3-Monats-Koliken beim Baby

Viele Säuglinge haben hin und wieder mit Bauchweh zu kämpfen. Aber jedes zehnte Baby leidet in den ersten Lebensmonaten so sehr darunter, dass es regelmäßig heftige Schreiattacken bekommt. Man spricht dann von den 3-Monats-Koliken.


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Kurz nach dem Füttern geht es los: Das Baby schreit herzzerreißend. So lange, bis sein Köpfchen hochrot anläuft und die Mama am liebsten mitweinen möchte – wenn sie das nicht schon längst tut. Der kleine Schatz lässt sich kaum beruhigen. Sind das etwa die berühmt-berüchtigten 3-Monats-Koliken?

Die typischen Anzeichen



3-Monats-Koliken: Mutter und Säugling

Das Baby schreit und ist nicht zu beruhigen.


© Thinkstock
Den Namen haben die 3-Monats-Koliken von dem Zeitpunkt ihres Auftretens: am schlimmsten sind sie in den ersten drei Lebensmonaten, danach nehmen die Schreiattacken langsam ab. Ende des neunten Monats haben es die meisten Babys dann gänzlich überstanden.

Typisch für die 3-Monats-Koliken ist, dass sich der Säugling während der schrillen Schrei- und Weinattacken nicht so leicht beruhigen lässt. Die Eltern stehen dem Ganzen minuten- oder gar stundenlang sehr hilflos gegenüber: Sie haben ein Schreibaby. Die Kleinen schreien vorwiegend nachmittags und abends und beginnen damit entweder schon während des Trinkens oder kurz danach. Meistens macht ihr Bauch gluckernde Geräusche und sie haben Blähungen. Geht die Luft ab, scheint ihnen das ein wenig Linderung zu verschaffen. Außerdem zeigen betroffene Säuglinge oft diese Verhaltensmuster:

• abwechselndes Anziehen und Abstoßen der Beine oder Überstrecken des Körpers
• Wedeln mit den Armen
• die Händchen sind zu Fäusten geballt
• schmerzverzerrtes, hochrotes Gesicht
• Schreiattacken hören irgendwann plötzlich auf

Die Statistik zeigt übrigens, dass häufiger Jungen als Mädchen unter den 3-Montas-Koliken leiden.

Um sicher zu sein, ob Ihr Kind die 3-Monats-Koliken hat, sollten Sie alle anderen Schrei-Gründe ausschließen können, d.h. Hunger, eine volle Windel, Krankheiten und Zuwendungsbedarf. Auch das KiSS-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung) sollte vom Arzt ausgeschlossen sein.
Vermutete Ursachen für die 3-Monats-Koliken
Leider gibt es nicht "die eine" Ursache. Es gibt viele Vermutungen, aber bisher konnte keine davon alle Ärzte und Wissenschaftler überzeugen. Unter Verdacht, die 3-Monats-Koliken auszulösen, stehen aber insbesondere:

• ein noch unausgereifter Darm des Babys, der zu Blähungen führt
• verschluckte Luft durch zu hastiges Trinken
• blähende Nahrungsmittel (ggf. aufgenommen über die Muttermilch)
• Fertigmilchnahrung, die wegen bestimmter Zusätze im Magen schäumen
• selten: Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder sonstige Allergien

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Oder liegt’s gar nicht an der Verdauung?

Einige Ärzte sind sogar davon überzeugt, dass die Schreiattacken gar nichts mit Bauchschmerzen und Blähungen zu tun haben, sondern psychosomatisch bedingt sind. So sollen Reizüberflutung und Stress bei besonders sensiblen Kindern oder Verständigungsprobleme zwischen Eltern und Kind die Kleinen so zum Schreien bringen. In dem Fall wäre das Schreien als Regulationsstörung zu bezeichnen und ein harter Bauch und Blähungen wären die Folgen des Schreiens, nicht dessen Ursache.
Wann Sie mit Ihrem Baby zum Arzt sollten
Die 3-Monats-Koliken sind ungefährlich für den Säugling, solange er ausreichend trinkt und wohl gedeiht. Dennoch sollten Sie bei anhaltendem Schreien vom Arzt abklären lassen, ob die Schmerzen etwa krankheitsbedingte Ursachen haben. Ansonsten sollten Sie Ihr Baby einem Arzt vorstellen, wenn es

• nicht ausreichend an Gewicht zunimmt,
• nicht ausreichend trinkt,
• das Schreien plötzlich anders klingt,
• das Schreien über drei Stunden anhält oder
• zum Schreien andere Beschwerden (Fieber, Durchfall, Erbrechen) hinzukommen. Wie Sie Ihrem Baby bei akuten Bauchschmerzen helfen können und was Sie zur Vorbeugung beachten sollten, haben wir auf der nächsten Seite für Sie zusammengefasst.





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