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Immer weniger Frauen nehmen die Pille und das aus gutem Grund

Risikoreich

Immer weniger Frauen nehmen die Pille und das aus gutem Grund

Laut einer Analyse der Krankenkasse AOK verhüten immer weniger Frauen mit der Pille. Die Verschreibung der risikoreicheren Präparate ist zudem seit Jahren rückläufig. Vor allem junge Frauen sollten sich über die Risiken der hormonellen Verhütung im Klaren sein und beraten lassen.

Die Pille als klassisches Verhütungsmittel? Der Trend ist rückläufig

Noch vor 20 Jahren war die Pille DAS Verhütungsmittel schlechthin. Sie hat einen hohen Pearlindex, bietet damit hohe Sicherheit und ist bequem in der Einnahme, so dass sie neben dem Kondom das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel ist. Doch die Einnahme der Pille kann mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden sein und nicht jede Frau verträgt diese gleich gut. Vor allem stärkere Präparate können das Risiko für Thrombosen und Embolien begünstigen oder zu Depressionen und Kopfschmerzen führen. Zudem gibt es Präparate mit einer risikoreicheren Hormondosis und leichtere Varianten.

Eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK zeigt, dass die Verordnungen der risikoreicheren Pille seit Jahren zurück gehen. Ärzte verschrieben diese Präparate weitaus häufiger Frauen über 20 Jahren. Die jüngeren Frauen unter 20 erhielten demnach seltener Pillen mit erhöhtem Thrombose-Risiko. Das Bundesinstitut für Arzneimittel gibt seit 2014 eine entsprechende Empfehlung heraus. Der Anteil der Pillen-Verordnungen ging im letzten Jahr nochmal deutlich zurück: Während es 2010 noch 46 Prozent der versicherten Frauen waren, die sich die Pille verschreiben ließen, waren es 2019 nur noch 31 Prozent.

Gefährliche Kombination: Pille und Rauchen

Insgesamt gibt es viele Frauen, die die Pille gut vertragen und seit Jahren mit einem leichteren Präparat verhüten. Ärzte warnen vor allem starke Raucherinnen vor der Einnahme der Pille: Diese Kombination ist so gesundheitsgefährdend, weil sich beides auf die Gefäße auswirkt. Dadurch wird das Risiko einer Thrombose nochmal stärker. Dabei entsteht ein Blutgerinnsel innerhalb des Gefäßes und das Blut staut sich.

Man spürt einen plötzlichen Druckschmerz, die Gelenke oder der Fuß kann anschwellen und sich erwärmen. Wenn ihr das fühlt, solltet ihr sofort einen Arzt aufsuchen. Das Risiko ist besonders hoch bei Frauen, die über Jahre rauchen und die Pille einnehmen. Hier wäre eine hormonfreie Verhütung eine gesündere Alternative.

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Hormonfrei verhüten ohne Nebenwirkungen

Wer hormonfrei verhüten möchte, hat eine große Auswahl an Methoden. Die sicherte ist dabei das Kondom oder das Diaphragma. Diese Methoden sind vor allem für jüngere Frauen geeignet, weil sie zuverlässig verhüten. Daneben gibt es noch die Kupferspirale, die regelmäßig vom Gynäkologen geprüft werden muss. Wer einen sehr regelmäßigen Zyklus hat, kann auch mittels Verhütungscomputern oder der Kalendermethode verhüten. Diese erfordern jedoch die genaue Kenntnis des eigenen Zyklus und Eisprungs und sind weniger sicher als die Pille.

Ob ihr mit der Pille verhütet oder nicht, bleibt euch überlassen. Wenn ihr euer Präparat gut vertragt, spricht nichts dagegen. Wichtig ist, dass ihr euch gut beraten lasst und bei Nebenwirkungen über eine alternative Methode nachdenkt und regelmäßig euren Gynäkologen oder die Gynäkologin um Rat aufsucht. Denn eine Pille ist kein Lifestyle-Produkt, sondern immer noch ein Medikament.

Bildquelle: Getty Images/Vertigo3d

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