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Coronavirus in der Schwangerschaft: Was Eltern jetzt über Symptome und Risiken fürs Baby wissen müssen

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Coronavirus in der Schwangerschaft: Was Eltern jetzt über Symptome und Risiken fürs Baby wissen müssen

Das Coronavirus breitet sich auch in Deutschland weiter aus. Ob und wann es sich behandeln und eindämmen lässt, ist bisher unklar. Die beste Strategie ist also wie bei allen Infekten die Vorbeugung. Wie du eine Ansteckung mit dem Coronavirus in der Schwangerschaft verhindern kannst und welche Risiken im Ernstfall bestehen.

Die gute Nachricht zuerst: Ärzte gehen davon aus, dass das Coronavirus in der Schwangerschaft zumindest nicht auf dein Baby übertragen werden kann. Dieses Wissen bezieht sich aber auf die bisher begrenzten Erfahrungswerte. Gleichzeitig gehen mit einer Infektion einige Gefahren für euch beide einher, weshalb eine Vorbeugung wichtig ist. Dabei raten uns Experten immer wieder, bei all den Schlagzeilen die Gefahren der gemeinen Grippe nicht zu unterschätzen und den Fokus lieber auf allgemeine Infekt-Prävention zu legen.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Das Coronavirus (COVID-19, auch Sars-CoV-2) ist ein verwandter Virenstamm der Atemwegsinfekte SARS und MERS, die in den letzten Jahren vermehrt auftauchten und verbreitet sich seit 2019 weltweit. Experten konnten bisher beobachten, dass Corona sich wie andere Atemwegsinfekte besonders über Tröpfcheninfektion verbreitet. Dabei ist es besonders ansteckend und kann auch schon beim Sprechen übertragen werden. Man geht davon aus, dass Corona auch auf Oberflächen überlebt und deshalb per Schmierinfektion übertragbar ist.

Sind Schwangere für das Coronavirus anfälliger?

Bisher gibt es keine Studien, die das belegen. Allerdings sind Schwangere generell anfälliger für Infekte wie Erkältungen, Atemwegsinfekte und die Grippe. Das liegt daran, dass sich die Immunreaktion leicht herunterschraubt, um die Schwangerschaft zu erhalten. Gleichzeitig laufen andere Prozesse auf Hochtouren und körperliche Veränderungen wie geschwollene Schleimhäute begünstigen Atemwegsinfekte zusätzlich.

Aus diesem Grund sollten Schwangere sich besonders schützen. Denn Erfahrungen mit verwandten Virenstämmen haben gezeigt, dass Infektionen in der Schwangerschaft besondere Risiken bergen. Der Berufsverband der Frauenärzte rät ausdrücklich, sich auch jetzt noch gegen die Grippe impfen zu lassen, um eine Infektion mit beiden Krankheiten zu vermeiden.

Welche Risiken bestehen bei einer Infektion mit dem Coronavirus in der Schwangerschaft?

Bisher wurde beobachtet, dass Corona in der Schwangerschaft meist relativ mild verläuft. Die schlimmsten Fälle traten bei nicht-schwangeren Personen auf, die unter schweren Vorerkrankungen litten. Virusinfekte und Atemwegsinfekte im Allgemeinen verlaufen aber schwerer in der Schwangerschaft. Und Studien belegen, dass starker Husten, Lungenentzündungen und hohes Fieber schnell gefährlich für Mutter und Baby werden können. Auch können sie häufiger zu Frühgeburten führen. Besonders im ersten Trimester muss man bei hohem Fieber leider auch mit einer Fehlgeburt rechnen.

In weltweiten Fällen von verwandten, bisher schwerer verlaufenden SARS und MERS-Infektionen war das Risiko für Mutter und Baby aber stark erhöht. So erlitten viele infizierten Schwangere Fehlgeburten und Stillgeburten.

Kann ich das Coronavirus auf mein Baby übertragen?

Bisher hat man beobachtet, dass Corona vorrangig über Körperflüssigkeiten wie Speichel, Sekrete und Blut übertragen wird. Es gibt zwar keine Studien, die eine Übertragung aufs Baby durch Nabelschnur und Fruchtwasser ausschließen, aber Erfahrungswerte, die bisher dagegen sprechen. So konnte in einer kleinen Studie in Wuhan keine Infektion der Neugeborenen beobachtet werden, deren Mütter sich im dritten Trimester mit Corona angesteckt hatten.

