Herausforderung Elternschaft

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Herausforderung Elternschaft

Sich der Elternschaft zu stellen, ist nicht immer einfach. Wie Eltern das Eltern sein genießen und die Elternschaft voll ausfüllen können.

Zweifel an guter Elternschaft gehören dazu

Eltern stellen sich immer wieder mal die Frage: „Sind wir gute Eltern für unsere Kinder?“ Die Antwort hängt stark davon ab, an welchem Tag man sich Eltern diese Frage stellen. Ein Familientag kann so perfekt laufen, dass die Kinder abends schnell und zufrieden einschlummern. Aber es gibt eben auch andere Tage. Solche, an denen das Familienleben aus den Fugen gerät, die Kinder nur ungesunde Sachen futtern, nichts richtig klappt, ständig mindestens einer schreit und heult. Eltern haben dann das Gefühl, in der Elternschaft zu versagen und wünschen sich, dass mit dem Eltern sein bald Schluss ist.

Eltern sein heißt das Unerwartete einplanen

Das Leben mit kleinen Kindern ist sinnstiftend und erfüllend, aber gleichzeitig auch voller Widrigkeiten und mit viel Verzicht für Eltern verbunden. Statt eines geplanten Babytreffens mit Freunden verbringen Eltern den Vormittag beim Kinderarzt, weil das Kind morgens mit unerklärlichem Fieber aufgewacht ist. Da müssen Eltern dann eben durch. Eltern sein bedeutet, über Jahre damit umzugehen, dass große Teile des Tages fremdbestimmt ist. Kaum eine anderere Aufgabe als die Elternschaft verlangt eine solche Flexibilität ab.

Elternschaft fällt manchmal schwer

Wenn Eltern gelegentlich das Gefühl haben, die Elternschaft wächst ihnen über den Kopf, dann können sie sich ein wenig damit trösten, dass es so fast allen Eltern von kleinen Kindern geht. Selbst bei Eltern, die scheinbar alles im Griff haben, geht einiges schief. Statt sich mit Zweifeln an der Elternschaft zu martern, dürfen Eltern vielmehr stolz sein, was sie alles hinbekommen.

Wie Elternschaft das Leben verändert

Wie die Elternschaft das Leben verändert

Elternschaft ändert sehr viel im Leben der Eltern: den Alltag, die Sichtweise auf die Welt und die eigenen Werte. Eltern gewinnen neue Freunde hinzu, aber verlieren auch den Kontakt zu alten Freunden. Die Beziehung zum Partner ist anders als vorher, und auch das Verhältnis zu den eigenen Eltern bekommt oftmals eine neue Dynamik. Junge Eltern müssen von lieben Gewohnheiten Abschied nehmen. Heute gehen Hirnforscher davon aus, dass die vielseitigen Anforderungen, die Elternschaft an eine junge Mutter stellt, sogar die Struktur ihres Gehirns verändern.

Langsam an die Elternschaft gewöhnen

So viel Wandel durch Elternschaft - auch wenn er von ganzem Herzen erwünscht ist - ist ein nicht zu unterschätzender Kraftakt für Eltern. Besonders in den ersten Monaten, aber auch in den ersten drei bis vier Lebensjahren des Kindes wird den Eltern viel abverlangt. Bei den allermeisten Paaren dauert es auch eine ganze Zeit, bis sie sich in der Elternschaft wirklich zu Hause fühlen. Das ist aber ganz normal. Niemand muss deshalb an sich und seiner Liebe zum Kind zweifeln.

Eltern über Elternschaft gut informiert

Eltern über Elternschaft gut informiert

Viele Eltern, bei denen eigentlich die Elternschaf ganz gut läuft, empfinden gelegentlich so etwas wie Selbstzweifel: „Machen wir auch alles richtig?“ oder „Ist es normal, dass unser Baby mit 2 Jahren immer noch fremdelt?“ Insbesondere junge Mütter sind heute sehr gut über Elternschaft informiert. Sie lesen Zeitschriften und Bücher, fragen dem Kinderarzt ein Loch in den Bauch und tauschen sich in Internetforen mit anderen Müttern aus. Sie wissen Bescheid über die richtige Beikost ab dem 6. Monat, über wichtige Entwicklungsschritte, den Sinn von Ritualen und einem strukturiertem Alltag.

Theorie im Alltag schwer umzusetzen

Aber natürlich gelingt es Eltern nicht immer, sich so zu verhalten, wie man es theoretisch für richtig hält. So muss das Baby mitunter mal im Möbelhaus sein Mittagsschläfchen halten und statt eines guten Möhrenbreis bekommt es ein Rosinenbrötchen von den Eltern in die Hand gedrückt. Nicht immer sind Eltern milde, konsequent und liebevoll, sondern auch launisch, ungerecht und ungeduldig.

