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"Ist der ansteckend?" - Familie wegen Corona ausgegrenzt

Nein zu Rassismus

"Ist der ansteckend?" - Familie wegen Corona ausgegrenzt

Eine Familie adoptiert ein Kind aus China. Seit dem Corona-Virus wird der kleine Sohn unter einen schlimmen Verdacht gestellt.

Ist das Kind ansteckend?

Ob ihr Sohn ansteckend sei, das wird Brittany aus den USA dieser Tage besonders häufig gefragt. Denn ihr Sohn stammt aus China, genauer, aus der Stadt Wuhan. Da wurde er geboren, auch Brittany und ihr Mann, beide US-Amerikaner, haben lange Zeit dort gelebt. Sie entschieden sich ein Kind aus dem dortigen Waisenhaus zu adoptieren und wollen mit ihrem Sohn und ihrer Tochter ein ganz normales Leben in den USA führen.

Adoption führt zu vielen Fragen

Worauf die Familie nicht vorbereitet war, waren die vielen Fragen. Der kleine Junge sieht nicht aus wie seine blonden Eltern und die blonde große Schwester. Das sorgte leider schon immer für Fragen. Die Mutter ging damit offen um, erklärte allen, dass sie das Kind adoptierten, um ihm ein neues Leben in den USA zu ermöglichen. Dass sie ihn sehr lieben. Dennoch, Fragen wie "Ist das wirklich Ihr Kind?" sind einfach unangebracht, auch wenn die Familie darauf stets freundlich reagierte.

Angst vor Wuhan, China

Seit sich der Corona-Virus aber weltweit verbreitet und alle wissen, dass er in Wuhan, China, seinen Ursprung hat, werden die Fragen aggressiver und die Aussagen über das Kind rassistischer. Die Fremden auf der Straße wollen wissen, woher genau der kleine Junge stammt und, ob er ansteckend sei. Manche behaupten, ohne jede Grundlage, dass das Kind auf jeden Fall die Krankheit übertragen würde.

Herkunft ist kein Ansteckungsgrund

So furchtbar, wie diese Aussagen sind, so falsch sind sie aber auch. Denn ob ein Kind mit dem Corona-Virus infiziert wurde, lässt sich nicht an seiner Herkunft ablesen. Alle Menschen weltweit sind gleich gefährdet, den Virus zu bekommen. Das Immunsystem eines jeden Einzelnen geht nur unterschiedlich damit um. Ob der kleine Junge aus Wuhan stammt oder nicht, ist für die aktuelle Corona-Pandemie indes vollkommen unerheblich.

Die Familie lässt sich von all den Anfeindungen und Äußerungen nicht einschüchtern, sie haben beschlossen ein weiteres Kind aus China zu adoptieren. Weil sie davon überzeugt sind, dass man zusammen stärker ist und Kinder immer liebevolle Eltern brauchen.

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Quelle: lovewhatmatters

Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Mein Fazit

Ich finde bewundernswert, dass die Mutter auf die meisten Frage nach ihrem Adoptivkind so gelassen reagiert. Eigentlich geht es doch niemanden was an, oder? Es ist ihr Sohn, das ist es, was zählt. Nun Kinder, die in China geboren wurden oder deren Eltern dort geboren wurden unter Generalverdacht zu stellen ist unfassbar. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass viele Menschen asiatischen Aussehens dieser Tage Alltagsrassismus ausgesetzt sind. Wir als Gesellschaft sollten uns dem entschlossen gegenüberstellen und, wann immer wir ihn bemerken, einschreiten. Gesellschaft lebt von Vielfalt, nicht von Ausgrenzung.

Bildquelle: getty images / Paul Bradbury

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