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Schulleiter fühlt sich nicht an Maskenpflicht gebunden

Schulleiter fühlt sich nicht an Maskenpflicht gebunden

Unverantwortlich

Auch in den Schulen Brandenburgs gilt eine Maskenpflicht. Ein Schulleiter hatte sich dieser Anweisung widersetzt. Nun geht das Brankenburger Bildungsministerium gegen ihn vor. Einige Eltern wünschen sich den unverantwortlich handelnden Schulleiter zurück.

Mit Maske in die Schule

Es sind besondere, herausfordernde Zeiten. Kein Elternteil schickt dieser Tage sein Kind gern in die Schule, sei es aus Sorge vor einer Ansteckung oder dem Tragen einer Maske. Da prallen verschiedene Positionen aufeinander. Auf der einen Seite die, die sich, so wie ich, den bestmöglichen Schutz fürs eigene Kind und die Gesellschaft wünschen und deswegen den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes vollumfänglich folgen. Das bedeutet Maske auf, bei Kind und Eltern auf dem Schulhof, im Schulgebäude, auf dem Klo. Abnehmen ist in Berlin nur im Unterricht erlaubt. Wäre es schöner, wenn es andere Lösungen gäbe, wenn digitaler Unterricht oder halbe Klassenstärke umgesetzt werden würden? Natürlich. Aber danach sieht es momentan nicht aus.

Gegen Maskenpflicht in der Schule

Und dann gibt es die Eltern, die sagen, dass das alles gar nichts bringt, dass die Kinder nicht in der Lage sind, die Masken zu tragen, dass es ihnen nicht zugemutet werden kann. Einer von ihnen ist offensichtlich auch der Schulleiter einer Grundschule in Rathenow, Brandenburg. Er schrieb in einem Brief an die Eltern, dass er sich nicht an die rechtlichen Vorgaben gebunden fühle. Für Brandenburg gilt, wie auch in Berlin, Maskenpflicht in den Innenräumen der Schule, außer im Unterricht.

Schulleiter glaubt, Masken helfen nicht

Der Schulleiter der Grundschule in Rathenow erklärte laut Angaben des rbb, dass die Maskenpflicht im Schulgebäude "völlig unverhältnismäßig und schädlich" sei. Weil das Maskentragen nicht helfe, müsse das an seiner Schule auch niemand tun. Diese Aussagen allein führten aber nicht zur Suspendierung des Schulleiters. Weil er außerdem angab, sich nicht mehr an die Weisung seines Dienstvorgesetzten gebunden und seinem Eid als Beamter nicht mehr verpflichtet zu fühlen, wurde ein Disziplinarverfahren gegen den Mann eröffnet.

AfD und NPD rufen zur Demonstration auf

Die stellvertretende Schulleiterin übernahm die Leitung und erklärte die Aussagen ihres Vorgängers "vollumfänglich für ungültig und wirkungslos". Die Maskenpflicht in den Innenräumen gilt seit Montag in Brandenburg. Gegen die Suspendierung des Schulleiters wurden einige Eltern nun aktiv. Sie wünschen sich den Mann als Schulleiter zurück. Laut Märkische Allgemeine haben AfD und NPD zu einer Demonstration für den Schulleiter aufgerufen, der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Kinder können sich nicht infizieren?

Die Zahl der Eltern, die ihre Kinder nicht mit Mund-Nasen-Schutz in die Schulen schicken wollen, nimmt zu. Die Gründe dafür sind vielfältig. Manche finden, es sei Kindern nicht zuzumuten, Maske zu tragen, andere glauben, dass Kinder sich überhaupt nicht infizieren können. Auch diese Falschinformation hält sich ja hartnäckig. Weil am Anfang der Pandemie immer wieder betont wurde, dass Kinder sich kaum bis gar nicht anstecken können, weil Studien in Aussicht stellen, dass Kinder weniger infektiös sind als Erwachsene, werden manche Eltern nicht müde zu betonen, dass das ja alles nicht so schlimm sei.

An Corona können auch Kinder sterben

Aber das stimmt einfach nicht. Auch Kinder sterben an einer Covid-19 Erkrankung. Auch Kinder können Langzeitschäden von einer Infizierung davon tragen. Auch Kinder können sich mit Sars-Cov2 infizieren und andere anstecken. Die Masken dienen da, wo Abstand halten nicht möglich ist, dem Schutz aller. Wäre es schöner, es wäre anders und unsere Kinder könnten darauf verzichten? Natürlich. Aber ist es zumutbar Kinder anzuhalten einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, um sich und die Gesellschaft zu schützen? Durchaus. Die aller wenigstens Kinder haben damit übrigens, im Vergleich zu einigen Eltern, ein Problem.

Maske spaltet die Gesellschaft

Meine Älteste wurde diese Woche eingeschult, ich hätte ihr einen anderen Start in den Schulalltag gewünscht. Aber es ist wie es ist und Maske tragen wurde noch nie in Frage gestellt. Wenn ich sehe, wie viele Eltern, Lehrer*innen und Erzieher*innen allein an der Grundschule meiner Tochter das Maske tragen ignorieren oder auf die leichte Schulter nehmen, dann wird mir übel. Denn ich muss mein Kind in die Schule schicken und ich muss darauf vertrauen, dass möglichst viele andere dazu beitragen, dass wir als Gesellschaft einander schützen. Nachrichten wie die von dem Brandenburger Schulleiter lassen mich daran zweifeln, ob wir als Gesellschaft weiterhin zusammenhalten werden.

Meine Meinung

Ich bin kein Fan der Maske, aber ich sehe sie als eine Notwendigkeit an. Noch besser wären halbierte Klassen, so dass das Abstand halten möglich ist. Und wo das nicht geht und auch nicht klar ist, welche Kinder mit wem Kontakt hatten, braucht es eben eine Maske. Auf dem Schulhof, im Gebäude.

Im Unterricht empfinde ich sie für alle als Belastung. Und weil sich hier ja auch nachvollziehen lässt, wer mit wem Kontakt hatte, sollte sie hier meiner Meinung nach auch nicht zum Einsatz kommen.

Die Aussage des Schulleiters finde ich unverantwortlich, dass Eltern für ihn protestieren kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.

Bildquelle: getty images / iStock / Getty Images Plus/ coscaron

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