Kinder können mit Schwächen der Eltern umgehen

Doch das bedeutet zum Glück noch lange nicht, dass unsere Kinder sofort das Vertrauen in uns Eltern und unsere Liebe verlieren oder sich schlecht entwickeln. „Es sind nicht einzelne Momente, die eine Beziehung prägen - der Alltag ist entscheidend. Und solange da die Grundmelodie stimmt, können Kinder ganz gut mit den Schwächen ihrer Eltern umgehen. Und zu erkennen, dass Menschen Fehler haben, ist schließlich auch eine wichtige Erkenntnis“, sagt Carola Bindt. Und fügt hinzu: „Eltern können nicht perfekt sein, und das brauchen sie auch gar nicht.“

Jede Tag mehr in die Elternschaft hinweinwachsen

Eltern sein ist eben kein Lehrberuf, sondern es ist immer auch ein bisschen der Sprung ins kalte, unbekannte Wasser. Gerade beim ersten Kind. Aber langsam wachsen Eltern nach dem Learning-by-Doing-Prinzip über die Jahre immer besser in die Elternschaft hinein. Von gelegentlichen Fehlern sollte sich niemand verunsichern lassen, sondern immer die optimistische Grundüberzeugung behalten: Ich schaffe das schon!

Elternschaft beginnt mit Bonding

Elternschaft beginnt mit Bonding

Eltern geben dem Kind etwas ganz Wichtiges, das es durch sein ganzes Leben begleiten wird: Urvertrauen. Am Anfang hilft die Biologie des Körpers dabei ganz kräftig mit: Während der Geburt wird der Botenstoff Oxytocin im Gehirn der Mutter ausgeschüttet - als Reaktion auf die Weitung des Muttermundes. Man nennt dieses Hormon auch Bindungs- oder Liebeshormon. Viele Frauen berichten von einem glücklichen, fast rauschhaften Zustand und empfinden tief für das kleine Bündel, dass ihnen auf die Brust gelegt wird.

Bonding zwischen Mutter und Baby

Wenn das Baby dann beginnt zu saugen, erhält die Mutter eine zweite Dosis Oxytocin, weshalb es für die Beziehung zwischen Mutter und Kind so wichtig ist, zu stillen. Beim sogenannten Bonding der ersten gemeinsamen Zeit nach der Geburt, lernen Eltern und Kind sich kennen. Der Blick- und Hautkontakt fördert die emotionale Nähe. Das Baby wird ruhiger und entspannter. Die Folge: Die Mutter fühlt sich selbstsicherer. Dieses Gefühl der Kompetenz beeinflusst die weitere Mutter-Kind-Beziehung positiv. Es ist sozusagen der Startschuss für eine gute Elternschaft.

Was gute Elternschaft von Anfang an ausmacht

Obwohl Experten Bonding als bedeutsam eingeschätzen, müssen sich Mütter, die wegen einer schweren Geburt oder einem Kaiserschnitt nicht sofort mit ihrem Baby zusammen sein können, keine Sorgen machen. „Für eine gute Eltern-Kind-Bindung sind die unzähligen gemeinsamen Stunden in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten mindestens genauso entscheidend“, sagt Dr. Carola Bindt, Oberärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie in Hamburg. „Der Stress, der durch elterliche Schuldgefühle entsteht, ist für das Baby vermutlich schädlicher als die fehlenden zwei Stunden mit der Mutter nach der Geburt.“

Elterliche Intuition erleichtert Elternschaft

Den meisten Eltern gelingt es, sich in den ersten Wochen und Monaten voll und ganz auf den kleinen Menschen einzustellen. Die Wissenschaft kennt auch den Ausdruck „elterliche Intuition“. Damit ist die Fähigkeit gemeint, sich liebevoll in das Baby einzufühlen, Bedürfnisse zu erkennen und angemessen zu befriedigen. „Aber Beziehungen sind immer voller Schwierigkeiten - unter Umständen auch die Beziehungen der Eltern zum eigenen Baby.“

Schwierigkeiten am Anfang der Elternschaft gehören dazu

Es ist überhaupt keine Schande, Schwierigkeiten mit dem Eltern Sein zu haben. Deshalb ist man noch keine schlechte Mutter oder ein schlechter Vater, sondern man liebt sein Kind genauso von Herzen wie die allermeisten Eltern. „Wir freuen uns, wenn Eltern früh den Weg zu uns finden und nicht erst nach einer jahrelangen Leidensgeschichte“, sagt Carola Bindt. Erste Ansprechpartner bei Problemen mit der Elternschaft sind der Kinderarzt, Frühberatungsstellen oder niedergelassene Kinderpsychiater.

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