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Kinderreport 2020: Das fehlt unseren Kindern besonders

Mehr Spielplätze!

Kinderreport 2020: Das fehlt unseren Kindern besonders

Der Kinderreport, den das Deutsche Kinderhilfswerk jedes Jahr herausgibt, dient als Impulsgeber und Zustandsbeschreiber gleichermaßen. Er erklärt, was Kinder brauchen und zeigt auf, wie es ihnen gerade geht. Für die kommenden Jahre ist ein Thema groß im Fokus.

Kinder spielen zu wenig draußen. Das ist die zunächst wenig überraschende Erkenntnis des Kinderreports 2020, der auf Daten vor dem Corona-Lockdown beruht. Denn irgendwie hören wir alle das doch seit Jahren immer wieder, die Kinder verbringen zu viel Zeit vor dem Computer, Tablet oder Handy und zu wenig Zeit in der Natur.

Umstände erschweren Verabredungen

Aber doch erstaunt die Erkenntnis, denn es sind die Umstände, die den Kindern das Spielen draußen erschweren. Es fehlt schlicht an Spiel- und Freifläche, auf denen sich der Nachwuchs austoben und treffen kann. Wenn es diese Flächen gibt, dann sind sie oft schwer zu erreichen. Deswegen sprachen sich fast alle Befragten für eine bessere Erreichbarkeit von Orten aus, an denen Kindern spielen können.

Spielorte in Wohnortnähe fehlen

Was auch fehlt: Spielorte in Wohnortnähe, wie ein kleiner Spielplatz, eine Wiese oder eine Spielstraße. Die Mehrheit der Befragten favorisiert sogar einen autofreien Sonntag im Jahr, damit Kinder überall auf den Straßen Deutschlands spielen können. Eigentlich lächerlich, dass es nicht möglich ist, einen autofreien Sonntag im Jahr durchzusetzen, um das Draußenspielen zu erleichtern.

Kinderreport 2020: Kinder können sich nicht verabreden

Viele werden jetzt einwerfen, dass Kinder und Jugendliche sich doch auch ohne Spielstraßen draußen treffen können. Aber das Problem ist: Wo sollen sie denn hin? Wenn der nächste Spielplatz zu weit weg, die nächste größere Wiese zum Ball spielen über eine Schnellstraße führt, dann schränkt das die Möglichkeiten für Kinder ohne eigenen Garten enorm ein.

Neben fehlenden Treffpunkten gaben die befragten Kinder und Jugendlichen an, dass sie auch wenig Zeit zum Spielen haben.

„Die Ergebnisse des Kinderreports 2020 zeigen die grundsätzliche Einschätzung der Menschen zum Draußenspiel vor der Corona-Pandemie. Als zentraler Hinderungsgrund wird von den befragten Kindern das Fehlen Gleichaltriger zum Spielen angegeben. Dies deutet unter anderem darauf hin, dass es vielerorts an zugänglichen Treffpunkten und Angeboten im direkten Lebensumfeld fehlt, an denen sich Kinder begegnen. Insbesondere Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit sind deshalb eminent wichtig und müssen ausgebaut werden. Wir brauchen aber auch endlich kindgerechtere Kommunen in Deutschland. Dazu gehören ausreichend Freiflächen für das kindliche Spiel, beteiligungsorientierte Spielraumkonzepte und der Einsatz bewährter Instrumente wie der Spielleitplanung."

Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes

Für den Kinderreport werden jährlich sowohl Kinder und Jugendliche, als auch Erwachsene befragt. Es wurden insgesamt 1644 Personen durch das Politikforschunsinstitut Kantar Public befragt, 624 Kinder und Jugendliche zwischen 10 bis 17 Jahren, und 1022 Erwachsene.

Quelle: Deutsches Kinderhilfswerk

Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Mein Fazit

Ich finde überraschend, dass Kindern Orte fehlen, an denen sie sich begegnen können. Aber da sieht man auch wieder, dass die eigene Realtität nicht die von allen ist. Wir wohnen mitten in Berlin, im Umkreis von einem Kilometer fallen mir sicher fünf kleinere und größere Spielplätze ein, die wir besuchen können, der Park ist auch nicht weit. Das braucht es aber auch, denn es ist die einzige Möglichkeit sich zu begegnen und auszutoben.

Bildquelle: getty images / mixetto

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