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Kristen Wiig über ihre erfolglosen IVFs: "Die schwierigste Zeit in meinem Leben"

Spätes Babyglück

Kristen Wiig über ihre erfolglosen IVFs: "Die schwierigste Zeit in meinem Leben"

Brautalarm-Schauspielerin Kristen Wiig ist durch Leihmutterschaft glückliche Mutter von Zwillingen geworden. Doch zuvor versuchte sie jahrelang erfolglos schwanger zu werden und redete ungern darüber. Jetzt berichtet sie offen, wie es ihr die letzten Jahre ging und zeigt damit anderen Frauen, dass es immer mehrere Wege zum Kinderwunsch gibt.

Der lange Weg zu ihren Wunschkindern

Die 46-jährige Schauspielerin ist ein sehr privater Mensch, was in ihrer Branche nicht üblich ist. Man findet sie nicht auf Social Media und sie nimmt selten Presseanfragen entgegen. Dass sie jetzt über eine so persönliche Sache wie ihren lange unerfüllten Kinderwunsch spricht, ist etwas ganz Besonderes. Doch das geschah eher unfreiwillig: Fotografen veröffentlichten in diesem Frühjahr Bilder, die sie und ihren Partner Avo mit zwei Babys zeigten. Kristen war jedoch nicht selbst schwanger, sondern hatte das Glück ihre Zwillinge von einer Leihmutter austragen lassen zu können.

Als das publik wurde, beschloss sie, doch über ihren Weg zu sprechen, weil sie bemerkte, wie vielen Frauen es so geht. Mit der amerikanischen InStyle sprach sie zum ersten Mal offen über ihre mehrjährigen Versuche via künstlicher Befruchtung schwanger zu werden. Es sei "emotional, geistig und medizinisch" die schwierigste Zeit ihres Lebens gewesen.

Gelegentlich gab es einen guten Monat, aber dann waren es einfach noch mehr schlechte Nachrichten. Es gab eine Menge Stress und Herzschmerz.

Kristen Wiig, InStyle

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"Jahre im IFV-Dunst"

Für Kristen Wiig und viele andere Frauen, die eine Kinderwunschbehandlung starten, ist das eine emotional sehr belastende Zeit. Sie sagt, sie habe täglich am Telefon gesessen und auf die Nachrichten der Praxis gewartet. Das war sehr quälend für sie. Dann gab es ab und an einen positiven Monat und dann kam das negative Testergebnis und sie war emotional wieder im Keller. Die vielen schlechten Nachrichten machten sie dünnhäutig und sie sei nicht sie selbst gewesen. Wann immer jemand sie nach ihrer IVF oder den Testergebnissen fragte, wurde sie traurig und konnte irgendwie nicht mehr über die vielen erfolglosen Versuche sprechen.

Eine Leihmutter erwies sich als unsagbares Glück

Die Möglichkeit einer Leihmutter wies die 46-jährige Ghostbusters-Darstellerin lange zurück. Als ihr Arzt ihr nach mehreren Versuchen ohne Erfolg, Leihmutterschaft als Option erläuterte, machte sie dicht. Sie glaubte noch daran, dass sie schwanger werden würde. Irgendwann sei ihr dann klar geworden, dass es einfach schwierig wird und sie habe sich mit dem Gedanken angefreundet und beschäftigt. Nun sagt sie, ihre Leihmutter sei das Beste gewesen, was ihr und ihrem Partner passiert sei, denn sie "machte uns das großartigste Geschenk" und das gleich im Doppelpack.

Mit dem unerfüllten Kinderwunsch seid ihr nicht allein

Kristen Wiig rät anderen Frauen, die den Weg der künstlichen Befruchtung gehen, darüber zu sprechen. Sie selbst war lange dazu nicht in der Lage. Doch sie stellte fest, dass es viele Frauen gibt, die Ähnliches durchmachen, wenn sie auch nur selten offen damit umgehen. Für viele Frauen bedeutet es ein persönliches Versagen, wenn sie nicht schwanger werden können. Wenn dann noch die Babys im Freundeskreis immer mehr werden, nagen die Zweifel und negativen Gedanken an einem. Der Austausch mit anderen IVF-Patieninnen, sei es online in Foren oder bei Gesprächen in Kinderwunschpraxen, hilft ungemein weiter.

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann dann das Leben bestimmen und bis in eine Depression führen. Daher ist es wichtig, dass man mit seinem Partner und mit einer oder mehreren vertrauten Personen darüber redet, was passiert, wenn eben nichts passiert und die Optionen durchspricht. Bei Kirsten Wiig hat sich die Leihmutterschaft als Glücksfall erwiesen. Natürlich ist das nicht für jeden eine Option, aber sich darüber auszutauschen und zu wissen, es gibt weitere Möglichkeiten, hilft ungemein, damit es einem besser geht.

"So privat ich auch bin und so heilig das alles ist, was mir geholfen hat, war, über andere Frauen zu lesen, die das durchgemacht haben, und mit denen zu sprechen, die IVF und Fruchtbarkeitskram durchgemacht haben. Es kann die isolierendste Erfahrung sein. Aber ich versuche, diesen Raum zu finden, in dem ich meine Privatsphäre bewahren und auch für jemand anderen da sein kann, der das vielleicht gerade durchmacht."

Kristen Wiig zu InStyle-US

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Quelle: Mother.ly, InStyle (US)

Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

Reden hilft

Ich persönlich kann Kristen Wiig gut verstehen, wenn ich auch viel Glück hatte und keine Jahre lange Behandlung über mich ergehen lassen musste. Meine künstliche Befruchtung mittels ICSI klappte im ersten Versuch und meine Tochter Lea entstand daraus. Doch die vielen Voruntersuchungen, Hormoneinnahmen und die Unsicherheit im Vorfeld, ob es jemals klappen wird, waren nicht leicht. Ich tauschte mich zur Zeit der Behandlung ebenfalls nur mit meinem Mann und einer guten Freundin von mir aus.

Im Kollegenkreis wusste es fast niemand, denn die Nachfragen wollte ich mir auch ersparen und hab das eher auch mit mir ausgemacht. Ich kenne jedoch auch Frauen, die Jahre lange Behandlungen über sich ergehen lassen mussten, was sie emotional und körperlich an ihr Limit brachte. Was diese mir mitgaben: Sprecht euch vorher unbedingt mit eurem Partner ab, wie weit ihr gehen wollt und welche Optionen ihr für euren Kinderwunsch ergreifen würdet, wenn es via IVF oder ICSI nicht klappt. Leihmutterschaft, Eizell- oder Samenspende oder Adoption sind ebenfalls Möglichkeiten Eltern zu werden. Tauscht euch zuerst miteinander und dann in Foren mit Gleichgesinnten aus. Ihr seid definitiv nicht allein und die Erfahrungen anderer können weiter helfen, sich selbst darüber klar zu werden, wie weit man gehen würde und was als Option noch in Frage käme.

Bildquelle: Getty Images/Neilson Barnard

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