Alle Babys kamen per Kaiserschnitt zur Welt und wurden nach der Geburt vorsichtshalber von ihren Müttern isoliert. Welchen Effekt eine Ansteckung im ersten und zweiten Trimester haben kann, ist bisher unklar. Auch gibt es noch keine Rückschlüsse, ob eine vaginale Geburt genauso sicher ist, da beim Kaiserschnitt der Kontakt mit Körperflüssigkeiten viel geringer ist. Deshalb wird bei einem Verdacht auf eine Infektion zumindest ein Kaiserschnitt in Erwägung gezogen. In Muttermilchproben konnte das Virus bisher nicht nachgewiesen werden.

Welche Risiken birgt das Coronavirus für Babys?

Ob es Langzeitfolgen bei einer Infektion der Mutter gibt, ist bisher nicht belegt. Generell kann sich eine lange Krankheit der Mutter in der Schwangerschaft auf das Geburtsgewicht und die Entwicklung des Babys auswirken. Bei allen Neugeborenen in der Wuhan-Studie gab es Beeinträchtigungen. Allerdings gehen die Mediziner davon aus, dass diese auf andere Faktoren zurückzuführen sind.

Da Schwangere aber nicht zur Risikogruppe für die Infektion zählen und diese auch in der Schwangerschaft meist mild verläuft, sehen Ärzte hier kein größeres Risiko fürs Baby. Wichtig ist, eine Ansteckung nach der Geburt zu vermeiden, solange die Mutter infiziert ist. Und dass du dein Baby in einer Klinik zu Welt bringst, in der eine durchgängige Überwachung während der Geburt und eine engmaschige Betreuung des Neugeborenen, ggf. mit intensivmedizinischen Maßnahmen, möglich ist. Bei Verdacht oder Bestätigung einer Infizierung wird von Hausgeburten und Entbindungen im Geburtshaus deshalb strikt abgeraten.

Welche Symptome sind typisch fürs Coronavirus?

Beim neuartigen Strang des Coronavirus wurden folgende Symptome beobachtet:

  • Halskratzen und -schmerzen
  • Husten
  • Schnupfen
  • Fieber
  • Durchfall

Eine Corona-Infektion ähnelt also anderen Atemwegsinfekten und Virusinfektionen zur Grippezeit. In schweren Fällen kann es zu einer Lungenentzündung kommen, meist ist das bei schweren Vorerkrankungen der Fall.

Wie kann ich einer Ansteckung mit Coronavirus vorbeugen?

Gute Hygiene ist der beste Weg, eine Ansteckung mit Corona zu vermeiden. Ärzte betonen immer wieder, dass diese sowieso in Anbetracht der Grippewelle von Bedeutung ist - besonders auch in der Schwangerschaft. Ansonsten gibt es für Schwangere derzeit keine anderen Empfehlungen als für den Rest der Bevölkerung. Hier sind die wichtigsten Maßnahmen, einer Corona-Ansteckung vorzubeugen:

  • Regelmäßiges Händewaschen mit warmem Wasser und Seife, besonders nach dem Aufenthalt in öffentlichen Einrichtungen, vor und nach dem Essen, nach dem Anfassen von Türklinken, Fahrstuhlknöpfen und Co.
  • Öffentliche Verkehrsmittel meiden. Wenn nötig, das Anfassen von Haltestangen, Knöpfen und Türgriffen meiden oder Handschuhe tragen
  • Ein Hand-Desinfektionsmittel ist gut, aber kein Ersatz für häufiges Händewaschen
  • Körperkontakt bei Begrüßungen etc. vermeiden
  • Gute Hygiene beim Husten und Niesen: Husten und Niesen in die Armbeuge. So verhindert ihr nicht nur, andere anzustecken. Ihr fasst euch auch selber weniger ins Gesicht.
  • 1 bis 2 m Abstand zu erkrankten Menschen einhalten
  • Menschenansammlungen meiden
  • Arztpraxen meiden, wenn kein dringender Bedarf der medizinischen Versorgung oder Schwangerschaftsvorsorge besteht

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Was tun, wenn ich eine Ansteckung mit Coronavirus vermute?

