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Mundschutz: Diese Schutzmasken sind wirklich sinnvoll

Infektionsschutz?

Mundschutz: Diese Schutzmasken sind wirklich sinnvoll

Im Supermarkt oder in öffentlichen Verkehrsmitteln sieht man immer mehr Menschen, die aus Schutz vor der Ansteckung mit dem Corona-Virus Schutzmasken tragen. Doch welcher Mundschutz ist eigentlich nützlich und reicht auch ein selbst genähtes Tuch?

Mundschutz ist aktuell mehr als knapp. Vor allem das medizinische Personal in den Kliniken, Arztpraxen und Pflegeheimen sucht händeringend nach neuer Ausstattung. Ärzte und Pfleger müssen eine Maske viel länger tragen, als es eigentlich aus hygienischen Gründen üblich ist. Dadurch gefährden sie sich selbst und auch die Patienten, die sie behandeln.

Woran das liegt? Medizinische Schutzkleidung wird in Asien produziert, wo das Corona-Virus zuerst ausbrach. Daher gibt es aktuell weltweit einen großen Produktionsrückstand von Masken und anderer Schutzkleidung.

Für Privatpersonen außerhalb des medizinischen Bereichs ist es allerdings nicht erforderlich, medizinische Schutzmasken zu tragen. Diese sind allein notwendig, wenn man mit Patienten arbeitet und Kranke pflegt.

Online-Händler versuchten bereits Profit aus dem großen Maskenbedarf zu schlagen und boten Mundschutz zu vollkommen überteuerten Preisen an. Daher wurde bei Ebay der Verkauf solcher Waren generell untersagt. Zudem wurden bereits große Mengen von Atemschutzmasken aus Kliniken gestohlen.

Mundschutz dient in erster Linie dem Schutz der anderen

Im Allgemeinen dient eine Atemschutzmaske dem Träger dazu, die anderen vor seinen möglichen Viren zu schützen, die aus Mund und Nase gelangen können. In zweiter Linie können sie den Träger dann schützen, wenn ein anderer ihm direkt ins Gesicht husten oder niesen würde. Ein weiterer Vorteil ist es, dass sie verhindern, dass man sich mit schmutzigen Händen an Mund oder Nase fasst. Auch an Orten mit vielen Menschen kann die Maske helfen, einen Großteil fremder Tropfen abzufangen, jedoch nie hundertprozentig.

"Atemschutzmasken haben eigentlich den Zweck, die Mitmenschen davor zu schützen sich anzustecken, wenn der Träger eine Infektion hat. Sogenannte chirurgische Gesichtsmasken sollen dafür sorgen, dass aus dem Atemtrakt von Chirurgen keine möglicherweise infektiösen Tröpfchen in das Operationsgebiet gelangen. Insofern mache es Sinn, zum Beispiel als Grippekranker eine Maske zum Schutz anderer Menschen zu tragen."

lungenärzte-im-netz.de

Verschiedene Schutzmasken und ihre Nützlichkeit

Es gibt ganz verschiedene Arten von Schutzmasken. Für die Allgemeinheit wird empfohlen, sich aktuell einen Mundschutz selbst zu nähen. Denn medizinischer Atemschutz sollte dem Klinikpersonal vorbehalten bleiben, die es aktuell am dringendsten benötigen.

Selbst Virologen und Lungenärzte sagen, dass für den Privatgebrauch und als Höflicheitsgeste ein selbstgenähter Mundschutz ausreichend ist. Das Tragen minimiert zumindest das Weiterverteilen von potentiellen Viren, da nicht jeder weiß, ob er das Virus hat, weil er vielleicht keine Symptome bemerkt.

Mund-Nasen-Schutz

Solche Masken werden von Klinikpersonal bzw. Ärzten getragen, um das Umfeld zu schützen.

Mund-Nasen-Schutzmaske
Mund-Nasen-Schutzmaske einer Ärztin

FFP2/FFP3-Maske ohne Ventil

Diese speziellen Filterpartikel-Schutzmasken sind lediglich für medizinisches Personal gedacht, weil sie sehr guten Schutz vor Viren bieten. Sie sind im Alltag nicht praktikabel.

FFP2 FFP3 Schutzmaske ohne Ventil
FFP3/FFP2-Masken werden vor allem im intensiv-medizinischen Bereich benötigt.

FFP2/FFP3-Maske mit Ventil

Die Filterpartikelmaske mit Ventil dient der besseren Beatmung, schützt aber das Umfeld dadurch weniger, sondern eher den Träger.

FFP2/FFP3 Maske mit Ventil Corona
Diese Maske erleichtert das Atmen.

Selbst genähte Baumwoll-Maske

Diese dienen zu Privatzwecken und können im medizinischen Alltag nicht angewendet werden.

Selbst genähte Schutzmaske
Eine selbst genähte Maske ist ausreichend für den Alltag, sollte jedoch täglich gewechselt und bei 60 Grad gewaschen werden.

Schal/Tuch

Ein Tuch über Mund und Nase ist eine gute Möglichkeit, sich recht einfach bzw. kurzfristig für bestimmte Gelegenheiten zu schützen, wenn keine Maske zur Hand ist. Hundertprozentige Sicherheit bietet es jedoch weder für sich selbst noch für das Umfeld.

Das solltet ihr beim Tragen von Mundschutz beachten

Auf keinen Fall solltet ihr vergessen, die aktuell empfohlenen Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Ein Mundschutz entbehrt nicht davor, plötzlich weniger Rücksicht zu nehmen.

Wichtig ist auch, dass man ihn korrekt trägt: Die Stoffbarriere sollte eng an der Haut aufsitzen, so dass es noch bequem ist und nicht angefasst werden. Zudem muss der Mundschutz über Mund und Nase reichen. Er sollte aus einem waschbaren Baumwollstoff bestehen, denn man mit mindestens 60 Grad Celsius waschen kann. Daher lohnt es, sich mehrere Masken zu nähen und diese täglich zu wechseln und danach zu waschen.

Generell gilt also: Ihr könnt einen Mundschutz tragen, es muss oder sollte aktuell jedoch kein medizinischer sein. Dieser wird dringend im klinischen Umfeld benötigt. Wer jedoch zur Risikogruppe der Patienten gehört oder selbst gerade Symptome hat, die er nicht einordnen kann, dem ist ein Mundschutz in der Öffentlichkeit empfohlen. Die obige Anleitung zeigt euch, wie ihr ganz einfach einen nähen könnt.

Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

Mundschutz ja oder nein!?

Ich selbst gehöre nicht zur Risikogruppe und trage keinen Mundschutz. Wichtig finde ich es, die Hygienemaßnahmen einzuhalten und bei meinem Kind immer sehr darauf zu achten, dass es gut die Hände wäscht. Gerade Kleinkinder fassen immer und überall alles an. Ich finde es wichtig, dass man versteht, wie und wem ein Mundschutz nützt. Ich sehe oft Menschen mit Masken, bei denen ich nicht sicher bin, ob das wirklich Sinn macht. Insgesamt ist Rücksichtnahme und Abstand wohl der beste Schutz aktuell. Ich hoffe, das medizinische Personal bekommt schnellstens die Ausrüstung, die es braucht. Da sollten Privatleute jetzt nicht aus Panik anfangen, ebenfalls medizinische Ausrüstung zu tragen. Wenn es soweit kommen sollte, dass Mundschutz flächendeckend Pflicht wird, dann finde ich die selbst genähte Variante auch am besten, da sie Ressourcen schont und ich sie selbst waschen kann.

Bildquelle: Getty Images/SbytovaMN

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