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Corona: Sind Kinder genauso ansteckend wie Erwachsene?

Studie liegt vor

Corona: Sind Kinder genauso ansteckend wie Erwachsene?

Seit Wochen beschäftigt Eltern dieses Thema: Wie ansteckend sind Kinder, wenn es um Corona geht. Als eine der ersten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus wurden Schulen und Kitas geschlossen. War das berechtigt?

Kinder ansteckende Superspreader?

Kinder sind Superspreader, hieß es bis jetzt immer. Gemeint ist, dass Kinder Corona am häufigsten übertragen und potentiell viele Menschen anstecken könnten. Diese Theorie sehen ja viele Eltern in der Praxis: Wenn in der Kita ein Kind schnupft, dann ziehen bald auch die anderen die Nase hoch. Bei Grippe und Co stimmt die Regel also auf jeden Fall. Wer sich nicht richtig auskuriert, der kann potentiell andere Kinder anstecken. Und die dann ihre Eltern und die ihre Kolleg*innen. Der Kreis wird immer größer.

Alle wissen: Kinder können andere anstecken

Weil es diese Erfahrungen mit relativ harmlosen Viren und Bakterien seit vielen Jahren gibt, ging die Forschung bei Corona auch davon aus, dass Kinder auch dieses Virus relativ großflächig weitergeben. Allein, es fehlten wirkliche Studien. Es wurde eben immer nur angenommen, dass dem so sei. Das brachte viele Eltern zurecht auf, die Kinder, Kitas und Schulen standen unter Generalverdacht, andere anzustecken.

Studie veröffentlicht: Kinder genauso ansteckend wie Erwachsene

Jetzt gibt es vorsichtige erste Studien, die bereits ohne Kommentar von der Charité Berlin veröffentlicht wurden. Sie deuten darauf hin, dass Kinder in der Tat Corona genauso übertragen können, wie Erwachsene. Diese These stand ja immer im Raum, die erste, recht kleine Studie scheint dies nun zu bestätigen.

Kinder erkranken eher leicht

Nach wie vor ist es so, dass Kinder selbst eher selten (schwer) an Corona erkranken, meist sind sie vollkommen symptomfrei. Bereits im März warnte der Virologe Christian Drosten davor, dass die Symptomfreiheit der Kinder sie zu einer Gefahr für alle machen kann.

Kinder ansteckend: Was passiert mit Schule und Kita?

Im Klartext bedeutet die neue Studie also schon, dass genau geguckt werden muss, ob Kitas und Schulen einfach so in absehbarer Zeit wieder öffnen können. Wenn Kinder sich, symptomfrei, beieinander anstecken, das Coronavirus aber an ihre Eltern übertragen, dann kann das die Fallzahlen sehr schnell wieder in die Höhe treiben. Noch hat sich weder Drosten noch die Charité ausführlich zu dieser Studie geäußert. Das ist aber sicherlich nur eine Sache von Tagen.

Datenlage sorgt für Fragen

Die neue Datenlage wird dafür sorgen, dass noch einmal neu über die Öffnung von Kitas und Schulen nachgedacht werden muss. Was bedeuten die neuen Erkenntnisse für die Zukunft von Eltern im Homeoffice, in systemrelevanten Berufen? Wie können Kinder wieder miteinander in Kontakt kommen und was bedeutet die Studie für die Kinder in der Notbetreuung? Wie wird das in Zukunft für Familien laufen, in denen eine oder mehrere Personen zur Riskiogruppe gehören? Werden die Kinder dann freigestellt? Denn natürlich macht sich auch der Nachwuchs Sorgen, dass er das Corona-Virus mit nach Hause bringen kann.

 

Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Mein Fazit

Mich sorgen diese neuen Erkenntnisse sehr. Weil einfach nicht klar ist, ob und wann Kinder wieder in die Kitas gehen. Ich hatte mich schon auf August eingestellt, auch wenn das für uns Eltern unheimlich hart ist. Aber wenn Kinder genauso ansteckend sind wie Eltern, in Schule und Kita aber keinen Abstand halten können, dann ergeben sich für mich viele Fragen. Was passiert mit den Kindern, deren Eltern einer Risikogruppe angehören? Dürfen die nicht mehr am Alltag teilnehmen? Wer kümmert sich um sie? Und wie sollen Eltern weiterhin Beruf und Familie stemmen?

Bildquelle: getty images / Imgorthand

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