Funktionelle Lebensmittel unter der Lupe

Gesundheit

Funktionelle Lebensmittel unter der Lupe

Manche Lebensmittel enthalten Zusatzstoffe, die die Gesundheit fördern sollen. Was funktionelle Lebensmittel auszeichnet und wann sie in der Kinderernährung nützlich sind.

Lebensmittel mit angeblichen Zusatznutzen

Funktionelle Lebensmittel, auch „Lebensmittel mit Zusatznutzen“ genannt, sollen im Gegensatz zu normalen Lebensmitteln nicht nur gut schmecken und natürliche Nährstoffe liefern, sondern zusätzlich eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben: „Ein täglicher Beitrag für die Gesundheit“ oder „Stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte“ lauten die Werbeversprechen der Hersteller. Dieser Zusatznutzen soll entweder durch ein Plus an Vitaminen, Mineralstoffen und speziellen Fettsäuren erreicht werden oder durch die Entfernung bestimmter Inhaltsstoffe. Das gibt’s natürlich nicht umsonst: Die meisten funktionellen Lebensmittel kosten mehr als ihre „normale Version“. Trotzdem boomt der Markt.

Was funktionelle Lebensmittel zu leisten versprechen

Claudia Thienel, Ernährungsexpertin bei www.waswiressen.de, äußert sich zur Wirkung von funktionellen Lebensmitteln:

➤ ACE-Getränke: „ACE-Getränke bieten gegenüber normalen Fruchtsäften keinen Vorteil. Sie besitzen sogar ein geringeres antioxidatives Potenzial als Johannisbeernektar, roter Traubensaft oder Orangensaft“, so die Ernährungswissenschaftlerin.
➤ Omega3-Fettsäure: „Brot mit Omega-3-Fettsäuren hält die Blutgefäße fit und schützt das Herz“, heißt es in der Werbung. Das stimmt zwar, eine wesentlich bessere Quelle für Omega-3-Fettsäuren ist allerdings fettreicher Fisch aus kalten Gewässern wie Hering, Lachs und Makrele. Der Gehalt in funktionellen Lebensmitteln ist im Vergleich gering.
Das soll nicht heißen, dass funktionelle Lebensmittel in der Kinderernährung prinzipiell Mogelpackungen sind:➤ Probiotische Joghurts etwa enthalten Bakterien, die im Darm die Ausbreitung krank machender Mikroorganismen verhindern, das Immunsystem unterstützen und die Verdauung auf Trab bringen – allerdings nur, wenn sie täglich und in ausreichender Menge aufgenommen werden.➤ Margarine mit Phytosterinen kann, täglich aufs Bort geschmiert, einen erhöhten Cholesterinspiegel tatsächlich um bis zu zehn Prozent senken.

Funktionelle Lebensmittel maßvoll genießen

Funktionelle Lebensmittel maßvoll genießen

Doch auch solche Produkte sollten nicht nach dem Motto „Viel hilft viel“ konsumiert werden. Wer beispielsweise zu viele Cholesterinsenker isst, läuft Gefahr, einen Vitaminmangel zu erleiden. Die Phytosterine behindern nämlich nicht nur die Aufnahme von Cholesterin in den Körper, sondern zugleich auch die von fettlöslichen Vitaminen. Schwangere, stillende Mütter und Kinder unter fünf Jahren sollten die Finger davon lassen, empfiehlt die Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen. Nicht schädlich, aber unnötig sind spezielle Kinderlebensmittel wie Weingummis mit Vitaminen oder süße Flakes mit der Extraportion Eisen. Bei diesen Lebensmitteln handelt es sich um zucker- oder fettreiche Produkte. Es sind Süßigkeiten und Naschereien, die auch durch die Extraportion an Nährstoffen nicht wertvoller und gesünder werden.

Funktionelle Lebensmittel können Kinderernährung ergänzen

Bei einem abwechslungsreich zusammengesetzten Speiseplan sind funktionelle Lebensmittel in der Kinderernährung nicht erforderlich. Selbst Kinder, die kein Gemüse mögen oder krank sind, leiden nicht so schnell unter Nährstoffmangel – ein gesunder Körper hat ausreichend Vorräte. Wann funktionelle Lebensmittel ergänzend in der Kinderernährung wirken können:

  • Wenn jemand keine Milchprodukte mag oder verträgt, kann er seine Versorgung mit Kalzium durch Säfte verbessern, die mit diesem Mineralstoff angereichert sind.

  • Wem das Enzym Laktase zur Verdauung von Milchzucker fehlt, profitiert von laktosefreier Milch.

  • Jodiertes Speisesalz hilft, den bei uns weit verbreiteten Jodmangel zu lindern.

  • Probiotische Bakterien in Joghurt oder Baby-Brei können Allergien vorbeugen, sowie Durchfall und Erkältungsinfektionen lindern.

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