Motorik und Knochen sorgen für gesunde Körperhaltung

Babyentwicklung

Motorik und Knochen sorgen für gesunde Körperhaltung

Die Grundlagen für eine gute Körperhaltung werden in den ersten Monaten gelegt. Was jetzt die Knochen aufbaut und die Motorik fördert

In den ersten Lebensmonaten tut sich enorm viel - gerade die Motorik entwickelt sich in rasantem Tempo. Kaum auf der Welt, trainiert das Baby mit scheinbar unkoordinierten Strampelbewegungen in noch ungewohnter Bewegungsfreiheit die Körperbeherrschung. Und schon bald erleben Eltern lauter aufregende Premieren: Aus den anfangs noch hilflos rudernden Kleinen werden plötzlich fixe Krabbelkinder, um den 9. Monat herum stehen manche schon auf eigenen Beinen - so machen sie sich Etappe für Etappe fit für die ersten Schritte in die Welt. In dieser Zeit wird auch der Grundstein für eine gute Körperhaltung gelegt. Und es gibt eine Menge, was Eltern tun können, um ihre Kinder dabei zu unterstützen. Ein stabiles Rückgrat, gesunde Hüften, gerade Beine - das sind die Voraussetzungen, um im Leben vorwärts zu kommen. In welcher Haltung Kinder das tun, hat nicht nur Einfluss auf die Gesundheit der Knochen, es zeigt ihre emotionale Stabilität. „Ob ein Kind aufrecht geht oder krumm, sagt immer auch etwas über seine innere Verfassung aus“, erklärt der Hamburger Kinderorthopäde Dr. Matthias Dittberner. Eine gute Voraussetzung für eine aufrechte Haltung schaffen Eltern deshalb schon dann, wenn sie ihrem Säugling ganz viel Liebe und Zuwendung schenken, mit ihm schmusen, ihn streicheln. Denn: „Zärtlichkeit hilft dem Baby, ein Gefühl für seinen Körper zu bekommen“, sagt Dittberner.

Baby: Motorik und Knochen sorgen für gesunde Körperhaltung

So entwickelt sich Babys Motorik

Doch Zärtlichkeit allein macht ein Rückgrat nicht stark. Um die motorische Entwicklung von Beginn an unterstützen zu können, ist es hilfreich, ihren ungefähren Ablauf zu kennen.

  • Monat 1-3: In den ersten 3 Monaten liegt Ihr Baby noch wie ein kleines Käferchen auf dem Rücken. Es kann den Kopf heben und heftig strampeln - mehr nicht. Doch dann streckt es sich aus der leicht gebeugten Haltung nach und nach in die Länge.
  • Monat 4-6: Das Baby dreht sich aus eigener Kraft
  • Monat 7-9: Bis zum 9. Monat gelingt es dem Baby, frei zu sitzen und zu krabbeln.
  • Monat 10-12: Das Baby entwickelt rasch große Geschicklichkeit: Über den Vierfüßlerstand schaffen sie es bis zum 12. Monat, sich an Gegenständen hochzuziehen. Und hier tauchen schon die ersten Besonderheiten auf: Kinder entwickeln in dieser Phase oft O-Beine und Plattfüße. Doch das ist vollkommen normal, denn die Beinachsenentwicklung ist noch nicht abgeschlossen, das Fußgewölbe zwar schon angelegt, aber noch nicht sichtbar.

Muskeln und Knochen stärken Körperhaltung

Muskeln und Knochen stärken Körperhaltung beim Baby

Die Eckpfeiler einer guten Haltung sind Balance, starke Muskeln und stabile Knochen. Anfangs ist das kindliche Skelett durch einen hohen Knorpelanteil äußerst biegsam, bei andauernder Fehlhaltung kann es sich verformen. „Übervorsichtig müssen Eltern dennoch nicht sein“, sagt Matthias Dittberner. „Beispielsweise haben selbst längere Autofahrten im Kindersitz keine negativen Folgen. Zum Ausgleich sollte man das Baby aber anschließend bäuchlings und rücklings auf eine Decke legen und ausgiebig strampeln lassen.“ Für die Knochengesundheit ist es außerdem wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Starke Knochen brauchen Kalzium, es sorgt für Festigkeit und Stabilität. Ab der ersten Beikost sollten deshalb Milchprodukte und kalziumreiche Gemüse wie Brokkoli, Fenchel und Mangold auf dem Speiseplan stehen. Der tägliche Kalziumbedarf von Babys liegt bei 500 Milligramm, bei Kleinkindern zwischen 600 und 700 Milligramm. Zur Orientierung: 1 l Milch enthält etwa 1.000 Milligramm des Knochenminerals. Wesentlich unterstützt wird der Körper bei der Kalziumaufnahme vom Vitamin D, das unser Körper bei ausreichender Sonnenbestrahlung in der Haut bildet. Es sorgt dafür, dass Kalzium aus dem Darm ins Blut aufgenommen und in die Knochen eingebaut wird. Deshalb: Gehen Sie möglichst jeden Tag mit dem Baby für eine halbe Stunde raus an die frische Luft!

Bewegung trainiert Babys Motorik

Bewegung trainiert Babys Motorik

Die motorische Entwicklung Ihres Babys lässt sich durch ganz simple Maßnahmen unterstützen: „Ein spezielles Muskeltraining ist bei den Kleinen unnötig“, sagt Matthias Dittberner. „Viel wichtiger ist es, ihren natürlichen Bewegungsdrang zu bedienen.“ Die Muskeln werden allein schon dann trainiert, wenn man das Baby beim Wickeln ausgiebig strampeln lässt. Achten Sie beim Anziehen darauf, dass Windeln und Strampler nicht zu eng sitzen. Der Kinderorthopäde rät: „Legen Sie das Baby öfter mal auf den Bauch. So hebt es das Köpfchen an. Das stärkt die Rückenmuskulatur.“ Sobald die Babys sich sicher bewegen können, sind Tobe-Landschaften aus Kissen ideal für die Weltentdecker. Denn das Kraxeln auf unebenem Untergrund trainiert unterschiedliche Muskelgruppen und das Gefühl für Balance. Auch Baden und Babyschwimmen fördern die Haltung und ein gutes Körpergefühl. Das optimale Training für die Balance ist es, in den 1. Wochen direkt am Körper getragen zu werden, zum Beispiel im Tragetuch oder einer Tragehilfe. Die wiegenden Bewegungen verschaffen dem Baby Sinnesreize, die sich positiv auf seine Motorik auswirken. Davon, das Baby mit Blick nach vorne zu tragen, raten viele Experten ab. Für die Aufrichtung der Wirbelsäule ist dagegen etwa ab dem 10. Monat der Hüftsitz ideal.

Galerien

Lies auch

Teste dich