Die fünf Sinne beim Baby

Jedes Neugeborene ist bereits bei der Geburt „voll ausgerüstet“ mit allen fünf Sinnen, die mehr oder weniger gut funktionieren. Wie Ihr Baby damit schon früh die Welt entdeckt.

Riechen

Die fünf Sinne beim Baby


Wenn Ihr Leben davon abhinge, dass Sie in einem dunklen Raum voller Menschen eine bestimmte Person finden müssten - könnten Sie das? Wohl kaum. Aber Ihr Baby ist dazu in der Lage. Denn ihreMama erschnuppern Neugeborene sofort, lassen sich vom Duft der Milch zu ihrer Brust leiten.
Weil Babys gleich nach der Geburt auf ihre „Näschen“ angewiesen sind, werden die rund 30 Millionen Riechzellen bereits angelegt, wenn sie noch in Mamas Bauch sind. Riechen kann ein Fötus schon mit sechs Monaten. Neugeborene sind bereits in der Lage, angenehme und unangenehme Gerüche zu unterscheiden. So wenden sie sich Vanillearomen zu, bei Chemikalien-Dünsten hingegen ab. Kein Wunder, dass sich Babys im Arm ihrer Mutter pudelwohl fühlen und sich dort auch am besten beruhigen lassen. Sie können Mama eben besonders gut riechen.

Schmecken

Fast genauso gut entwickelt ist der Geschmackssinn Ihres Babys. Und weil es bereits monatelang im Bauch der Mutter „Geschmackstests“ durchgeführt hat, steht sein Leibgericht fest: Alles, was süß ist! Schon wenige Stunden nach der Geburt kann ein Kind zwischen verschiedenen Zuckerarten unterscheiden und stürzt sich auf die Muttermilch. Denn die trifft genau seinen Geschmack. Wer ihm jedoch etwas Saures oder Bitteres unterjubeln möchte, erntet Entrüstung, oft sogar Geschrei - das schmeckt ja scheußlich! Dieses Verhalten schützt Kinder davor, unbemerkt giftige oder verunreinigte Stoffe zu schlucken.

Sehen

Neugeborene Babys können sehen. Zwar nicht sehr weit, nur auf eine Entfernung von 20 Zentimetern, aber dafür intensiv und voller Aufmerksamkeit. Sie lächeln sogar zurück, wenn man sie aus dieser Nähe anlächelt. "Das, was ein Baby am weitesten verfolgen kann, ist ein schematisch gezeichnetes Gesicht: zwei große Punkte oben und einer darunter", so die Psychologen Hetty van de Rijt und Frans X. Plooij, die 30 Jahre die Beziehung zwischen Eltern und Babys erforschten. „Das gelingt schon eine Stunde nach der Geburt - dann haben viele Babys ihre Augen weit offen und sind sehr aufmerksam. Als Vater oder Mutter versinken Sie dann fast in diesen wunderschönen Augen.“

Hören

Manche Mütter, die sich im Wochenbett mit Ihrem Neugeborenen unterhalten, haben den Eindruck, Ihr Baby könne das ein oder andere verstehen. Tatsächlich erkennen Babys die Stimme ihrer Mutter auf Anhieb. Logisch, denn sie haben sie ja gewissermaßen schon monatelang gehört.
Auch übertrieben leise muss man gar nicht sein. Denn Musik, Motorengebrumm und sanftes Trommeln mag ein Baby gern. Solche Geräusche sind ihm vertraut - in der Gebärmutter war es schließlich umgeben von den schlagenden, rauschenden, grummelnden und pfeifenden Geräuschen von Blutgefäßen, Herz, Lunge, Magen und Darm.

Fühlen

Mal abgesehen vom reflexartigen Greifen, das sich nach drei Monaten verliert, dauert es noch eine Weile, bis das Baby erkennt, dass seine Hände ein Teil von ihm selbst sind und es sie kontrollieren kann. Aber es fühlt trotzdem sehr viel. Temperaturschwankungen beispielsweise. Es kann Wärme fühlen, was ihm sehr von Nutzen ist, wenn es die Brustwarze seiner Mutter sucht. Die ist deutlich wärmer als der Rest der Brust - und wird so zielstrebig erobert. Auch jede zarte Berührung, Streicheln, Anpusten genießt es. Eine Babymassage ist ein Genuss für kleine Entdecker.

Video: So entwickeln sich die Sinne des Babys