegenwärtigen Aufgeregtheit über die Impfstoffknappheit für Erwachsene aus dem Blick gerät.

Thomas Fischbach

Virologe Kekulé warnt vor Impfung für Kinder

Das Robert-Koch-Institut beruhigt Eltern mit dem Hinweis, dass man davon ausgehen kann, dass auch Kinder geschützter sind, wenn durch verstärkte Impfung für Erwachsene, das Virus langsam zurückgedrängt werden würde. Man geht hier von der Herdenimmunität aus.

Kita- und Grundschulkinder scheinen nach allem, was bisher bekannt ist, das Infektionsgeschehen nicht in besonderer Weise anzutreiben und erkranken weniger häufig und stark als Erwachsene.

Robert-Koch-Institut

Gegen eine zu frühe Impfung von Kindern ist zudem auch der Hallenser Virologe Alexander Kekulé. Er verriet gestern in einem Podcast bei MDR aktuell, dass Kinder weniger gefährdet wären als Erwachsene und er daher keinen Grund sehe, diese jetzt verstärkt zu impfen. Zudem verweist er auch auf die Sicherheit der Kinder und hält es daher nicht für ratsam, diese einem noch nicht genügend getesteten Impfstoff auszusetzen.

Wir sind weit davon entfernt, belastbare Daten zu haben, wie es bei Kindern mit der Wirksamkeit und Sicherheit aussieht

Alexander Kekulé zu MDR aktuell

Die Verträglichkeit des Impfstoffes für Kinder prüfen

Laut MDR würde aktuell die Verträglichkeit des Impfstoffes für Kinder ab 12 Jahren geprüft. Das würden die Hersteller Biontech und Moderna melden.

Wenn denn die Impfung dann nach den nötigen Tests auch für Kinder möglich wäre, dann können sich Mediziner diese frühestens für Kinder ab 12 Jahren vorstellen. Kleinere Kinder sind erst mal nicht vorgesehen. Also gibt es hier für Familien mit Kleinkindern noch keine Aussicht auf eine Impfung und wir müssen uns noch gedulden und auf die erwähnte natürliche Herdenimmunisierung vertrauen.

Quelle: RKI.de, MDR, MZ

Bildquelle: Getty Images/Drazen Zigic

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