Coronavirus: Ich fürchte infiziert zu sein – und jetzt?

Pandemie

Coronavirus: Ich fürchte infiziert zu sein – und jetzt?

Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 hat sich zu einer Pandemie entwickelt. Menschen weltweit sind an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt, die Zahl der Todesfälle nimmt zu. Viele fragen sich nun, ob sie oder ihre Familien sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Das ist im Verdachtsfall zu tun. 

Bin ich mit dem Coronavirus infiziert? Was jetzt?

Zuerst einmal gilt es Ruhe zu bewahren, es ist Erkältungszeit und es wimmelt wie immer zu dieser Jahreszeit von Erkältungskrankheiten. Wer allerdings zur Risikogruppe gehört (z. B. an einer Lungenerkrankung leidet), in einem Risikogebiet war oder mit jemandem aus diesen Gebieten in engerem Kontakt stand und unter Husten, Fieber oder Atemnot leidet, sollte unbedingt den Kontakt zu anderen vermeiden und sich schnellstmöglich testen lassen. Menschen, die befürchten, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollten zuallererst zwei Dinge tun:

  • zu Hause bleiben, um alle weiteren Kontakte zu vermeiden (das bedeutet auch, nicht selber einkaufen zu gehen)
  • telefonisch abklären, wo sie auf das Coronavirus getestet werden können.

Mehrere Möglichkeiten telefonisch Symptome zu schildern:

  • Hausarzt anrufen
  • Kassenärztlicher Notdienst unter der Nummer 16 117 (deutschlandweit)
  • Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit (030/346 465 100)
  • Unabhängige Patientenberatung Deutschland unter 0800/011 7722
  • Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice per Fax unter 030 340 60 66 – 07 erreichbar oder per E-Mail unter info@gehoerlos@bmg.bund.de. Zudem gibt es das Gebärdentelefon.

Die "CovApp" der Berliner Charité kann euch durch den gesamten Prozess begleiten.

Was passiert, wenn ich mit dem Coronavirus infiziert bin?

Wenn eine Person mit einem ernsthaften Verdacht auf Corona in eine Praxis kommt, wird sie erstmal in einem Raum isoliert. Sie muss eine Atemschutzmaske anziehen und wird dann sowohl auf Grippe als auch auf das Coronavirus getestet. Wurde die Probe ins Labor gebracht, dauert die Auswertung etwa fünf Stunden.

Bis klar ist, ob die Person infiziert ist, muss sie isoliert bleiben. Fällt das Testergebnis positiv aus, bleibt die Person bis zur Genesung in der Isolation, bei nicht-Risikogruppen mit leichten Krankheitsverläufen kann das auch zuhause geschehen. Alle Kontaktpersonen des Infizierten müssen zudem für 14 Tage beobachtet werden und sich in Quarantäne begeben.

Wie funktioniert der Test auf Coronaviren?

Der Test auf Coronaviren wird mittels Abstrichen aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum durchgeführt. Die entnommenen Proben werden dann im Labor mittels einer Polymerase-Kettenreaktion untersucht. Dabei wird ein ausgewähltes DNA-Stück in einem so genannten Thermocycler vervielfältigt. In diesem Stück wird dann das Virus Sars-CoV-2 gesucht. Unter idealen Bedingungen dauert der Test drei bis fünf Stunden. Die Kosten für die Tests übernehmen die Kassen.

Was passiert mit Kontaktpersonen?

Damit die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden kann, müssen möglichst alle Kontaktpersonen von Menschen, bei denen Covid-19 festgestellt wurde, verständigt werden. Ihr Gesundheitszustand wird dann für 14 Tage (so lang ist die maximale Inkubationszeit) in häuslicher Quarantäne beobachtet. Sie stehen mit dem Gesundheitsamt in Kontakt, damit schnell gehandelt werden kann, falls Symptome auftreten. Hier kannst du lesen, wie Menschen die Corona-Quarantäne erleben.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Gesundheitsbehörden und Forschende gehen davon aus, dass Coronaviren hauptsächlich über eine Tröpfchen- und Kontaktinfektion weitergegeben werden. Das geschieht durch  Anhusten oder durch Körperkontakt mit Person, die infiziert ist. Auch Flächen und Griffe, die von Infizierten angefasst wurden, gelten als Infektionsquellen. Deshalb ist besonders Händewaschen aktuell so wichtig.

