So können Baby und Mama leichter loslassen

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So können Baby und Mama leichter loslassen

Am Anfang sind Mama und Baby fast eine Einheit - bis das Baby beginnt, die Welt zu erobern. So fällt Mama das Loslassen leichter.

Sichere Bindung zur Mama für Babys Selbstständigkeit wichtig

Wichtig für eine Trennung und zunehmende Selbstständigkeit des Babys ist eine sichere Bindung: Ist die vorhanden, können Mama und Baby einander sicher sein, sich in gewissem Sinne aufeinander verlassen. Mit dieser Grundlage kann man sich auch eher mal aus den Augen lassen und leichter eine vorübergehende Trennung verkraften - z.B. wenn die Mama es in die Kinderkrippe oder die Krabbelgruppe bringt. Aber wie entsteht eine sichere Bindung zwischen Mama und Baby? Vor allem dadurch, dass die Mama auf die Bedürfnisse ihres Babys eingeht. „Für eine sichere Bindung scheint eine feinfühlige, das heißt, eine prompte und angemessene Reaktion der Bezugspersonen bzw. der Mama in bestimmten Situationen ausschlaggebend zu sein. Entsprechende Situationen liegen immer dann vor, wenn das Baby durch Unsicherheit, z.B. in fremder Umgebung, Ängste, Krankheit oder Müdigkeit die Nähe und den Schutz der Bezugsperson sucht“, erklärt Entwicklungspsychologin Dr. Karen Zweyer. Im Klartext: Nur wenn das elementare Bedürfnis nach Nähe und Schutz von Mama verlässlich befriedigt wird, kann allmähliches Loslassen gelingen. Und dieses Loslassen ist ein langfristiger, sich eigentlich über die ganze Kindheit hinziehender Prozess, der gerade für die Mama auch mal schmerzhaft sein kann - aber unbedingt notwendig ist.

Babys erste Schritte der Abnabelung von der Mama

Schon die ersten Schritte der Abnabelung von der Mama, wenn das Baby noch ganz klein ist, müssen erst mal trainiert werden, um sowohl emotional als auch rein praktisch damit zurechtzukommen.
Lassen Sie als allerersten Schritt einfach mal die Oma oder eine andere Verwandte oder Freundin Ihres Vertrauens den Kinderwagen schieben - bis sie nach ein paar gemeinsamen Ausflügen erstmals allein mit dem Baby eine Runde dreht. Das lässt sich langsam steigern bis zur stundenweisen Obhut bei einer lieben Tagesmutter - oder längeren Aufenthalten bei den Großeltern. Auch in der Kinderkrippe gibt es eine „Eingewöhnungszeit“, bei der die Mama zunächst beim Baby bleiben darf und sich dann erst so nach und nach zurückzieht.

Trennungsschmerz bei Baby und Mama ernst nehmen

Trennungsschmerz bei Baby und Mama ernst nehmen

Leider ist es manchmal das eigene Umfeld, das den natürlichen Prozess des Loslassens und Abnabelns erschwert - und versucht, ein schlechtes Gewissen einzureden, wenn Mama das Baby z.B. in die Kinderkrippe bringt. Auch im umgekehrten Fall, wenn die Mutter Bedenken hat, ihr Kind abzugeben, kann die Umwelt negativ reagieren: „Stell dich doch nicht so an!“ In beiden Fällen ist es wichtig, möglichst gelassen mit solchen Kommentaren umzugehen. Denn wenn die Mama dem Baby vermittelt, dass alles in Ordnung ist, dann ist auch das Baby zufrieden. „Wichtig ist, beiderseitigen Trennungsschmerz ernst zu nehmen. Manche Mütter empfinden die erste Trennung, als ob sie einen Teil ihrer selbst verlören“, sagt Angelika Faas. Wenn es so schlimm ist, sollten die Betreuungszeiten zunächst etwas verkürzt werden. Helfen kann auch, mit anderen Müttern zu sprechen. Ein einfaches, aber probates Mittel für leichteres Loslassen ist, wenn Mama ein Foto Ihres Babys bei sich trägt. Für das Baby sind dagegen „sinnliche Gewissheiten wie Stimme, Gesicht und Geruch der Mutter“ wichtig, sagt Angelika Faas. In eine neue Umgebung ohne Mama kann man dem Baby solche Gewissheiten als tröstende „Übergangsobjekte“ mitgeben: ein Nuckelkissen oder eine Schmusedecke, die nach Zuhause riecht. So wird es ein Stückchen einfacher mit dem Loslassen. Und dann freuen sich Mama und Baby umso mehr auf ein Wiedersehen!

Gewohnheiten von Mama und Baby beibehalten

Gewohnheiten von Mama und Baby beibehalten

Die kleinen Trennungen, die wir immer wieder im Leben meistern müssen, sind oft am schwersten: So ist auch das Abstillen für viele Mütter keine ganz unproblematische Form des Loslassens. Für Mama und Baby kann es beiderseits hilfreich sein, Gewohnheiten beizubehalten und sich z.B. mit dem Fläschchen in die gewohnte, ruhige Still-Ecke zurückzuziehen. Und viel Hautkontakt zwischen Mama und Baby schafft auch ohne Stillen Nähe zum Baby. Eine andere „kleine Trennung“ ist der Auszug aus dem Elternbett: Damit der Übergang nicht so abrupt ist, darf das Babybettchen ruhig noch eine Weile im Elternzimmer bleiben. So hört das Kleine das Atmen seiner Eltern. Und auch Mama oder Papa können es hören und sind zur Stelle, wenn es weint. Ein Babyfon ist ebenfalls hilfreich. Ihr Baby versteht sich prima mit der Tagesmutter? Wie schön! Aber: Interpretieren Sie sein Verhalten nicht falsch. „Wenn ein Kind von der Tagesmutter zurückkommt, braucht es eine Weile, um sich wieder umzugewöhnen - und fremdelt eventuell. Aber es ist nicht böse auf die Mama, weil sie es bei der Tagesmutter abgegeben hat!“, betont die Psychologin Angelika Faas. Die Expertin rät, mit den anderen Bezugspersonen ein gutes Verhältnis zu pflegen. Für das eigene Loslassen ist es am besten, jede Bezugsperson für das Baby als eine Bereicherung und nicht als Ersatz für sich selbst anzusehen.

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