Hier sind sich die Mediziner einig: Zunächst erst mal Ruhe bewahren. Bei einem Verdacht auf das Coronavirus ist es besonders wichtig, den Kontakt mit der Öffentlichkeit zu meiden. So gilt weiterhin die Empfehlung, den Hausarzt, Frauenarzt oder die Notaufnahme telefonisch zu kontaktieren. Auf keinen Fall einfach in die Praxis fahren, denn so kann sich das Virus in sekundenschnelle verbreiten. Der Arzt wird basierend auf Symptomen und Vorgeschichte einen Hausbesuch und das weitere Vorgehen abwägen. Wenn ihr milde Symptome habt, ist eine Selbstisolation und -behandlung auch in der Schwangerschaft ausreichend. In der Zwischenzeit ist es wichtig, dass ihr den engen Kontakt zu euren Familienangehörigen und der Außenwelt meidet. Wichtig: Wenn ihr in dieser Zeit Wehen bekommt, Hebamme, Frauenarzt oder Kreißsaal anrufen, bevor ihr euch untersuchen lasst. Wenn nötig, wird euch dann die Anfahrt im privaten Fahrzeug oder per Krankentransport geraten.

Kann mein Kleinkind mich mit Coronavirus anstecken?

Kinderärzte gehen basierend auf bisherigen Erfahrungen davon aus, dass das Coronavirus Kinder seltener betrifft. Im Falle einer Ansteckung verlief diese in den meisten Fällen milder als bei Erwachsenen. Dennoch könnt ihr euch über eure Kids mit Corona anstecken, denn sie können das Virus auch symptomlos weitergeben. Deshalb ist es wichtig, auch hier auf besonders gute Hygiene zu achten und alle kommunizierten Maßnahmen der Vorbeugung strikt einzuhalten. Alles zum Thema Kitas und Coronavirus lest ihr hier in unserem Beitrag.

Coronavirus: Hotlines zur Behandlung und Beratung

Ihr habt Fragen, braucht mehr Informationen zu Corona oder glaubt, ihr könntet euch angesteckt haben? An folgende Anlaufstellen könnt ihr euch wenden. Bei Gefahr einer Ansteckung ist es wichtig, dass ihr Ärzte zuerst telefonisch kontaktiert!

Lokal:

  • die Rufnummer eures Hausarztes
  • ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117

Bundesweit hat das Bundesgesundheitsministerium folgende Hotlines bereitgestellt:

  • Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800 011 77 22
  • Einheitliche Behördenrufnummer: 115 (www.115.de )
  • Bundesministerium für Gesundheit (Bürgertelefon): 030 346 465 100

Zusätzlich hat die Berliner Charité eine kostenlose Corona-App zusammengestellt, die innerhalb weniger Minuten spezifische Handlungsschritte aufzeigt.

Quellen: WHO, Frauenärzte im Netz, Robert Koch Institut, ZDF, US Center for Disease Control and Prevention (CDC), Healthline, Biermann Medizin, Deutsches Gesundheitsportal

Jennifer Kober
Das sagtJennifer Kober:

Ruhe bewahren …

Als Schwangere mit Kleinkind habe ich derzeit öfters gemerkt, dass unser Körper mit Baby im Bauch auf viele Dinge komplett anders reagiert. Schon ein kleiner Infekt wird schnell mal mit hohem Fieber und Krämpfen begleitet und wir bekommen auf einmal Angst, dass dem Baby was zustößt. Beim Thema Coronavirus ist das nicht anders: Plötzlich spuken uns “Was, wenn”-Szenarien durch den Kopf. Dabei sind wir in gewissem Sinne gut vorbereitet, denn wir setzen uns ständig mit der Vorbeugung von Grippe, Ringelröteln, Listeriose und CMV auseinander. Gute Hygiene und gesunder Menschenverstand sind auch beim Coronavirus entscheidend. Und vor allem: Guter Dinge zu sein! Denn das Risiko, dass wir uns anstecken und dann auch etwas passiert, ist bisher vergleichsweise gering. Umso wichtiger ist es, dass wir uns auf all die Dinge konzentrieren, die wir beeinflussen können.

Bildquelle: Getty Images/lolostock

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