Die Inkubationszeit der Krankheit (die Zeit, in der die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist, aber im Körper schlummert) ist bei Covid-19 vergleichsweise lang. Es kann bis zu 14 Tage dauern, bis sich erste Symptomen zeigen. Dadurch ist das Virus schwer einzudämmen.

Ist das Coronavirus meldepflichtig?

Ja. Die Ärztin oder der Arzt, der bei einer Person den Verdacht auf eine Coronavirus-Erkrankung stellt, muss das innerhalb von 24 h dem Gesundheitsamt melden. Auch das Labor, das das Virus bei einem Menschen nachweist, muss diese Information dem Gesundheitsamt melden.

Was sind die Symptome des Coronavirus?

Die häufigsten Symptome bei Covid-19 sind Husten und Fieber. Es können aber auch andere typische Erkältungssymptome wie Schnupfen oder Halskratzen auftreten. Einige Betroffene sollen wohl auch an Durchfall leiden.

Wenn die Krankheit einen schwereren Verlauf hat, kann es zu Atemproblemen und einer Lungenentzündung kommen. Dann kann es auch drei bis sechs Wochendauern, bis die Krankheit wieder abklingt. Man geht davon aus, dass sie während der gesamten Zeit ansteckend sind. Hat die Krankheit einen leichten Verlauf, erholen sich die Patienten innerhalb von zwei Wochen. Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten auf, die älter waren oder an Vorerkrankungen litten.

Für wen ist es besonders gefährlich, sich mit dem Coronavirus zu infizieren?

Bisher scheint das Virus mehr Männer als Frauen zu infizieren. Das könnte daran liegen, dass Frauen ein stärkeres Immunsystem haben: Östrogene unterstützen das weibliche Immunsystem, während Testosteron das männliche Immunsystem eher unterdrücke, äußerte ein Sprecher des Heinrich-Pette-Instituts Hamburg gegenüber dem MDR.

Laut Robert Koch Institut gehören vor allem Menschen mit Vorerkrankungen zur Risikogruppe. Auch wenn schwere Verläufe bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten können, haben die folgenden Personen ein erhöhtes Risiko:

  • ältere Personen (ab etwa 50–60 Jahren)
  • Raucher
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
    • des Herzens
    • der Lunge (z.B. Asthma, chronische Bronchitis),
    • Menschen mit Diabetes mellitius (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung.
    • Personen mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison)

Wenn ihr Menschen mit erhöhtem Risiko im Alltag helfen möchtet (z. B. durch kleine Einkäufe) oder aber ihr selbst zur Risikogruppe gehört und Hilfe braucht, schaut mal bei Quarantänehelden vorbei. Hier könnt ihr euch als freiwillige Helfer anmelden oder aber auch um Hilfe bitten.

Wer ist immun gegen das Coronavirus?

Expertinnen und Experten glauben, dass man nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung immun gegen den Erreger ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) merkt allerdings an, dass man noch gar nicht wisse, ob eine Immunisierung eintrete und wie lange die dann Bestand haben könnte. Daher gilt nach wie vor: zuhause bleiben, damit sich das Virus langsamer verbreitet. Wenn es zu viele Infizierte auf einmal gibt,  bei denen die Krankheit einen schweren Verlauf hat, werden die Krankenhäuser zu voll.

Wie hoch ist die Sterberate bei Covid 19?

Die Sterberate ist laut Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité, gering: Sie liege  aktuell bei etwa 0,3 bis 0,7 %. Damit wir uns das besser vorstellen können: Von 1.000 Menschen, dir mit Covid-19 infiziert sind, sterben 3 bis 7. Anfangs ging man noch von einer deutlich höheren Sterberate aus.

Lisa Purrio
Das sagtLisa Purrio:

Unser Familien-Fazit

Damit die Ausbreitung des Virus sich verlangsamt, sind wir gerade alle dazu aufgerufen, zuhause zu bleiben. Mit aufgedrehten Kidern und Arbeit im Homeoffice kann das zu einer ganz schön großen Herausforderung werden. Bei uns findet ihr jede Menge Tipps und Ideen, mit denen ihr das beste aus der Zeit machen könnt: Auf unserer Seite findet ihr unter anderem 50 lustige Indoor Spiele, 12 tolle Spiele mit Papier und Stift, viele schöne DIY Ideen und vieles mehr!

Bildquelle: Getty Images/HT-Pix

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